Liegt gerne quer zum Mainstream: Simone Kermes. Foto: Sandra Ludewig

Liegt gerne quer zum Mainstream: Simone Kermes. Foto: Sandra Ludewig

Loblieder auf Europa

Das Klangvokal Musikfestival in Dortmund präsentiert in seiner neunten Ausgabe vom 28. Mai bis zum 25. Juni 2017 unter dem Motto „Heimat Europa“ musikalische Begegnungen mit Künstlern aus 30 Ländern.

Klangvokal-Direktor Torsten Mosgraber hat ein Programm mit Musik von Norwegen bis Zypern, von Großbritannien bis Russland zusammengestellt. Schwerpunkte im Programm bilden sechs Aufführungen mit Opernmusik vom 17. bis ins 20. Jahrhundert und sieben Veranstaltungen mit Chormusik vom 14. Jahrhundert bis heute.  
 
Den Reichtum der europäischen Vokalmusik in einem Festival zu bündeln erscheint Mosgraber aktueller denn je: „Nach unseren reizvollen musikalischen Ausflügen und Dialogen mit außereuropäischen Musikkulturen in den letzten Jahren möchten wir einmal deutlich machen, wie reich, vielfältig und spannend die europäische Musiklandschaft ist. So können wir uns einmal anders dem europäischen Gedanken widmen“.
 
Erneut sind viele der 22 Aufführungen Eigenproduktionen von Klangvokal oder Deutschlandpremieren. Zur Eröffnung des Festivals am 28. Mai im Konzerthaus Dortmund erklingt erstmals eine komische Oper im Festival: Bei Gioachino Rossinis „Le comte Ory“ debütieren in Dortmund der US-amerikanische Tenorstar Lawrence Brownlee in der Titelrolle, weitere internationale Top-Sänger und der junge italienische Maestro Giacomo Sagripanti am Dirigentenpult.

Mit der halbszenischen Aufführung von Henry Purcells Semi-Opera „King Arthur“, Händels „Acis and Galatea” (mit Marionettentheater) und Vivaldis Oper „Tamerlano“ sind gleich drei Barockopern zu erleben, die in Koproduktion mit renommierten Festivals aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien präsentiert werden. Dass Opernmelodien zu ihrer Entstehungszeit oft Schlager waren, werden Gesangsdiva Simone Kermes und ihr Special Guest, der Schlagersänger Roland Kaiser, im Konzerthaus Dortmund (18. Juni) unter Beweis stellen. Auch bei der Spanischen Nacht zum Festivalabschluss im Westfalenpark wird populäre Musik erklingen: Die Zarzuela, eine raffinierte Mischform zwischen Oper und Operette, ist in Spanien sehr beliebt, und bei Klangvokal wird dieser besondere Abend auch noch von einem abschließenden Feuerwerk gekrönt (25. Juni).
 
Das Fest der Chöre am 17. Juni rückt wieder die Dortmunder Chorlandschaft in den Mittelpunkt des Festivals: Beteiligt beim größten städtischen Chorfest Deutschlands sind über 130 Ensembles mit rund 4.000 Dortmunder Sängerinnen und Sängern, die auf OpenAir-Bühnen, an Singhaltestellen, in Kirchen, in der U-Bahn und in Geschäften der Dortmunder Innenstadt ein breites Spektrum vokaler Ausdrucksformen präsentieren.  
 
Jazz, Welt- und Popmusik sind im diesjährigen Programm von Klangvokal u.a. mit der polnischen Star-Jazzsängerin Anna Maria Jopek, dem spanisch-norwegischen Ensemble Hirundo Maris oder der zypriotischen Sängerin Vakia Stavrou vertreten.