Boris Giltburg. Foto: Sasha Gusov

Boris Giltburg. Foto: Sasha Gusov

Mini Klavier-Festival Weser

„Auf schwarzen und weißen Tasten“ 2018 – Vier Klavierabende im Sendesaal Bremen mit Leif Ove Andsnes, Beatrice Rana, Artem Yasynskyy und Boris Giltburg

Im Januar 2018 präsentieren Bremen Zwei und der Sendesaal Bremen statt der gewohnten drei dieses Mal vier Konzerte der Reihe „Auf schwarzen und weißen Tasten“. Schon seit 1990 gibt es dieses kleine und feine Festival, bei dem viele renommierte Klavierkünstler aus der ganzen Welt auftreten – vom Starpianisten bis zu jungen und vielversprechenden Ausnahmetalenten.

Das Festival beginnt mit dem 1970 geborenen Norweger Leif Ove Andsnes. Andsnes nimmt im Sendesaal Bremen seine neue CD mit Werken von Frédéric Chopin auf und hat sich bereit erklärt, im Rahmen der Aufnahme ein Sonderkonzert am Donnerstag, dem 11. Januar 2018 zu geben. Leif Ove Andsnes ist der mit Abstand bekannteste Klassikkünstler aus Norwegen und seit Jahren zu Gast auf allen wichtigen internationalen Konzertpodien. Als Solist spielt er mit Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Mahler Chamber Orchestra oder dem London Phiharmonic und ist Kammermusikpartner von Künstlern wie Christian Tetzlaff, Marc-André Hamelin oder Matthias Goerne. Für seine mehr als 30 CD-Aufnahmen wurde Andsnes weltweit mit wichtigen Schallplattenpreisen ausgezeichnet und allein achtmal für den amerikanischen Grammy nominiert. Im Sendesaal wird der norwegische Weltstar Leif Ove Andsnes Stücke von Chopin spielen, u. a. dessen 4 Balladen.

Im zweiten Konzert am Samstag, dem 13. Januar 2018 wird die Italienerin Beatrice Rana ihr Bremer Debüt geben. Sie wurde 1993 in Copertino geboren und ist die im Moment wohl prominenteste und erfolgreichste Pianistin aus Italien. Ranas Karriere begann mit dem Gewinn des Klavierwettbewerbs im kanadischen Montréal 2011. Zwei Jahre später war sie Preisträgerin beim berühmten Van Cliburn-Wettbewerb in den USA und wurde von einem Major-Label unter Vertrag genommen. In den letzten Jahren hat Beatrice Rana zusammen mit Musikern wie Zubin Mehta, Placido Domingo oder Riccardo Chailly gearbeitet, und sie spielt mittlerweile weltweit auf allen wichtigen Konzertpodien. 2015 wurde Beatrice Rana auch zum „BBC New Generation Artist“ ernannt, und sie hat bereits einige viel beachtete CDs aufgenommen – zuletzt Bachs „Goldberg-Variationen“. Im Bremer Sendesaal wird sie Stücke von Schumann, Ravel und Strawinsky präsentieren.

Für das dritte Konzert am Mittwoch, dem 17. Januar 2018 kommt mit dem gebürtigen Ukrainer Artem Yasynskyy ein Bremer Lokalmatador in den Sendesaal. Der 1988 in Donezk geborene Virtuose hat an der Bremer Hochschule für Künste studiert und ist einer der international am meisten beachteten Musiker aus Bremen. Yasynskyy gewann Preise bei bedeutenden Wettbewerben in Italien, Japan und den USA, wo er 2015 erster Preisträger bei der „Cincinnati World Piano Competition“ wurde. Yasynskyy konzertiert weltweit und gab im Dezember 2016 sein Debüt in der New Yorker Carnegie Hall. Auch beim renommierten Husumer Festival „Raritäten der Klaviermusik“ war Yasynskyy 2016 zu Gast und wurde dort vom kenntnisreichen Publikum als „außergewöhnlicher Pianist mit großer Bandbreite“ gefeiert. Artem Yasynskyys CD-Einspielung mit selten gespielten Stücken von Josef Hofmann erhielt ebenfalls positive Kritiken. In diesem Jahr wird eine weitere Aufnahme mit Sonaten von Domenico Scarlatti erscheinen. Für sein Debüt im Bremer Sendesaal hat Artem Yasynskyy Werke von Scarlatti, Mozart, Beethoven, Hofmann und Prokofiev ausgewählt.

Das Finale des kleinen Festivals am Samstag, dem 20. Januar 2018 bestreitet einer der führenden Pianisten seiner Generation, der 1984 in Moskau geborene Israeli Boris Giltburg. Schon vor dem Gewinn des renommierten Königin-Elisabeth-Wettbewerbs in Brüssel 2013 war Giltburg als pianistische Ausnahmebegabung bekannt. Seit Jahren spielt er mit renommierten Klangkörpern wie dem London Philharmonic Orchestra, dem Philharmonia Orchestra, dem Israel Philharmonic Orchestra oder dem NHK Symphony Orchestra. Was deutsche Orchester betrifft, stehen nach Auftritten mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und dem hr-Sinfonieorchester u.a. Debüts mit dem WDR Sinfonieorchester Köln unter Jukka-Pekka Saraste und der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen unter Paavo Järvi bevor. Giltburg hat schon zahlreiche preisgekrönte CDs mit Musik von Beethoven, Schumann, Rachmaninow, Prokofiev oder Schostakowitsch aufgenommen. In Bremen wird der Pianist ein kühnes und forderndes Etüden-Programm spielen mit den „Transzendentalen Etüden“ von Franz Liszt und den kompletten Études-tableaux op. 39 von Sergej Rachmaninow.