Tal & Groethuysen: Yaara Tal, Andreas Groethuysen. Foto: Michael Leis

Tal & Groethuysen: Yaara Tal, Andreas Groethuysen. Foto: Michael Leis

Kleines Festival für Chopin

Die beiden Pianisten Yaara Tal und Andreas Groethuysen adeln die Chopin-Tage in Leipzig.

 

Mit den 27. Leipziger Chopin-Tagen feiert die Neue Leipziger Chopin-Gesellschaft (NLChG) vom 19. bis 22. Oktober ihr 25-jähriges Bestehen. Im Jubiläumsjahr stellten die Organisatoren um Vereinsvorsitzende Prof. Gudrun Franke ein Festivalprogramm zusammen. Mit Yaara Tal und Andreas Groethuysen ist es erstmals gelungen, eines der prägenden Klavierduos unserer Zeit für ein Konzert bei den Leipziger Chopin-Tagen zu verpflichten. Für ihre Interpretationen und ihre kreative Programmgestaltung wurden sie bereits fünf Mal mit dem „ECHO Klassik“ und zehn Mal mit dem „Preis der Deutschen Schallplattenkritik“ geehrt. Am 20. Oktober, 19:30 Uhr, im Großen Saal der HMT Leipzig, interpretiert das Duo Werke von Robert Schumann, Wolfgang Amadeus Mozart / Edvard Grieg, Camille Saint-Saens und Franz Schubert für zwei Klaviere bzw. Klavier zu vier Händen.

Im Eröffnungskonzert am 19. Oktober, 20 Uhr, im Polnischen Institut, ist der Finalist des diesjährigen Deutschen Musikwettbewerbs (2017 in Leipzig), der Pianist Viktor Soos, zu hören. Er erhielt den Pianistenpreis der Neuen Leipziger Chopin-Gesellschaft und wählte für seinen Klavierabend u.a. Mazurkas und die Sonate h-Moll op. 48 von Fryderyk Chopin. Der 1. Preisträger des Klavierwettbewerbs Premio Roberto Mellini 2016 (Trento/Italien), Jonas Aumiller, konzertiert am 22. Oktober, 16 Uhr, im Kulturzentrum der Stadt Schneeberg. Zur Einstimmung auf die Chopin-Tage wird am 17. Oktober, 19:30 Uhr, in der Cinémathèque in der naTo der Film „Spanische Grippe“ (Hiszpanka, 2015) gezeigt. Die fantasiereiche Geschichte um den Meisterpianisten und polnischen Ministerpräsidenten Ignacy Jan Paderewski und seinen zwielichtigen Gegenspieler Dr. M. Abuse wird mit viel Chopinscher Klaviermusik erzählt. Innerhalb der Chopin-Tage findet alljährlich die Klavier- und Kammermusikwerkstatt für Schüler und Jugendliche statt. Junge Nachwuchsmusiker stellen am Samstag, 21. Oktober, ab 10 Uhr, in der Leipziger Musikhochschule ihr Können unter Beweis.

Das wichtigste Jugend-Projekt der Neuen Leipziger Chopin-Gesellschaft findet 2017 bereits zum 22. Mal statt. Anliegen der Werkstatt ist es, den heranwachsenden Musikern neue Anregungen mit auf den Weg zu geben, Interpretationen zu vertiefen und das kammermusikalische Zusammenspiel zu fördern. Die Teilnehmer aus Sachsen und Sachsen-Anhalt tragen vor Publikum zwei vorbereitete Klavier- und/oder Kammermusikwerke vor und haben im Anschluss die Möglichkeit, mit den Juroren zu arbeiten. Die Jury setzt sich aus Professoren und Dozenten der Neuen Leipziger Chopin-Gesellschaft zusammen: Albrecht Hartmann (MLU Halle-Wittenberg), Andreas Kühn (HfM Dresden), Gudrun Franke, Gerhard Erber, Igor Gryshyn, Alexander Meinel, Dietmar Nawroth, Christian A. Pohl, Eva Sperl und Andriy Tsygichko (HMT Leipzig). Die jungen Pianisten und Kammermusikpartner erhalten Sachpreise vom Polnischen Institut Berlin – Filiale Leipzig. Für die beste Interpretation eines Chopin Werkes vergibt der Soroptimist-Club Leipzig den Chopin-Preis 2017. Zuhörer und Hospitanten sind herzlich willkommen.

Ihren Abschluss finden die Leipziger Chopin-Tage am Sonntag, 22. Oktober, 18:00 Uhr, mit dem Festlichen Salon im Weißen Haus in Markkleeberg. Peter Korfmacher, Feuilleton-Chef der Leipziger Volkszeitung, wird an diesem Abend seinen Plattenschrank öffnen und einige besondere Aufnahmen seiner umfangreichen Sammlung vorstellen. Freuen dürfen sich die Gäste auf mehrere kleine Konzertteile mit Werken von Fryderyk Chopin sowie musikalische Überraschungen für Klavier zu acht Händen. Zu erleben sind die Pianisten Youbin Kim, Birgit Polter, Frank Peter sowie junge Nachwuchspianisten, die mit dem Chopin-Preis 2017 ausgezeichnet wurden.

Die 1992 gegründete Neue Leipziger Chopin-Gesellschaft vereint vorrangig Leipziger Pianisten, Hochschuldozenten, Orchestermusiker und Sänger aus Mitteldeutschland. Zusammen konzertieren sie in den beiden überaus erfolgreichen Veranstaltungsreihen in Leipzig/Markkleeberg „Herfurthsche Hausmusik“ (bis 2015 „Westphalsche Hausmusik“) und „Weißes Haus exklusiv“. Zehn Konzerte mit insgesamt rund 60 Künstlern pro Jahr vereinen sich in der Hausmusik unter einem Schwerpunkt und garantieren damit eine interpretatorische Vielfalt. 2017 wird zum Jubiläum der Gesellschaft ein musikalisches Tagebuch von Fryderyk Chopin aufgeblättert. Seine Kompositionen werden mit den wichtigsten Lebensstationen des Komponisten verbunden und zeichnen zugleich ein eindrucksvolles Bild des 19. Jahrhunderts.