Sängerin Anna Gütter. Foto: Sebastian Buff

Sängerin Anna Gütter. Foto: Sebastian Buff

Korngolds stumme Serenade

Bei Youtube gibt es das kuriose Video mit "Ombra mai fu" und dem DigiEnsemble Berlin, bei dem die Sopranistin Anna Gütter zu Mobiltelefonbegleitung singt. In Coburg wirkt sie jetzt in einer späten Konrgold-Operette mit.

Große Aufregung in Neapel: Ein Unbekannter ist des Nachts ins Schlafgemach der Schauspielerin Silvia Lombardi eingedrungen. Und unterm Bett des Ministerpräsidenten, zufälligerweise der Verlobte der Lombardi, wurde eine Bombe deponiert. Das Attentat missglückte zwar, doch Polizeiminister Caretto steht unter Zugzwang: Er muss gleich zwei Verbrechen aufklären - und zwar schnell …

Was wie ein Polit-Thriller beginnt, ist in Wirklichkeit eine köstliche Musik-Komödie, halb Operette, halb Oper und irgendwie auch ein Musical. Und auf alle Fälle ganz großes Kino: Nicht umsonst war Erich Wolfgang Korngold in den 30-er und 40-er Jahren einer der gefragtesten Filmmusik-Komponisten der USA. Schlager wie „Ich hab mich so verliebt", „Luise, Luise, du hast etwas" oder „Ich geh mit dir bis ans Ende der Welt" haben auch heute noch Ohrwurmqualitäten.

Am Broadway allerdings - Korngold hatte seine musikalische Komödie zunächst in englischer Sprache konzipiert - konnte das Stück nicht landen, und die deutschsprachige Uraufführung der 50-er Jahre wurde von den Kritikern verrissen. Und so verschwand ein wunderbares Kleinod in der Versenkung. Höchste Zeit, die „Stumme Serenade" wiederzuentdecken: Mit Tempo, Witz, schillernden Kostümen und spielfreudigen Darstellern bringt Regisseur Tobias Materna Korngolds musikalische Komödie nun am Landestheater Coburg auf die Bühne. Premiere ist am Samstag, 25. Februar 2017.