Der Barbier von Sevilla an der Komischen Oper in der Regie von Kirill Serebrennikov. Foto: Monika Rittershaus

Der Barbier von Sevilla an der Komischen Oper in der Regie von Kirill Serebrennikov. Foto: Monika Rittershaus

Komische Oper kritisiert Putin

"Offensichtlich wird hier versucht, eine der letzten verbliebenen kritischen Stimmen mundtot zu machen. Selbstverständlich planen wir weiterhin, die mit ihm gemeinsam verabredeten zukünftigen Projekte zu realisieren."

Das Ensemble der Komischen Oper Berlin ist bestürzt über die Festnahme von Kirill Serebrennikov. Intendant und Chefregisseur Barrie Kosky: »Kirill Serebrennikov haben wir durch zwei Inszenierungen bei uns an der Komischen Oper Berlin kennengelernt. Wir schätzen ihn als inspirierte, engagierte und unbestechliche Künstlerpersönlichkeit und als aufrichtigen Menschen. Seine Arbeit ist unabhängig, intelligent und setzt sich vielfach kritisch und hoch virtuos mit den bestehenden gesellschaftlichen und politischen Zuständen auseinander. Seine Arbeit findet vor Ort im Moskauer Gogol-Zentrum - einem der wenigen verbliebenen Orte freier Meinungsäußerung im heutigen Russland - großen Zulauf und Zustimmung und ist international hoch anerkannt. Kirills Verhaftung als bisheriger Höhepunkt einer Reihe von staatlich veranlassten Maßnahmen, die augenscheinlich gegen diese erfolgreiche künstlerische Arbeit gerichtet sind, ist skandalös. Offensichtlich wird hier versucht, eine der letzten verbliebenen kritischen Stimmen mundtot zu machen. Selbstverständlich planen wir weiterhin, die mit ihm gemeinsam verabredeten zukünftigen Projekte zu realisieren.«