Die Komische Oper in ihrem Stammhaus in Berlin. Foto: Gunnar Geller

Die Komische Oper in ihrem Stammhaus in Berlin. Foto: Gunnar Geller

Kulturelle und politische Bildung "Hand in Hand"

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat den Preis Kulturelle Bildung 2017 verliehen – unter anderem an die Komische Oper Berlin für eine musikalische Absolvierung der Gastarbeiterroute.

Anlässlich der neunten Verleihung des Preises Kulturelle Bildung erklärte die Staatsministerin der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters: „Nie war der BKM-Preis Kulturelle Bildung politischer als in diesem Jahr. Die Nominierungen zeigen, dass kulturelle und politische Bildung aus Sicht vieler Künstler, Kreativer und Jugendlicher Hand in Hand gehen. Wie wichtig die Projekte der Verständigung sind und welche Bedeutung der Vermittlung zeitgeschichtlichen und politischen Wissens zukommt, erleben wir in unserer immer vielfältiger werdenden Gesellschaft täglich. Mit dem BKM-Preis Kulturelle Bildung wollen wir nicht nur die junge Generation ermutigen, für eine Kultur des Miteinanders in allen Lebensbereichen einzustehen. Vor allem wollen wir Kreativen und Künstlern für ihr Engagement danken, jungen Menschen mit den Mitteln der Kunst kulturelle und politische Teilhabe zu ermöglichen.“

Aus mehr als 100 Vorschlägen hat eine Fachjury zehn Projekte nominiert. Jede Nominierung ist mit einer Prämie von 5.000 Euro verbunden. Jeweils 20.000 Euro erhalten die drei gleichranging ausgezeichneten Preisträger.

1. Die Spiegelbarrikade, Schauspiel Dortmund. Die Spiegelbarrikade besteht aus selbsthergestellten, aufblasbaren, silbern glänzenden Würfeln, die sich innerhalb von Sekunden spielerisch zu Werkzeugen gegen rechtsradikale und neonazistische Demonstrationen zusammenschließen lassen. Beteiligt waren rund 400 Schülerinnen und Schüler sowie 200 Freiwillige.

2. Eine Opernreise. Auf den Spuren der Gastarbeiterroute, Komische Oper Berlin. Ausgerüstet mit einem Bus voller professioneller Musiker fährt die Komische Oper im Sommer 2016 entlang der „Gastarbeiterroute“ von Berlin über München, Wien, Belgrad bis nach Istanbul und macht dadurch auf ein bislang wenig beachtetes Kapitel deutscher (Kultur-)Geschichte aufmerksam. Das Projekt verleiht der Generation der Gastarbeiter Anerkennung und sensibilisiert gleichzeitig Künstler und Publikum für Flucht- und Migrationserfahrungen.

3. All Included! Museum und Schule gemeinsam für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt, Jugend Museum Berlin. In einem vierjährigen Forschungsprozess thematisiert das Jugend Museum Schöneberg gemeinsam mit mehr als 600 Berliner Kindern und Jugendlichen aus Berliner Schulen in künstlerischen und dokumentarischen Formaten Vorurteile, Wünsche und Ansichten zur Vielfalt sexueller und geschlechtlicher Lebensweisen, Geschlechtergerechtigkeit, Rollenbildern und Geschlechteridentitäten.

Mit dem BKM-Preis Kulturelle Bildung zeichnet die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) seit 2009 jährlich hervorragende, beispielhafte Projekte der kulturell-künstlerischen Vermittlung aus. Der Preis würdigt die Arbeit öffentlicher und privater Kultureinrichtungen sowie bürgerschaftlicher Initiativen und unterstreicht die Bedeutung der kulturellen Bildung in Deutschland. Der Preis ist mit insgesamt 95.000 Euro dotiert.