Die Teilnehmer der Opernkonferenz. Foto: Susanne Diesner

Die Teilnehmer der Opernkonferenz. Foto: Susanne Diesner

Konferenz der Intendanten

In Düsseldorf haben sich führende Opernintendanten getroffen und dabei die Pegida-Kundgebungen kritisiert - und die Stadt Köln wegen ihres schlechten Manegements der Opernsanierung.

Die deutschsprachige Opernkonferenz hat sich auf ihrer Herbsttagung in Düsseldorf ausgiebig mit der Flüchtlingsdebatte befasst. Außerordentlich beunruhigt zeigten sich die Teilnehmer insbesondere angesichts des Berichts aus Dresden über die wöchentlich stattfindenden Pegida-Demonstrationen.

Diese Demonstrationen seien von einer zunehmenden Radikalisierung gekennzeichnet, die völlig unakzeptabel sei. Man verstoße mit einer solchen Radikalisierung, so die Opern­konferenz, gegen die unsere Demokratie prägenden Werte wie Toleranz, Weltoffenheit und Verständigungsbereitschaft.

„Gerade von diesen Werten ist auch die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft geprägt, in der seit Jahrzehnten Menschen aus über 90 Nationen und von unterschiedlichster Herkunft friedlich zusammenarbeiten“, betonte der Vorsitzende der Opernkonferenz, der Intendant des Opernhauses Frankfurt am Main, Bernd Loebe.

Neben diesem Thema ging es z. B. um das Streaming von Opernvorstellungen im Internet oder um die Folgen des Tarifeinheitsgesetzes. Auch die Schwierigkeiten bei den verschiedenen Opernsanierungen wurden ausgiebig beraten. Für außerordentlich bedenklich halten die Konferenzteilnehmer die Neigung von einzelnen Ländern und Kommunen, die Verantwortung für die hochkomplizierten Sanierungsarbeiten auf die Leitung der Häuser zu übertragen.

„Dafür ist kein Theater personell ausgestattet, eine solche Aufgabe zu übernehmen“, betonte Rolf Bolwin, der Direktor des Deutschen Bühnenvereins, der ebenfalls an der Konferenz teilnahm. Hier seien allein die Träger der Theater gefragt, in deren Eigentum die Gebäude stehen. Insofern sei es, so stellt die Opernkonferenz klar, beispiels­weise auch unsachgemäß, jetzt seitens der Stadt Köln den Versuch zu machen, die Leitung der Bühnen für die Bauverzögerung verantwortlich zu machen. Es sei allein die Stadt, die hier in der Verantwortung sei.

Zur deutschsprachigen Opernkonferenz gehören elf große Opernhäuser: Bayerische Staatsoper München, Staatstheater Stuttgart, Oper Frankfurt, Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg, Oper Köln, Hamburgische Staatsoper, Deutsche Oper Berlin, Komische Oper Berlin, Staatsoper Berlin, Sächsische Staatsoper Dresden, Oper Leipzig.  Assoziierte Mitglieder sind die Opéra national de Paris sowie das Royal Opera House Covent Garden London.