Dieser Gast misst aus wissenschaftlichen Gründen den Raumkomfort. Foto: Oper Nürnberg

Dieser Gast misst aus wissenschaftlichen Gründen den Raumkomfort. Foto: Oper Nürnberg

Klimaschutz im Zuschauerraum

Falsch eingestellte Klimaanlagen können den Konzert- oder Operngenuss beeinträchtigen. Aber wie schafft man das ideale Raumklima? Im Theater Nürnberg sucht die Technische Hochschule Köln nach Antworten.

Das Staatstheater Nürnberg nimmt an einem Forschungsprojekt der Technischen Hochschule Köln zur repräsentativen Ermittlung des Energieverbrauchs und des Raumkomforts teil. Über einen Zeitraum von drei Wochen wird dazu im Opernhaus und im Schauspielhaus je ein Messtorso im Parkett des Zuschauerraumes installiert, dessen Sensoren Luftbewegung, Luftfeuchtigkeit, Temperatur und CO2-Gehalt der Luft erfassen.

Die Gestaltung des Messkörpers basiert auf den Proportionen des menschlichen Körpers und stellt keine Sichtbehinderung dar, das Gerät arbeitet geräuschlos. Anhand der gesammelten Daten lassen sich Aussagen zum thermischen und olfaktorischen Komfort in den Theaterhäusern treffen. Die Messergebnisse, die eine bundesweite Studie der Technischen Hochschule Köln eingehen, werden außerdem dem Staatstheater Nürnberg zur Verfügung gestellt und liefern wertvolle Ergebnisse u.a. zur Optimierung der Geräteeinstellung für Heizung und Belüftungsanlage.  

Die Studie der Technischen Hochschule Köln erfasst aber nicht nur objektiv technische Daten, denn das Empfinden von Raumklima ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Deshalb wird die dreiwöchige Messperiode im Opern- und Schauspielhaus auch von einer Besucherumfrage begleitet, bei der Besucher gebeten werden, in einem Fragebogen ihre eigene Wahrnehmung des Raumkomforts zu dokumentieren.   Die Studie wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in Auftrag gegeben als eine Maßnahme, die Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen, die bis 2020 eine erhebliche Reduktion von Treibhausgasemission und Energieverbrauch vorsieht. Einsparpotentiale werden dabei nicht nur in erhöhten Anforderungen im Neubau, sondern auch durch Sanierungen erwartet.