Die Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach im Stadt-Bad Gotha. Foto: Thomas Wolf

Die Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach im Stadt-Bad Gotha. Foto: Thomas Wolf

Kulturell ausgedünnt

Natürlich wird jetzt wieder ein neues Orchester angepriesen, wie jüngst beim SWR. De facto aber wurden wieder zwei Orchester zu einem geschrumpft. Der Osten ist um einen Klangkörper ärmer.

Offiziell klingt der PR-Jubel so: "Zur Spielzeit 2017/2018 präsentiert sich in Thüringen ein neues Orchester: die Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach. Innerhalb kürzester Planungszeit vereinigt der Klangkörper die Musiker aus der Landeskappelle Eisenach und der Thüringen Philharmonie Gotha. Langjährige Tradition und Erfahrung bilden dabei eine wesentliche Stärke für ihr Zusammenwachsen und die glanzvolle Gestaltung der künftigen musikalischen Aufgaben.

Die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach e. V. wird ab 1. August 2017 die Trägerschaft des Orchesters fortsetzen. Fünf Zuwendungsgeber teilen sich die Hauptfinanzierung, dazu zählen: der Freistaat Thüringen, der Landkreis Gotha, die Stadt Eisenach, die Stadt Gotha und der Wartburgkreis. Erstmals hat die Finanzierungsvereinbarung eine Laufzeit über vier Jahre hinaus bis 2024."

Nach mehreren Zeitungsberichten soll das fusionierte Orchester künftig von derzeit über 70 auf knapp 60 Musiker verkleinert werden. Und einen Haustarifvertrag haben sie auch, was bedeutet, dass sie unter dem üblichen Tarif bezahlt werden. Ob da an der richtigen Stelle gespart wird?

In der offiziellen PR-Mitteilung liest sich das so: "Das neue Orchester wird die bestehenden Konzertreihen in Eisenach und Gotha fortführen und ergänzen, so dass über 50 Konzerte für beide Städte den Saisonplan füllen. Dabei erlaubt die anfangs deutlich gewachsene Personalstärke der Musiker, die besetzungsstärkere Literatur der Spätromantik und des 20. Jahrhunderts ins regelmäßige Repertoire aufzunehmen." Bis die dafür nötigen Stellen weggekürzt sind.