Auch John Scofield kommt zum Jazzfest nach Frankfurt. Foto: hr/Nick Suttle

Auch John Scofield kommt zum Jazzfest nach Frankfurt. Foto: hr/Nick Suttle

Lennon/McCartney und andere Prinzipale

Livestream oder später on Demand: hr2 Kultur bringt das Jazzfestival Frankfurt direkt und zeitversetzt zu den Jazzfreunden in aller Welt. Die können hören, wie vier gute alte Pilzköpfe aus dem kreativen Nährboden sprießen.

Zwei Tage mehr, zwei neue Veranstaltungsorte: In seiner 47. Ausgabe wagt das ehrwürdige Deutsche Jazzfestival Frankfurt den Sprung in die City von Mainhattan. Den Rahmen für das Auftaktkonzert mit bekannten Jazzgrößen liefert die Alte Oper Frankfurt, während das Künstlerhaus Mousonturm zum Abschluss mit Elektro-Sounds und Clubmusik neue Akzente setzt.

Vom 26. bis 30. Oktober laden an fünf Festivaltagen zwölf Formationen, natürlich auch im hr-Sendesaal, zu höchst unterschiedlichen Musikerlebnissen ein. hr2 Kultur überträgt die ersten vier Konzertabende live. Der Auftaktabend kann auch im Internet verfolgt werden: als Livestream auf jazzfestival.hr2-kultur.de – danach als Video-on-Demand.

Zwei Festival-Projekte widmen sich den „Fab Four“. Django Bates’ mit Spannung erwartete Neuinszenierung des Beatles-Albums „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ für die hr-Bigband eröffnet das Festival in der Alten Oper Frankfurt.

Julia Hülsmann wird drei Tage später im hr-Sendesaal weitere Songs von Lennon/McCartney auf kammermusikalische Weise zum Leuchten bringen. In einem Projekt, das die Lebendigkeit der Frankfurter Szene dokumentiert, schlägt der Schlagzeuger Oli Rubow eine Brücke zum Schriftsteller Bodo Kirchhoff, der die zwischen Elektro und Jazz changierende Performance durch eine Lesung aus seinem Roman „Der Prinzipal“ bereichert.

Vom Berliner Trio Hyperactive Kid über die amerikanische Pianistin Myra Melford bis zur mitreißenden Hommage der französischen Band Supersonic an den Psychedelic-Jazz des Sun Ra: Der Freitag steht ganz im Zeichen eines experimentierfreudigen zeitgenössischen Jazz. Liebhaber elektronischer Sounds werden mit Brandt Brauer Frick und Matthew Bournes „Moogmemory“ im Mousonturm bestens bedient. Das Festival präsentiert Bourne außerdem in einem Matinee-Konzert als faszinierenden Pianisten. Eine weitere Facette der zu Recht gehypten jungen britischen Jazzszene zeigen die verblüffenden Verwirrspiele des Piano-Trios Phronesis. Mit dem panamerikanischen Gipfeltreffen von Chucho Valdés und Joe Lovano, John Scofields „Country For Old Men“ und der All-Star-Band „Aziza“ (Dave Holland/Chris Potter/Lionel Loueke/Eric Harland) sind auch Stars aus den USA auf dem Festival vertreten.

Das 47. Deutsche Jazzfestival Frankfurt 2016 ist eine Veranstaltung des Hessischen Rundfunks/hr2 Kultur in Zusammenarbeit mit der Stadt Frankfurt am Main, Dezernat für Kultur und Wissenschaft. Kooperationspartner bei der Ausrichtung sind die Alte Oper Frankfurt und das Künstlerhaus Mousonturm. Hotelpartner ist das Le Méridien Parkhotel Frankfurt, Mobilitätspartner die Adam Opel GmbH. (Darf ja auch mal gesagt werden.)

Das Deutsche Jazzfestival, 1953 in Frankfurt gegründet, ist das älteste Jazzfestival der Welt. Zu den Künstlern, die sich hier zum Teil noch als Newcomer und in einzigartigen Projekten präsentierten, gehörten Pharoah Sanders, Archie Shepp, Michael Brecker, Cassandra Wilson, Cecil Taylor und Lester Bowie. Der Hessische Rundfunk (heute hr2 Kultur) ist seit den Anfängen mit dabei und veranstaltet das Festival mit der Stadt Frankfurt als festem Partner.

www.jazzfestival.hr2-kultur.de