Justin Doyle. Foto: Matthias Heyde

Justin Doyle. Foto: Matthias Heyde

Konservatives Vorspiel, richtungsweisendes Hauptwerk

Antrittskonzert mit Ortswechel: Der im britischen Lancaster geborene Dirigent Justin Doyle tritt im September die Nachfolge von Hans-Christoph Rademann beim RIAS Kammerchor an und widmet sich dabei ganz Monteverdi.

In der fast 70-jährigen Geschichte des RIAS Kammerchors wird Justin Doyle als siebter Chefdirigent sein Amt am 15. und 16. September 2017 im Rahmen des Musikfest Berlin offiziell antreten. Sein Berlin-Debüt gab der im britischen Lancaster geborene Dirigent bereits mit dem Neujahrskonzert 2017 in der Berliner Philharmonie. Für das international begangene Monteverdi-Jahr 2017 bringen Justin Doyle, der RIAS Kammerchor und die Capella de la Torre zwei Werke auf die Bühne, die in enger Verbindung zueinander stehen und doch kaum unterschiedlicher sein könnten: Monteverdi veröffentlichte seine Marienvesper am Mantuaner Hof im Jahr 1610 und stellte diesem musikalisch in die Zukunft weisenden Werk eine knapp 30-minütige Missa da Capella voran, die er hingegen im „alten" Stil komponierte. 

Justin Doyle präsentiert am Ende des Musikfest Berlin, das den 450. Geburtstag von Claudio Monteverdi mit einem Schwerpunkt feiert, eine Aufführung der beiden zusammenhängenden Werke mit einem gewagten Ortswechsel: Die Marienvesper erklingt im intimen Oval des neuen Pierre Boulez Saals, während die von Monteverdi selbst vorangestellte Missa „In illo tempore" im sakralen Rund der benachbarten St. Hedwigs-Kathedrale zu hören sein wird.