Virtuelles Quartett. Foto: Maximilian Reich / Dieter Trautmann

Virtuelles Quartett. Foto: Maximilian Reich / Dieter Trautmann

Konzerthaus Berlin mit vielen guten Zahlen

Mit echten Konzerten und Angeboten in der digitalen Welt erreichte das Konzerthaus Berlin viele Menschen.

Das Konzerthaus Berlin knüpft 2017/18 an die Rekordbilanz der vorangegangenen Saison an: Unter der Leitung des Intendanten Sebastian Nordmann gelang eine äußerst erfolgreiche Spielzeit mit insgesamt 340 Veranstaltungen, die von 179.000 Gästen besucht wurden (178.000 in 2016/17). Die durchschnittliche Auslastung konnte von 84,4% auf 85,3% gesteigert werden – die höchste jemals erzielte, seitdem eine offizielle Besucherstatistik geführt wird. Die Sinfoniekonzerte des Konzerthausorchesters im Großen Saal waren durchschnittlich zu 85,8% belegt. Die Einnahmen aus dem Ticketverkauf lagen bei 4.273.165 Euro. Das Konzerthaus lud in der abgelaufenen Spielzeit 3.462 Geflüchtete in seine Konzerte ein.

„Wir freuen uns sehr, dass auch eine außergewöhnliche Programmatik mit dem Organisten Cameron Carpenter als Artist in Residence oder das Festival Baltikum bei unserem Publikum auf großes Interesse stößt“, so Intendant Sebastian Nordmann. Zum Chefdirigats-Wechsel: „Mit Christoph Eschenbach konnten wir einen weltweit renommierten Dirigenten für die künstlerische Leitung des Konzerthausorchesters Berlin gewinnen. Iván Fischer als Ehrendirigent und Juraj Valčuha als Erster Gastdirigent werden neben ihm die Qualität und Programmatik des Orchesters prägen.“

Der Organist Cameron Carpenter begeisterte als Artist in Residence 2017/18 mit neun sehr abwechslungsreichen Konzerten 12.217 Gäste (Auslastung 96,3%). Die Hommage an den Jahrhundertcellisten und Dirigenten „Slawa“ Rostropowitsch bewegte im November 2017 11.556 Besucher und erreichte eine Auslastung von 86,1%. Beim Festival Baltikum im Februar 2018 präsentierte das Konzerthaus Berlin die außergewöhnliche Musiklandschaft der baltischen Länder und brachte mit einer Auslastung von 86,5% 10.000 Besucher an den Gendarmenmarkt. Das Musiktheater von Arvo Pärt und Robert Wilson „Adam’s Passion“ feierte Deutschlandpremiere und war bei den drei Aufführungen durchwegs ausverkauft.

Großer Beliebtheit erfreuen sich weiterhin die Formate Mittendrin, Hope@9pm mit Daniel Hope als Gastgeber, die Espresso-Konzerte sowie die neu eingeführten Rush Hour Konzerte für Jazzfreunde (donnerstags um 18 Uhr).

Im Rahmen eines dreijährigen, durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung geförderten Projekts entwickelt das Konzerthaus mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin seit 2016 innovative Vermittlungskonzepte für klassische Musik im digitalen Raum, wozu Virtual Reality und Augmented Reality gehören. Die frei zugängliche Ausstellung im Vestibül zeigt seit dem 01.06.2018 einige Ergebnisse in Form von fünf digitalen Installationen. Dazu zählt ein 360 Grad-Konzerterlebnis mit VR-Brille, deren Träger seine Position innerhalb des Orchesters per Kopfsteuerung wechseln kann. Der Ton passt sich Standpunkt und Kopfdrehung an. Das „Virtuelle Quartett“ ist eine AR-Anwendung, die sich sowohl vor Ort als auch mit der kostenlosen App „Konzerthaus Plus“ überall nutzen lässt. Hält man ein Smartphone auf vier Spielkarten, erscheinen die Musiker des Konzerthaus Quartetts und spielen den Anfang von Franz Schuberts „Der Tod und das Mädchen“. Im ersten Monat besuchten bereits über 10.000 Gäste die digitale Ausstellung.