Stanley Clarke tritt mit Al di Meola auf. Foto: Leverkusener Jazztage

Stanley Clarke tritt mit Al di Meola auf. Foto: Leverkusener Jazztage

Leverkusen und die Vielfalt des Jazz

Al Di Meola und Stanley Clarke stehen am selben Abend auf der Bühne, das gab es noch nie. In Leverkusen gibt es viele Schnittmengen zu Pop und Rock - und ein Wiederhören mit dem ehemaligen Festivalleiter Eckhard Meszelinsky.

Zum 37. Mal finden in diesem Jahr die Leverkusener Jazztage statt. Das international besetzte Festival genießt unter Fans, Musikern und Kritikern ein außerordentliches Renommee. Mit mehr als 200 internationalen und nationalen Musikern und über 25.000 Besuchern jährlich ist es einer der Höhepunkte im nationalen und internationalen Jazz- und Festival-Kalender. Die bekannten Spielorte sind das Forum, der Scala Club, das Topos, der Sensenhammer und in diesem Jahr erstmals das Erholungshaus. Auch die Förderung des musikalischen Nachwuchses wird im Zuge des „future sounds“ Wettbewerbs groß geschrieben und erfährt durch einen eigenen Sparda Jazz Youtube-Channel in diesem Jahr eine Erweiterung.

Das musikalische Programm der Leverkusener Jazztage ist breit gefächert und lebt von seinen Gegensätzen. Vom Solokünstler bis zur Big Band sind alle Formationen und Genres vertreten. Dieses Konzept wurde vom ehemaligen Festivalmanager Eckhard Meszelinsky über 20 Jahre entwickelt. Er hat der Stadt Leverkusen ein Juwel geschenkt, das sich ständig weiter entwickelt hat. Fabian Stiens wird das Konzept weiterführen und ausbauen.

2014 begeisterte Weltstar Gregory Porter bereits das Leverkusener Publikum vor ausverkauftem Haus. In diesem Jahr tritt er am Eröffnungstag des Festivals auf. Vor ihm spielt Multiinstrumentalist Jacob Collier. Am nächsten Abend findet die „Blues Night“ mit Popa Chubby und Walter Trout statt. Nach langem Kampf gegen eine lebensbedrohliche Krankheit ist Walter wieder zurück auf den Bühnen dieser Welt und bringt seinen Blues nach Leverkusen.

Candy Dulfer wird am 06.11.2016 zusammen mit Stefanie Heinzmann und Myles Sanko die Hauptbühne zum grooven bringen. Heinzmann stand schon lange Jahre auf der Liste der Wunschkünstler des Festivals und wird zeigen warum sie eine der wichtigsten Sängerinnen im deutschsprachigen Raum ist. The Return to Leverkusen heißt es am darauffolgenden Tag.

Zwei Legenden von „The Return to Forever“, Al Di Meola und Stanley Clarke werden am selben Abend auf der Forum-Bühne stehen, das gab es noch nie. Eröffnet wird der Festivaltag von der Formation Filou, sie gewannen im letzten Jahr die achte Ausgabe des „future sounds“ Wettbewerbs.

Wer afrikanische Rhythmen mag, Schlagzeuger oder Fan der WDR Big Band ist, wird am 09.11.2016 auf seine Kosten kommen. Billy Cobham, 72, wird abermals beweisen, dass er einer der Größten an seinem Instrument ist. Die WDR Big Band hat in diesem Jahr das Projekt „Musique D’Afrique“ mit dem marokkanischem Schlagzeuger Mokhtar Samba zusammengestellt.

Unter dem Motto „The New Generation of Jazz“ zeigen junge und talentierte Musiker wie der Pianist Robert Glasper, der Trompeter Christian Scott und die Lucky Chops mit ihren Formationen (10.11.2016) was die neue Generation des Jazz zu bieten hat. Gregor Meyle begeistert die Massen deutschlandweit und hat bewiesen das handgemachte und selbstgeschriebene Musik erfolgreich funktioniert. Sein fünftes Studioalbum wird im Herbst passend zum Konzert in Leverkusen veröffentlich. „Made in Germany“ heißt der letzte Freitag des Festivals. Mit dabei sind Andreas Kümmert, Max Mutzke und Henrik Freischlader, drei herausragende deutsche Künstler die allesamt schon im Scala Club vor ausverkauftem Haus begeistert haben.

Am nächsten Tag gib es eine Neuauflage der „Acid Jazz Night“ mit Incognito und The Brand New Heavies. Die 37. Leverkusener Jazztage werden dieses Jahr erstmal im Erholungshaus der Bayer Kultur abgeschlossen. Der ehemalige Festivalleiter Eckhard Meszelinsky bleibt dem Festival nicht nur als Berater treu, sondern wird mit der futuresounds Gewinnerband von 2013, DuckTapeTicket, dem Pianisten Christian Dellacher und dem Schlagzeuger Jan Niemeyer, seine Kompositionen in einem völlig neuen Gewand präsentieren. Schon fast als Tradition wird das deutschlandweit sehr erfolgreiche Tingvall Trio das Festival beenden.

Im Scala Club wird auch in diesem Jahr ein sehr vielfältiges Programm stattfinden. Am 05.11.2016 geht es los mit Wolf Maahn, der ein prägender Künstler der deutschen Musikgeschichte ist. Silje Nergaard wird den nächsten Tag im Opladener Scala bestreiten. Kennzeichnend für die sich zwischen Jazz und Popmusik bewegende Sängerin ist ihre bisweilen kindlich klingende Stimme, die jedoch mit einer hochentwickelten Gesangstechnik einhergeht.

Am Montag, 07.11.2016 kommt David Knopfler, Mitbegründer der Dire Straits und eine Legende im Rock in die ganz intime Clubatmosphäre. Joscho Stephan wird uns ein weiteres Mal beehren und entwickelt sich zum Stammgast im Scala Club. Erstmal bei den Leverkusener Jazztagen zu Gast ist Peter Protschka mit seinem Quartett und Rick Margitza. Eine weiter Stammgast-Formation, Quadro Nuevo, kommt am nächsten Tag mit ihrem neusten Programm „Tango“. Als Trompeter hat sich Nils Wülker auf nationaler Ebene einen sehr guten Namen gemacht und wird dies am 11.11.2016 dem Leverkusener Publikum beweisen. Die französische Akkordeonistin und Sängerin Lydie Auvray wird das Programm im Scala Club am Samstag, den 12.11.2016 beenden.

www.leverkusener-jazztage.de