Tonhalle Maag Zürich Visualisierung des Saals. Foto: Tonhalle Maag / spillmann echsle architekten

Tonhalle Maag Zürich Visualisierung des Saals. Foto: Tonhalle Maag / spillmann echsle architekten

Mit Beethovens Neunter ins Interim

In Rekordzeit von sieben Monaten entstand der Interimskonzertsaal des Tonhalle-Orchesters Zürich in einem alten Industriekomplex. In drei Jahren soll es zurück in die sanierte Tonhalle gehen.

Mit vier Eröffnungskonzerten Ende September 2017 eröffnet das Tonhalle-Orchester Zürich unter der Leitung von Chefdirigent Lionel Bringuier sowohl die Saison 2017/18 - wie auch seine Interims-Spielstätte. Nach nur sieben Monaten Bauzeit, wird die «Tonhalle Maag», von den Architekten Spillmann Echsle entworfen und geplant, in Zürich-West für drei Jahre das neue Zentrum für klassische Musik in der Limmatstadt sein. «Wir sind stolz darauf, in Rekordzeit einen hochwertigen Konzertsaal eröffnen zu dürfen und sind gespannt, wie dieser Ort von Künstlern und Publikum angenommen wird», so die Intendantin Ilona Schmiel.

An der Saisoneröffnung präsentiert sich auch erstmal der Creative Chair-Inhaber: der australische Komponist und Bratschist Brett Dean hat sich mit seinem Viola-Konzert ein Solo-Konzert auf den Leib geschneidert. Zur feierlichen Einweihung des Herzstückes der Tonhalle Maag, dem neuen Konzertsaal mit seinen 1220 Plätzen, wird Beethovens Neunte zu hören sein. Als Solisten treten Christiane Karg, Wiebke Lehmkuhl, Maximilian Schmitt und Tareq Nazmi auf. Für die optimale Akustik sorgte die renommierte Firma Müller BBM aus München, welche auch die Sanierung der Tonhalle beaufsichtigt.

Lionel Bringuier und Ilona Schmiel bestreiten ihre vierte Saison. Sie legen insgesamt 98 Programme vor und zeichnen sich verantwortlich für 201 Veranstaltungen am neuen Spielort wie auch verteilt in der Stadt Zürich. Bestehende Kooperationen werden vertieft und neue aufgebaut. So werden die Kammermusikreihen der Musikerinnen und Musiker des Tonhalle-Orchesters Zürich neu um 17 Uhr in der reformierten Johanneskirche am Limmatplatz stattfinden und die Kammermusik-Lunchkonzerte im Kaufleuten Zürich ihren Platz haben. Eine intensive Zusammenarbeit wird es auch mit der benachbarten Zürcher Hochschule der Künste geben. Dort finden nicht nur Einführungen statt, in zwei Meisterkursen gibt Brett Dean seine Erfahrungen als Solist und Orchestermusiker den Studierenden weiter.

An der Maag-Fabrikfassade wird während der Eröffnungstage eine Videoinstallation von pulp.noir zu sehen sein. Die Inszenierung an der Fassade spielt auf die Vergangenheit des Ortes an. Die Collage erinnert an eine Szene aus dem Film «Modern Times», in der sich Charlie Chaplin durch das Maschinengetriebe einer Fabrikanlage windet. Anstelle des Fabrikarbeiters mit dem Schraubenschlüssel, sind es nun Orchestermusiker, die sich mit ihren Instrumenten durch ein Zahnradgetriebe bewegen. Denn wo früher Zahnräder produziert wurden, greift heute das präzise Zusammenspiel der Musiker ineinander. Die Installation ist in Zusammenarbeit mit Swiss Re entstanden.

Das Tonhalle-Orchester Zürich öffnet am 30. September sein neues Zuhause und heisst alle willkommen, die ein Blick hinter die Kulissen werfen, das Haus erkunden und vor allem Musik erleben und hören wollen. Das kostenfreie Programm richtet sich an Familien, Klassikfans und Neugierige. Der Tag mit Führungen, Kammermusikkonzerten, Kinderprogramm und Podiumsgesprächen endet mit einem festlichen Konzert um 18.30 Uhr im neuen Konzertsaal. Das Konzert wird live auf den Maag-Platz übertragen.