Die Berliner Philharmoniker bei ihrem bislang letzten Saisoneröffnungskonzert. Foto: Monika Rittershaus

Die Berliner Philharmoniker bei ihrem bislang letzten Saisoneröffnungskonzert. Foto: Monika Rittershaus

Lunch, Diskurs, Lernort, Konzert

Wenn die Berliner Philharmoniker ihre neue Saison vorstellen, stellt die Branche die Ohren auf - und vernimmt mit Staunen: Der deutsche Edelklangkörper gibt sich ehrerweisend minimalistisch mit John Adams.

Nach einer Saison mit viel Klaviermusik kommt in der Saison 2016/2017 der Gesang zum Zuge. Neben Puccinis Tosca, die sowohl bei den Osterfestspielen in Baden-Baden, als auch in Berlin aufgeführt werden wird, stehen viele weitere Gesangswerke auf dem Programm. Im Opernbereich gibt es einen kleinen ungarischen Schwerpunkt mit György Ligetis Le Grand Macabre und Béla Bartóks Herzog Blaubarts Burg. Beide Werke erklingen unter der Leitung von Sir Simon Rattle. Ligetis Le Grand Macabre wird in der Inszenierung von Peter Sellars sowohl in der Berliner Philharmonie, als auch auf Reisen während der Ruhr-Residenz in Dortmund und Essen aufgeführt.

Sir Simon wird außerdem den ersten Akt von Richard Wagners Walküre, The Gospel According to the Other Mary von unserem Composer in Residence John Adams sowie eine neue Kinderoper von Andrew Norman dirigieren. Auch viele unserer Gastdirigenten widmen sich programmatisch dem Gesang. So wird Bernard Haitink Mahlers Lied von der Erde mit Christian Elsner und Christian Gerhaher leiten, Christian Thielemann die selten gespielte Messe Nr. 3 von Anton Bruckner zur Aufführung bringen und Riccardo Chailly das Requiem von Giuseppe Verdi dirigieren. Das weitere Programm finden Sie in unserer Saisonbroschüre sowie auf unserer Website.

Insgesamt sieben Uraufführungen sowie vier deutsche Erstaufführungen stehen auf dem Programm der nächsten Saison. Sowohl in der Philharmonie in Programmen der Berliner Philharmoniker und des Bundesjugendorchesters, als auch im Kammermusiksaal in Programmen von Orchestermitgliedern und Gästen werden Werke unter anderem von Thomas Adès, Andrew Norman, Wolfgang Rihm und Simon Holt uraufgeführt. Deutsche Erstaufführungen gibt es unter anderem von HK Gruber und Mark-Anthony Turnage. Die genauen Daten und Interpreten finden Sie in unserer Saisonvorschau und auf der Website.

Erstmals am Dirigentenpult der Berliner Philharmoniker gastieren in der Saison 2016/2017 Composer in Residence John Adams (15./16./17. September 2016) und Andrés Orozco-Estrada (18./19./20. Mai 2017). Als Instrumentalsolisten treten die Sitar-Spielerin Anoushka Shankar (4./5./6. März 2017 mit Zubin Mehta) sowie die Pianisten Daniil Trifonov (im Rahmen der Silvesterkonzerte mit Sir Simon Rattle) und Nikolai Lugansky (13./14./15. Oktober 2016 mit Tugan Sokhiev) erstmals mit unserem Orchester auf.

Der amerikanische Komponist und Dirigent John Adams ist in der Spielzeit 2016/2017 Composer in Residence. In fünf Konzertprogrammen erklingen Werke von John Adams, je einmal ist er als Dirigent eines Symphoniekonzerts (15., 16. und 17. September) und eines Kammerkonzerts (25. Januar 2017) zu erleben. Am 26., 27. und 28. Januar führen die Berliner Philharmoniker Adams’ Passionsoratorium in zwei Akten The Gospel According to the Other Mary auf. Die Berliner Philharmoniker spielen weitere Werke von Adams am 2., 3. und 4. Dezember 2016 sowie am 8., 9. und 10. Juni 2017.

Die Stiftung Berliner Philharmoniker lädt in der Saison 2016/2017 zwei Gastorchester ein: Das Bundesjugendorchester, Patenorchester der Berliner Philharmoniker, unter Alexander Shelley tritt am 16. Januar 2017 gemeinsam mit dem Bundesjugendballett auf, die Junge Deutsche Philharmonie unter der Leitung von Jonathan Nott ist am 12. März 2017 gemeinsam mit der Mezzosopranistin Michelle Breedt zu hören.

In 40 Konzerten im Kammermusiksaal sind philharmonische Ensembles, Solisten sowie die Orchester-Akademie der Berliner Philharmoniker, aber auch von der Stiftung Berliner Philharmoniker eingeladene Gastkünstler und Gastensembles zu erleben.
Zusätzlich hierzu finden 10 Kammerkonzerte in der Philharmonie statt:

Zwei „Late Night“-Konzerte (10. Dezember 2016 und 18. März 2017) fünf Orgelkonzerte
, ein Klavierrezital mit Maurizio Pollini (1. März 2017) und ein Liederabend mit Joyce DiDonato (30. Mai 2017), ein Jazz at Berlin Philharmonic (12. Juni 2017). In der Saison 2016/2017 werden im Foyer der Philharmonie jeden Dienstag um 13 Uhr insgesamt 41 Lunchkonzerte veranstaltet.

Der philharmonische Diskurs der Berliner Philharmoniker nimmt zukünftig ein zentrales Thema zum Anlass einer gründlichen Debatte – in der Saison 2016/2017 ist es die Frage nach den Zusammenhängen von Musik und Biografie. Dabei nähern wir uns dem Thema aus vier verschiedenen Blickwinkeln: aus dem des Interpreten (Igor Levit), des Wissenschaftlers (Daniel Ender), des Künstlers (Richard Wagner) und zuletzt dem des Biografen (Jens Malte Fischer).

Mit 4 Konzerten findet die seit vier Spielzeiten etablierte Reihe Jazz at Berlin Philharmonic in dieser Saison ihre Fortsetzung. Unter den Überschriften „,BIX – Eine Bix-Beiderbecke-Hommage“, „Alpen Jazz“, „Art of Duo“ und „Mediterraneo – Italienische Nacht“ sind Größen des internationalen Jazz und Mitglieder der Berliner Philharmoniker zu erleben.

Das Education-Programm der Berliner Philharmoniker umfasst unterschiedlichste Konzerte und Projekte, die Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Möglichkeiten bieten, Musik zu erleben, selbst aktiv zu werden, den Musikern des Orchesters und Gästen zu begegnen, Musik kreativ zu gestalten und dabei eigene künstlerische Fähigkeiten zu entdecken. Das Grundprinzip heißt: nah dran sein, mitmachen und ausprobieren dürfen!

Seit 14 Jahren durch die Deutsche Bank ermöglicht, wird die Philharmonie mit den Musikern des Orchesters zu einem Lernort, der in allen kulturellen und sozialen Bereichen der Gesellschaft wirkt und sich an verschiedene Altersstufen mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten und Begabungen wendet.

Rückblick: Die Stiftung Berliner Philharmoniker im Wirtschaftsjahr 2015

            -  140 Symphoniekonzerte mit den Berliner Philharmonikern, davon 102 Konzerte im Großen Saal und 38 Konzerte auf Tournee

            -  41 Konzerte im Kammermusiksaal

            -  94 % Auslastung im Großen Saal bei Eigenveranstaltungen; das entspricht über 227.000 
zahlenden Besuchern / verkauften Karten

            -  73 % Auslastung im Kammermusiksaal bei Eigenveranstaltungen, das entspricht 36.000 
zahlenden Besuchern / verkauften Karten

            -  375 Vermietungen des Großen Saals und Kammermusiksaals

            -  62,4 % Eigenfinanzierungsgrad (Abdeckung Aufwand durch eigene Einnahmen)