Die Niederrheinischen Sinfoniker und GMD Mihkel Kütson im Konzert. Foto: Matthias Creutziger

Die Niederrheinischen Sinfoniker und GMD Mihkel Kütson im Konzert. Foto: Matthias Creutziger

Konzertsaison am Niederrhein

Krefeld und Mönchengladbach liegen abseits der gängigen Kulturrouten und haben doch nicht nur eine langlebige Theaterehe, sondern auch ein eigenes sinfonisches Programm zu bieten.

Dirigent Mihkel Kütson hat das Programm der neuen Konzertsaison 2018/19 der Niederrheinischen Sinfoniker vorgestellt. Das Publikum darf sich zum einen auf verschiedene Repertoireklassiker freuen, darunter die vierte Sinfonie von Ludwig van Beethoven und die dritte Sinfonie von Johannes Brahms. Zum anderen erhalten die Zuhörer erneut die Möglichkeit, weniger bekannte Werke für sich zu entdecken. So eröffnet das zweite Sinfoniekonzert mit einem „Wettlauf für Orchester“ von Franz Berwald. Diese Komposition des „schwedischen Mozart“, wie Berwald gerne genannt wird, ist so unbekannt, dass noch nicht einmal Orchestermaterial dazu existiert, verrät Kütson lachend. Und weiter: „Ich kenne das Werk aus der Partitur.“ Nordisch geht es an diesem Abend mit dem Klarinettenkonzert des Dänen Carl Nielsen weiter. Als Solistin wird Bettina Aust zu hören sein, eine junge Künstlerin, die mit ihrem Spiel aktuell neue Maßstäbe setzt. Sie ist zum ersten Mal bei den Niederrheinischen Sinfonikern zu Gast.

Dies gilt ebenso für den Pianisten Herbert Schuch, der im vierten Sinfoniekonzert mit dem ersten Klavierkonzert von Felix Mendelssohn Bartholdy und dem kammermusikalischen Konzert „Aubade“ von Francis Poulenc zu hören ist, für die junge, aber bereits international etablierte Geigerin Alena Baeva, die im Mai das Violinkonzert von Antonin Dvorak interpretiert, und für Boguslaw Furtok, der im April das Kontrabasskonzert des Esten Eduard Tubin vorstellt. Mit Letzterem hält Kütson an seinem Bestreben fest, dem Publikum jedes Jahr ein besonderes Soloinstrument zu präsentieren. Neben diesen neuen Freunden gibt es zwei Wiedersehen mit alten Bekannten: Bereits zum vierten Mal besucht der Geiger Linus Roth die Niederrheinischen Sinfonikern, diesmal im ersten Sinfoniekonzert der Saison. Im Gepäck hat er dann das Violinkonzert von Mieczyslaw Weinberg, für dessen Schaffen er sich besonders engagiert. 2013 erschien seine Einspielung des Konzerts gemeinsam mit Mihkel Kütson und dem Deutschen Symphonieorchester Berlin, die hervorragende Kritiken erhielt. Umso mehr freuen sich Kütson und Roth, das Konzert nun am Niederrhein zu spielen. Zum zweiten Mal ist die Cellistin Quirine Viersen zu Gast. Unter der Leitung von Erstem Kapellmeister Diego Martin-Etxebarria bringt sie im Dezember das Cellokonzert von Samuel Barber zu Gehör.

Ein abschließender Höhepunkt verspricht abermals das siebte Sinfoniekonzert zu werden. Am Dienstags- und Mittwochstermin treten die neuen Preisträger des sinfonikereigenen Wettbewerbs „Bühne frei“ auf, am Donnerstag- und Freitagabend steht hingegen mit „The Cosmos“, einem Konzert für Holzbläserquintett und Orchester von Michael Gilbertson, eine Europäische Erstaufführung auf dem Programm. In den Chorkonzerten darf sich das Publikum unter anderem auf „Die Geisterbraut“ von Antonin Dvorak freuen.

Als ungewöhnliches Erlebnis wird Anne Löper die Musik live mit Sandmalerei illustrieren. In den Kammerkonzerten spannen die Musiker der Niederrheinischen Sinfoniker einen Bogen von der Klassik bis zur Moderne, in den Kinderkonzerten trifft Konzertkobold Kiko (Paula Emmrich) den Komponisten Franz Schubert und untersucht die Blasinstrumente. Aus der Sonderkonzertreihe sei ein Ausflug in die weite Welt des Kinos hervorgehoben. Unter dem Titel „Helden der Leinwand“ präsentierten die Niederrheinischen Sinfoniker unter der Leitung von GMD Mihkel Kütson Highlights der Filmmusik. Die entsprechenden Filmszenen dürfen dabei natürlich nicht fehlen.