Steven Isserlis. Foto: Jean Baptiste Millot

Steven Isserlis. Foto: Jean Baptiste Millot

Kremer, Tetzlaff, Isserlis und Schiff

Vom 1. bis 10. Mai 2018 wird Kronberg zum Schauplatz eines musikalischen Blind Dates: 21 ausgesuchte junge Spitzenmusiker treffen auf vier weltbekannte Solisten, die Geiger Gidon Kremer und Christian Tetzlaff, den Cellisten Steven Isserlis und den Pianisten Sir András Schiff.

Die „Juniors“ und die vier „Seniors“ bilden im Rahmen der Kronberg Academy bei Frankfurt am Main Ensembles, die zehn Tage lang von morgens bis abends miteinander musizieren und 14 Kompositionen einstudieren. Bereits ab dem 3. Mai öffnen sich die Türen und jeder kann miterleben, was die Proben selbst Musikern mit Weltruf abverlangen, wie die Ensembles musikalisch und menschlich zusammen wachsen – kurz: wie die Kammermusik die Welt verbindet.

In sieben Konzerten präsentieren die Musiker ab dem 5. Mai die gemeinsam erarbeiteten Werke von Joseph Haydn, Luigi Boccherini, Ludwig van Beethoven, Felix Mendelssohn Bartholdy, Johannes Brahms, Antonín Dvořák, Gabriel Fauré, Ernest Bloch, George Enescu, Alban Berg, Dmitri Shostakovich und Giya Kancheli. Das Rahmenprogramm enthält die offene Werkstatt mit einem Geigenbau- und einem Bogenmachermeister; außerdem finden ein Wandelkonzert mit einer „Weltreise durch Kronberg“ sowie eine Ausstellung mit Island-Bildern der Fotografin Ulrike Crespo statt.  
 
Zum Beginn von „Chamber Music Connects the World“ am 1. Mai 2018 reisen 21 junge Musiker aus 16 Ländern nach Kronberg an. Sie alle hatten zuvor die Hürde eines mehrstufigen Auswahlprozesses gemeistert, einschließlich einer Live-Audition vor einer Jury, zu der auch Gidon Kremer zählte. Die Jury wählte zehn Geiger, vier Bratscher, vier Cellisten, einen Kontrabassisten und zwei Pianisten für die Ensembles aus. Die jungen Musiker stammen aus allen Teilen Europas (12), aus Asien (5) und Amerika (4), unter ihnen sind auch acht Studierende der Kronberg Academy.
 
Mit seinem großen Ensemble mit 18 „Juniors“ widmet sich Gidon Kremer seiner großen Idee, Brücken zwischen Stilen und Epochen, zwischen Jung und Alt zu bauen und „im Bewusstsein der Vergangenheit zugleich die Ewigkeit zu beschwören“. Sein neues Projekt „Letzte Worte“, entstanden in enger künstlerischer Zusammenarbeit mit dem russischen Komponisten Victor Kissine, verbindet die Partituren von Joseph Haydns Streichquartett op. 51 Hob. XX: 2 „Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze“ und Dmitri Shostakovichs Streichquartett Nr. 15 es-Moll op. 144. Außerdem spielt er mit zwei „Juniors“ das Streichtrio „Time … and again“ des georgischen Komponisten Giya Kancheli, ein Werk, das Gidon Kremer 1997 selbst uraufgeführt hatte.
 
Christian Tetzlaff betreut in diesem Jahr vier Ensembles. Er erarbeitet Joseph Haydns Streichquartett f-Moll op. 55 Nr. 2 Hob. III: 61 „Tost-Quartett“, das Streichquintett Nr. 1 F-Dur op. 88 von Johannes Brahms sowie von George Enescu das Streichoktett C-Dur op. 7. Mit 17 „Juniors“ schließlich präsentiert er von Alban Berg Drei Sätze aus der Lyrischen Suite, arrangiert für Streichorchester.
 
Mit ebenfalls vier Ensembles arbeitet Steven Isserlis. Bei ihm stehen das Streichquintett Nr. 1 A-Dur op. 18 von Felix Mendelssohn Bartholdy, die Klavierquintette Nr. 1 von Ernest Bloch und Nr. 2 c-Moll op. 115 von Gabriel Fauré sowie das Streichquintett d-Moll op. 13 Nr. 4 G 280 von Luigi Boccherini auf dem Programm.
 
Drei große Klassiker der Kammermusikliteratur probt Sir András Schiff mit seinen Ensembles. Ludwig van Beethovens Klaviertrio Es-Dur op. 70 Nr. 2, das Klavierquartett Nr. 3 c-Moll op. 60 von Johannes Brahms sowie Antonín Dvořáks Klavierquintett Nr. 2 A-Dur op. 81.