Auch so geht Alte Musik in Köln: Das Projekt Fugit aus dem vergangenen Jahr. Foto: Rathmann

Auch so geht Alte Musik in Köln: Das Projekt Fugit aus dem vergangenen Jahr. Foto: Rathmann

Kölner Festival für Alte Musik

Eine ebenso spektakuläre wie höchst diverse Besetzung hat Intendant Thomas Höft für die Konzerte des kommenden Kölner Fests für Alte Musik verpflichten können: Mit dabei sind Operndiva Iris Vermillion, Entertainer und Genretourist Guildo Horn und die Literatin Jutta Heinrich.

Getreu dem Festivalmotto "Greatest Hits" fackelt das Kölner Fest für Alte Musik ab 17. März bis 2. April in seiner siebten Ausgabe ein bunt sprudelndes Programm ab. „Der Papageno ist ja ein Naturbursche mit Schlagerqualitäten - mit Guildo Horn haben wir eine echte Idealbesetzung! Und der Papageno ist auch noch Guildos Traumrolle!“ - Theatermann Thomas Höft ist nicht zu bremsen. Höft hat mit spektakulären Besetzungs- und Inszenierungsideen letzten Schliff an das diesjährige Konzertprogramm angelegt und das Festival nun startklar gemacht. Köln darf sich zum siebten Mal auf sein außergewöhnliches Originalklang-Fest mit 25 Konzerten an 16 Spieltagen freuen, das die Kölner Szene mit vielen internationalen Elementen verbindet. In diesem Jahr geht es um die großen Repertoirestücke der klassischen Musik und was die historische Aufführungspraxis dazu zu sagen hat.

So hat Höft für das Eröffnungskonzert mit dem zamus-ensemble am 17. März den Grazer Aktionskünstler Tom Lohner und die Videokünstlerin Edda Rosemann zu einer multimedialen Inszenierung in die Balloni-Hallen eingeladen. Operndiva Iris Vermillion ist Stargast des Programms „Glück, das mir verblieb“ mit Richard Wagners Wesendonck-Liedern in der Salonmusik-Fassung am 31. März. Das interaktive Straßentheater-Happening „Musica FUGIT“ geht vom 23.-25.03. in seine zweite Runde – mit dabei sind Geflüchtete.

Koloratursopran Marie Friederike Schöder lässt es am 27. März in „Fetish Baroque“ in der Volksbühne mit Poledance und gut gebauten Strippern krachen. Norbert Rodenkirchen entschlüsselt das Original der "Carmina Burana", Musica Fiata feiert Martin Luthers 500. Geburtstag in Bach- Kantaten, während Florian Deuter mit seinem Solo-Recital am Europäischen Tag der Alten Musik und der kanadische Cembalist Justin Taylor mit einem Cembalo-Abend die leisen Töne der Alten Musik anschlagen werden. Das Kölner Pleyel-Quartett präsentiert das Original der deutschen Nationalhymne, Haydns „Kaiserquartett.

Im Abschlusskonzert wird sich die Literatin Jutta Heinrich in Zeiten politischer Grobschlächtigkeit mit dem Thema „Missa L’Homme Armé“ in Messen von Desprez und Palestrina des englischen Ensembles Alamire auseinandersetzen. Nach dem Erfolg des vergangenen Festivals setzen die Veranstalter die „Spielwiese" fort, in der sich junge Ensembles aus ganz Europa im ZAMUS mit Kurzprogrammen in einem Wettbewerb vorstellen.

Kölner, die bei „FUGIT“ selbst als Akteure mitwirken wollen, können an einem Workshop vom 29.1. bis 1.2. mit den Schauspielern von Kamtchátka teilnehmen und Teil der Vorstellungen vom 23. bis 25. März sein.

Das Kölner Fest für Alte Musik experimentiert erneut lustvoll mit Musik im Originalklang im urbanen Raum. Aktualität und Relevanz Alter Musik sollen auch neuen Publikumsschichten erfahrbar gemacht werden. Brechungen und unorthodoxe Experimente bieten Diskussionsstoff und kreative Reibung für neugierige Musikfans und Experten und bereichern die Festivalszene um eine starke Farbe.