Junge Orchester spielen bei Young Euro Classic in Berlin. Foto: Mutesouvenir/Kai Bienert

Junge Orchester spielen bei Young Euro Classic in Berlin. Foto: Mutesouvenir/Kai Bienert

"Leben ohne Musik ist undenkbar!"

Zwei hundertste Geburtstage (verstorbener) Weltgrößen inspirieren die jungen Orchester der Young Euro Classic in Berlin: Leonard Bernstein und Nelson Mandela.

„Life without music is unthinkable!" Davon fest überzeugt war der große Musiker Leonard Bernstein, der am 25. August 100 Jahre alt geworden wäre. Die rund 1200 jungen Musikerinnen und Musiker aus aller Welt, die vom 3. bis 20. August 2018 bei Young Euro Classic auftreten, werden mit ihrem Können, ihrem Enthusiasmus und ihrem Temperament auch in diesem Jahr dafür sorgen, dass das Berliner Publikum das Erbe Bernsteins zu spüren bekommt: Leben ohne Musik ist undenkbar! 

Ein weiterer herausragender Jubilar prägt das diesjährige Festivalprogramm ebenso spürbar mit: Nelson Mandela. Mitte Juli wäre auch der südafrikanische Freiheits- und Anti-Apartheids-Kämpfer 100 Jahre alt geworden. Und so steht das Eröffnungskonzert, mit dem am 3. August das MIAGI Youth Orchestra zum Auftakt von Young Euro Classic 2018 antritt, ganz im Zeichen dieser beiden Jahrhundertgestalten: Das südafrikanische Jugendorchester spielt Bernsteins Prelude, Fugue and Riff und Rainbow Beats von Duncan Ward. Der junge Dirigent steht bei MIAGI am Pult und hat das Werk in diesem Jahr zu Ehren Mandelas komponiert.

Auch das Schleswig-Holstein Festival Orchester ehrt am Abschlussabend seinen Gründer Leonard Bernstein und liefert gemeinsam mit Dirigent Wayne Marshall sowie Solist und Preisträger des Bernstein Awards Charles Yang dem Festival am 20. August ein exzellentes Finale. „Lenny" hat auch den Jazz-Posaunisten Nils Landgren inspiriert: Bei „Klassik meets Jazz" stellt „Mr. Red Horn" am 18. August gemeinsam mit Musikern der jungen norddeutschen philharmonie und des STEGREIF.orchesters das musikalische Genie Bernstein in den Mittelpunkt. Diese Produktion ist eine Kooperation von Young Euro Classic mit dem Schleswig-Holstein Musik Festival.  

Die 19. Ausgabe von Young Euro Classic wird ihrem Anspruch als führendes Festival für symphonische Jugendorchester weltweit gerecht: Am 8. August kommt zum ersten Mal das National Youth Orchestra of Canada zu Young Euro Classic. Am Sonntag, dem 19. August, präsentiert sich das Auckland Youth Orchestra aus Neuseeland. In einer Matinée-Veranstaltung am selben Vormittag spielen chinesische Musiker des Konservatoriums Tianjin und deutsche Künstler der Berliner Universität der Künste „West-Östliche Capricen". Die Carnegie Hall schickt das NYO Jazz (10.08.) aus New York City nach Berlin. Dieses neu gegründete Ensemble ist mit der Grammy-Gewinnerin Dianne Reeves auf Europatournee. Aus London kommt erstmals die Southbank Sinfonia (15.08.), ein Ensemble aus 33 internationalen Musikstudierenden. Ebenfalls zum ersten Mal reist das erst 2012 gegründete Youth Chamber Orchestra St. Petersburg (12.08.) aus Russland an. Noch jünger ist das Jugendsymphonieorchester der Ukraine (16.08.), das von seiner Dirigentin Oksana Lyniv im Geiste des Bundesjugendorchesters 2016 ins Leben gerufen wurde. Gespannt sein darf man nach seinen gelungenen vorherigen Auftritten beim Festival auf das Studentenorchester der slowenischen Musikakademie Ljubljana (07.08.) und auf die traditionsreichen nationalen Jugendorchester aus Norwegen (13.08.), Spanien (05.08.), Rumänien (09.08.) und den Niederlanden (11.08.).

Die anspruchsvollen Programme bieten Klassiker der musikalischen Moderne von Igor Strawinski, Bela Bartók und Olivier Messiaen, große Sinfonien von Mozart und Beethoven, Werke von Carl Nielsen bis Dmitri Schostakowitsch, sowie drei üppig besetzte Orchesterwerke von Richard Strauss. Nach seinem Ausflug in die Filmmusik im vergangenen Jahr setzt das Bundesjugendorchester (04.08.), das den deutschen Nachwuchs zwischen 14 und 19 Jahren repräsentiert, mit Werken von Bruckner, Mahler und Hindemith in diesem Jahr einen ganz anderen Akzent. Und für die Idee eines vereinten Europa steht mehr denn je das European Union Youth Orchestra (14.08.) unter Leitung des Italieners Gianandrea Noseda.

Der für neue Formate bekannte Dirigent Kristjan Järvi experimentiert am Pult der Georgian Sinfonietta (17.08.): Unterstützt von der Pianistin Dudana Mazmanishvili werden hier Bach und Händel mit elektronischer Musik von Irakli Kiziria gemixt. John Neumeiers Bundesjugendballett (06.08.) tanzt in diesem Jahr zu Strawinski, Pop und Rock. 

Selten in seiner Festivalgeschichte konnte Young Euro Classic mit so vielen brandneuen Werken aufwarten wie 2018. Nicht weniger als 13 Uraufführungen und Deutsche Erstaufführungen gehen ins Rennen um den vom Regierenden Bürgermeister Berlins jährlich ausgelobten Europäischen Komponistenpreis. Die Publikumsjury leitet in diesem Jahr Prof. Manolis Vlitakis.  

Das Orchester als utopisches Miteinander, als Gesellschafts- und Gemeinschaftsmodell der Teilhabe im Geiste der Aufklärung - dafür steht Young Euro Classic seit dem Gründungsjahr 2000. In diesen Zeiten eines zunehmenden Nationalismus ist dieses Konzept wichtiger denn je. Jeden Sommer spielen zweieinhalb Wochen lang Orchester aus aller Welt im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Damit ist Young Euro Classic die weltweit wichtigste Plattform des internationalen Orchesternachwuchses für die europäische klassische Musiktradition und deren Weiterentwicklung. Auch auf Publikumsseite sorgt Young Euro Classic für Zukunft – mit einer Auslastung von mindestens 96% und jährlich ca. 25.000 Besuchern, deren Altersdurchschnitt deutlich unter dem „normaler" Konzertbesucher liegt.  

Die Finanzierung des Festivals wird durch öffentliche Fördermittel, Stiftungen, Sponsoren und Spenden vieler engagierter Privatpersonen sowie erheblich durch die Ticketeinnahmen ermöglicht. Hauptpartner ist die KfW Bankengruppe schon seit der Gründung des Festivals. Öffentlicher Partner ist der Hauptstadtkulturfonds.

www.young-euro-classic.de