Mediales Kraftwerk für Musiker

Falk Grieffenhagen, Mitglied der legendären Band Kraftwerk, lehrt ab dem Wintersemester an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf. Dort unterrichtet er Visual Music. Die Studierenden lernen bei ihm, Musikvideos, Installationen und Computerspiele technisch umzusetzen.

Wie die gar nicht mehr so neuen "Neuen Medien" den gesamten künstlerischen Betrieb - oder genauer: dessen Darstellungsmechanismen - verändern, zeigt sich nun auch in einer Berufung der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf. Mit Falk Grieffenhagen kommt ein Mann, der den Blick auf die Musik programmatisch auf ihre Beziehung zu digitalen Bilderwelten hinterfragt. „Es geht hauptsächlich um Software“, sagt Grieffenhagen, der sich bei der Gruppe Kraftwerk um die Bildmedien auf der Bühne kümmert.

Zu Kraftwerk kam Grieffenhagen über einen Kollegen an der Robert Schumann Hochschule. „Der erste Kontakt wurde 2007 durch Heiner Rennebaum, Dozent für Jazz Gitarre, vermittelt. Ihn kenne ich durch viele gemeinsame musikalische Aktivitäten. Er wiederum hat mit meinem jetzigen Kollegen Fritz Hilpert, der seit dem Ende der 80er Jahre bei Kraftwerk ist, am Institut für Musik und Medien der Robert Schumann Hochschule studiert“, erzählt er. Auch Grieffenhagen war Student an der Robert Schumann Hochschule. Er erinnert sich an einen schweren Anfang.

„Da ich zu Beginn meines Studiums Defizite in Mathematik hatte, war die Zeit zunächst sehr vom Zerlegen großer Probleme in kleine lösbare Portionen geprägt. Dabei nicht das Ziel aus den Augen oder die Durchhaltekraft zu verlieren, war eine große Herausforderung.“ Im Studium beschäftigte er sich mit Computerprogrammierung und konnte sich dadurch vieles interaktiv verdeutlichen. „Mit Problemen umzugehen und Selbstmotivation zu entwickeln, ist immer das beste Handwerkszeug, um erfolgreich zu arbeiten“, sagt der 47-Jährige.