Kulturstaatsministerin Grütters mit Irene Schulte-Hillen und Musikern des Festkonzerts. Foto: Christoph Soeder

Kulturstaatsministerin Grütters mit Irene Schulte-Hillen und Musikern des Festkonzerts. Foto: Christoph Soeder

Konzert der Deutschen Stiftung Musikleben

Stipendiaten und Alumni traten beim Festkonzert der Deutschen Stiftung Musikleben vor 600 Gästen im Berliner Pierre Boulez Saal auf, darunter Staatsministerin Monika Grütters.

14 junge Musiker – der Jüngste erst 13 Jahre alt, der Erfahrenste bereits auf dem Weg zum Weltstar – zeigten beim Festkonzert der Deutschen Stiftung Musikleben in Berlin, welche Talente in ihnen stecken und warum neben aller notwendigen Breitenförderung auch die Elite der Nachwuchsmusiker besondere Förderung verdient.

Über begeisterte Zuhörer, darunter zahlreiche Kuratoren, Treugeber, Paten und Förderer der Stiftung, Vertreter befreundeter Stiftungen und Institutionen wie dem Deutschen Musikrat, Gründungspartner der Stiftung und vertreten durch seinen Präsidenten Prof. Martin Maria Krüger, erlebten einen unvergesslichen Abend, für den Prof. Michael Naumann, Gründungsdirektor der Barenboim-Said Akademie, den fantastischen, erst vor Kurzem eröffneten Pierre Boulez Saal zur Verfügung stellte.

55 Jahre Deutsche Stiftung Musikleben und 25 Jahre eigenes Förderprogramm – die Konzertreihe „Foyer Junger Künstler“ und der Wettbewerb des Deutschen Musikinstrumentenfonds – wurden gefeiert mit einem facettenreichen Kammermusikprogramm, mit dem sich auch das wichtigste und erfolgreichste Projekt der Stiftung, der gemeinsam mit der Bundesregierung initiierte Deutsche Musikinstrumentenfonds eindrucksvoll präsentierte.

Staatsministerin Monika Grütters hielt als Schirmherrin des Abends eine Grundsatzrede zur Förderung des musikalischen Nachwuchses: „Die Deutsche Stiftung Musikleben bringt Musiker zusammen, die aus ganz Europa nach Deutschland kommen, weil es hier – nicht zuletzt dank einer Kulturförderung, die weltweit ihresgleichen sucht – exzellente Orchester, Konzerthäuser und Hochschulen gibt. Von hier aus erobern die Musiker mit ihrem Können die Welt, wecken in der Ferne Interesse an Deutschland und dem interkulturellen Austausch. Ich bin überzeugt: Gerade in Krisenzeiten braucht Europa den Enthusiasmus der Kunst! Den kulturellen Reichtum, auf den wir in Deutschland und Europa so stolz sind, verdanken wir nicht zuletzt der Weltoffenheit der Künstlerinnen und Künstler, die schon zu einer Zeit Inspiration im interkulturellen Austausch fanden, als der europäische Gedanke noch nicht einmal als Utopie am politischen Horizont erkennbar war. Daran kann man angesichts des vielerorts wieder aufkeimenden Nationalismus nicht oft genug erinnern – und daran erinnert klangvoll auch das heutige Programm.“

Irene Schulte-Hillen, die als Präsidentin in den vergangenen 25 Jahren federführend das Förderprogramm der Stiftung für den hochbegabten Musikernachwuchs aufbaute, zeigte sich hoffnungsvoll beim Gedanken an die Zukunft der Stiftung: „Gerade weil es nicht einfach ist, für unsere gute Sache jedes Jahr aufs Neue genügend Spenden einzuwerben, um unser umfassendes Förderprogramm weiterführen zu können, bin ich sehr dankbar für den überwältigenden Beifall, den wir hier in Berlin bekommen haben. Das Vertrauen des Bundes und unserer Treugeber hat den Deutschen Musikinstrumentenfonds über die Jahre zu einer einzigartigen Sammlung hervorragender Streichinstrumente für den Nachwuchs anwachsen lassen, die in meiner Vorstellung auch nachfolgende Generationen junger Streicher mit klangvollen Instrumenten für eine Karriere auf den Konzertpodien der Welt vorbereiten wird.“

Im Konzert zu erleben waren ganz junge Hoffnungsträger wie der gerade erst 13 Jahre alte Geiger Jakow Pavlenko aus Oldenburg, dem die Stiftung beim 25. Wettbewerb des Deutschen Musikinstrumentenfonds im Februar eine Violine des Meisters Stefano Scarampella verlieh, eine treuhänderische Eingabe aus Familienbesitz, und der das Konzert mit Jan-Aurel Dawidiuk (16 Jahre, aus Hannover) am Cembalo mit strahlenden Barockklängen von J. S. Bach eröffnete.

Der Deutsche Musikinstrumentenfonds ist das erfolgreichste Projekt der Stiftung. In gemeinsamer Initiative mit der Bundesregierung gegründet, umfasst der Fonds heute mehr als 200 Streichinstrumente für den Spitzennachwuchs, darunter Meisterwerke von Guarneri, Guadagnini und Stradivari, aber auch Auftragsarbeiten zeitgenössischer Instrumentenbaumeister.

Die exzellenten jungen Streicher Christel Lee, Jonian Ilias Kadesha, Dorothea Stepp, Hiyoli Togawa, Silas Zschocke, Marcel Johannes Kits und Benedict Kloeckner sind alle Preisträger des Fonds und interpretierten Brahms Streichsextett Nr. 2 und – gemeinsam mit der Klarinettistin Magdalena Faust (ab der kommenden Saison als stellvertretende Soloklarinettistin im hr-Sinfonieorchester zu hören) und der Pianistin Lilit Grigoryan – Prokofjews Ouvertüre über hebräische Themen mit virtuosem Verve.

Höhepunkt des Abends war Beethovens Waldstein-Sonate, vorgetragen von „Jahrhundertpianist“ Igor Levit, wie ihn die FAZ einst betitelte und den die Stiftung schon früh entdeckte, an ihn glaubte und förderte. Simon Bode, Tenor und gefragter Lied-, Oratorien- und Opernsänger (ab 2017/18 am Staatstheater Hannover) sang Lieder von Beethoven (mit Igor Levit) und Ralph Vaughn Williams (mit Christel Lee, Violine). Alexej Gerassimez (Preisträger in Residence der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern 2017), auch er ein lang geförderte Alumnus der Stiftung, eröffnete die zweite Konzerthälfte mit Trommelwirbel und dem von ihm selbst komponierten „Asventuras“.

Fazit des Abends: Diese jungen Musiker werden, auch Dank des bürgerschaftlichen Engagements der Freunde und Förderer der Deutschen Stiftung Musikleben, noch viel von sich hören lassen! Das Konzert wurde mitgeschnitten und soll als Jahresgabe der Stiftung 2017 produziert werden.