Das Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks. Foto: Ben Knabe

Das Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks. Foto: Ben Knabe

Kontinuität beim Hessischen Rundfunk

Andrés Orozco-Estrada verlängert beim hr-Sinfonieorchester und setzt in der kommenden Konzertsaison seine Bartók-, Brahms-, Martinù- und Mahler-Reihen fort - auch im Livestream mitzuerleben.

Im vergangenen Jahr platzte die Weseler Werft in Frankfurt aus allen Nähten. Dort und auf der Sachsenhäuser Flussseite verfolgten rund 20.000 Menschen das Open Air des hr-Sinfonieorchesters. Das hr-Sinfonieorchester und Chefdirigent Andrés Orozco-Estrada möchten auch die Saison 2016/17 mit einem Freiluftkonzert am 17. August einläuten. Das erste Konzert in der Alten Oper wird eine konzertante Präsentation der Oper „Salome“ sein. Mit drei Uraufführungen und zwei Deutschen Erstaufführungen stellt das Orchester dort mehr Neues vor als je zuvor. Außerdem startet es in dieser Spielzeit eine dreijährige Kooperation mit dem ungarischen Komponisten Peter Eötvös. „Artist in Residence“ wird der französische Oboist François Leleux.

„Schon bei meiner ersten Begegnung mit dem hr-Sinfonieorchester habe ich seine hervorragenden Musiker sehr geschätzt. Dieser Eindruck hat sich mir bestätigt. Mittlerweile haben wir uns natürlich besser kennengelernt, ein tiefes gegenseitiges Verständnis gefunden. All diese positiven Erfahrungen möchte ich gerne vertiefen“, sagt Andrés Orozco-Estrada mit Blick auf die anstehende Spielzeit, aber vor allem auch auf die gemeinsam mit dem Hessischen Rundfunk vereinbarte Vertragsverlängerung bis zur Saison 2020/21. In der kommenden Spielzeit 2016/17 wird der Chefdirigent unter anderem seine Bartók-, Brahms-, Martinù- und Mahler-Reihen fortsetzen. Ferner wird er mit dem Orchester beim Rheingau Musik Festival vertreten sein, wo er sich den „Lohengrin“-Vorspielen und der „Symphonie fantastique“ von Berlioz zuwendet.

An neue Publikumskreise wird sich erstmalig ein Gesprächskonzert mit Andrés Orozco-Estrada richten, bei dem man ein Werk intensiver entdecken kann: Im Zentrum der rund einstündigen Veranstaltung zur vorabendlichen Afterwork-Zeit steht Igor Strawinskys „Le sacre du printemps“.

Mit der konzertanten Aufführung von Richard Strauss' „Salome“ greift das Orchester eine Tradition aus den 1990er Jahren wieder auf und bietet in der Alten Oper zur Spielzeiteröffnung erneut ein Highlight für alle Opernfreunde.

Unter dem Titel „Eötvös3“startet das hr-Sinfonieorchester eine auf drei Jahre angelegte künstlerische Zusammenarbeit mit Peter Eötvös. In den kommenden drei Spielzeiten wird der ungarische Komponist und Dirigent je ein hr-Sinfoniekonzert dirigieren und eines seiner wirkungsstarken Werke in Erstaufführung vorstellen. Den Anfang macht sein 2002 entstandenes Trompetenkonzert „Jet Stream“, das inzwischen in einer Neufassung vorliegt und von Star-Trompeter Håkan Hardenberger uraufgeführt wird. Am gleichen Abend erklingen in der Alten Oper zwei selten zu hörende Werke seiner ungarischen Komponistenkollegen Béla Bartók und Franz Liszt. Dafür hat Eötvös den Slowakischen Philharmonischen Chor Bratislava eingeladen. Jenseits dieses Konzerts kuratiert er in dieser Saison zudem noch ein Programm mit Neuer Musik im hr-Sendesaal.

François Leleux zählt zu den weltbesten Oboisten. Der aus Frankreich stammende Ausnahmemusiker entlockt seinem heiklen Blasinstrument atemberaubende Nuancen und verzaubert weltweit seine Hörerschaft. „Die Zuhörer lieben, so sagen sie mir, den sinnlichen Ton der Oboe: einen Ton, der die Seele öffnet“, so Leleux. Die Oboe schaffe es, tiefer in die menschliche Psyche einzudringen als andere Instrumente. „Man kann sehr frech, auch lustig sein mit der Oboe und fast gleichzeitig lyrisch und innig.“ Mit dem hr-Sinfonieorchester wird Leleux mehrfach seine enorme Virtuosität und Tongestaltungskunst zeigen, dabei auch einmal gemeinsam mit seiner Frau, der gefeierten Geigerin Lisa Batiashvili. Außerdem ist er als Dirigent zu erleben und präsentiert mit Musikern des hr-Sinfonieorchesters ein Kammermusik-Programm im hr-Sendesaal.

Bekannte und hochkarätige Streicher reichen sich beim hr-Sinfonieorchester in dieser Spielzeit die Hand: Von Hilary Hahn über Lisa Batiashvili und Joshua Bell bis Leonidas Kavakos und Daniel Hope spannt sich der Bogen der internationalen Geigenvirtuosen, die in den Konzerten zu erleben sein werden. Außerdem sind die großen Cellisten Gautier Capuçon, Jan Vogler und Steven Isserlis wieder zu Gast. Nicht weniger exzellent lesen sich auch die weiteren Solisten, wie der Trompeter Håkan Hardenberger und die Pianisten Pierre-Laurent Aimard, Yefim Bronfman, Denis Kozhukhin und Fazil Say.
 
Insgesamt 87 Konzerte gibt das hr-Sinfonieorchester in der Saison 2016/17 in Hessen; neben den eigenen Konzertreihen in Frankfurt und den Konzerten beim Rheingau Musik Festival ist es auch bei den Kasseler Musiktagen, im Stadttheater Gießen und im Fuldaer Schlosstheater zu Gast. Sonderprojekte, Gastkonzerte und 15 Tourneekonzerte sowie insgesamt 25 Kammermusik-Projekte runden die umfangreiche Konzerttätigkeit ab. Die Aufführungen werden meist von hr2-kultur live übertragen und über die European Broadcasting Union (EBU) auch international ausgestrahlt. Alle hr-Sinfoniekonzerte in der Alten Oper Frankfurt sind zusätzlich im Video-Livestream im Internet auf www.hr-sinfonieorchester.de sowie teilweise auf www.concert.arte.tv/de zu sehen. Ausgewählte Konzertereignisse werden auch im hr-fernsehen, 3sat oder Arte übertragen.

Unter dem Titel „Konzert-Geschichten“ hat das hr-Sinfonieorchester in der ver-gangenen Saison ein neues Mitmachprojekt erfolgreich etabliert, das sich an Kinder richtet, die spielerisch direkt in das musikalische Geschehen einbezogen werden. Neben den Familienkonzerten und der Veranstaltung „Hast du Töne?“ gibt es in dieser Spielzeit auch wieder ein „Super-X-Orchester“, bei dem hessische Schüler mit den Profis ein Werkstattkonzert im hr-Sendesaal aufführen. Außerdem wurde das Repertoire der „Jungen Konzerte“ um zwei Programme mit berühmten Barock-Interpreten erweitert.

Jenseits der Konzertaktivitäten in Hessen wird das hr-Sinfonieorchester außerdem auf den großen europäischen Konzertbühnen präsent sein: unter anderem mit zwei Konzerttourneen nach Spanien, jeweils drei Gastkonzerten im Großen Festspielhaus Salzburg und im berühmten Musikverein Wien sowie Gastkonzerten bei den Dresdner Musikfestspielen und in der neuen Elbphilharmonie in Hamburg.