Noch anderthalb Jahre, dann soll es hier wieder Oper geben: die Staatsoper unter den Linden. Bild: JS

Noch anderthalb Jahre, dann soll es hier wieder Oper geben: die Staatsoper unter den Linden. Bild: JS

Mit Fidelio aus dem Interim

Auf einer Pressekonferenz der Berliner Staatsoper stellten Intendant Jürgen Flimm und Generalmusikdirektor Daniel Barenboim das Programm der Spielzeit 2016/17 vor – der siebten und finalen Spielzeit im Schiller Theater.

Besondere Akzente setzen acht Premieren auf der großen Bühne, weitere fünf in der Werkstatt, darunter eine Uraufführung, sowie ein Sonderprojekt im Café Keese. Dazu kommen 20 Musiktheaterwerke aus dem Repertoire, mehr als 80 Konzerte, die 22. Ausgabe der FESTTAGE sowie zum 7. Mal INFEKTION! Festival für Neues Musiktheater. Insgesamt sind es über 280 Veranstaltungen plus zahlreiche Projekte der Jungen Staatsoper.

Die Eröffnungspremiere der Spielzeit am 3. Oktober ist eine Neuproduktion von Ludwig van Beethovens »Fidelio« unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim und in der Regie von Harry Kupfer, der erstmals seit 15 Jahren wieder an der Berliner Staatsoper inszeniert. Die künstlerische Zusammenarbeit von Harry Kupfer und Daniel Barenboim begann 1992 mit »Parsifal«, es folgten bis 2001 neun weitere gemeinsame Wagner-Neuproduktionen. Den bisherigen Höhepunkt der gemeinsamen Zusammenarbeit bildete die Aufführung des Wagner-Zyklus’ zu den Festtagen 2002.

Daniel Barenboim dirigiert Richard Strauss’ »Elektra«, die letzte Operninszenierung von Patrice Chéreau, die nun als Koproduktion mit u. a. der Mailänder Scala, der Met Opera und Aix-en-Provence erstmals in Berlin zu sehen sein wird, mit u. a. Evelyn Herlitzius in der Titelpartie. Gemeinsam mit Wim Wenders, der damit sein Opernregiedebüt gibt, erarbeitet Daniel Barenboim Georges Bizets »Les pêcheurs de perles | Die Perlenfischer«.

Zu den weiteren Premieren der Spielzeit 2016/17 zählen Jürgen Flimms Inszenierung von Giacomo Puccinis »Manon Lescaut«, eine Koproduktion mit dem Mikhailovsky Theater Sankt Petersburg (ML: Mikhail Tatarnikov) und Hector Berlioz’ »La damnation de Faust«, inszeniert von »Monty Python«-Mitbegründer Terry Gilliam und dirigiert von Sir Simon Rattle. Sven-Eric Bechtolf deutet Henry Purcells »King Arthur« mit Sängern und Schauspielern neu, musikalisch geleitet von René Jacobs, der damit seine 24. Produktion an der Staatsoper realisiert. Erstmals in Berlin zu sehen ist die Koproduktion mit der Staatsoper Stuttgart von Wolfgang Rihms »Jakob Lenz« in der Regie von Andrea Breth mit Georg Nigl in der Titelpartie (ML: Franck Ollu) – in der Kritikerumfrage der »Opernwelt« 2015 zur Aufführung des Jahres gewählt. Die FESTTAGE-Premiere 2017 ist Richard Strauss’ »Die Frau ohne Schatten«, inszeniert von Claus Guth und musikalisch geleitet vom Ehrendirigenten der Staatskapelle Berlin, Zubin Mehta.

Im Rahmen von INFEKTION! gestalten Jürgen Flimm und Isabel Ostermann darüber hinaus einen Musiktheaterabend unter dem Titel »Ort der Sehnsucht« im Café Keese in der Bismarckstraße 108, mit Sängern des Staatsopernchors, Musikern, Tänzern und Schauspielern.
Daniel Barenboim wird 2016/17 neben den drei Premieren bei Giuseppe Verdis »Macbeth« mit Plácido Domingo in der Titelrolle sowie bei Richard Wagners »Parsifal« als Festtage-Wiederaufnahme am Pult der Staatskapelle Berlin zu erleben sein. Vier Wiederaufnahmen von Inszenierungen von Jürgen Flimm stehen mit Glucks »Orfeo ed Euridice«, Mozarts »Le nozze di Figaro«, Händels »Il trionfo del Tempo e del Disinganno« und der Werkstatt-Produktion »Wissen Sie, wie man Töne reinigt? Satiesfactionen« auf dem Programm. Weitere Highlights aus dem Repertoire sind u. a. Janáceks »Katja Kabanowa« mit Sir Simon Rattle am Pult, Wagners »Tannhäuser«, geleitet von Simone Young, und Puccinis »Tosca« mit Angela Gheorghiu in der Titelpartie.

Zu den großen Sängerpersönlichkeiten der kommenden Spielzeit gehören u. a. Cecilia Bartoli, Piotr Beczala, Johan Botha, Ildebrando D’Arcangelo, Plácido Domingo, Burkhard Fritz, Angela Gheorghiu, Thomas Hampson, Evelyn Herlitzius, Jonas Kaufmann, Wolfgang Koch, Magdalena Kožená, Christopher Maltman, Waltraud Meier, Liudmyla Monastyrska, Georg Nigl, Camilla Nylund, René Pape, Olga Peretyatko, Adrianne Pieczonka, Anna Prohaska, Dorothea Röschmann, Matti Salminen, Fabio Sartori, Andreas Schager, Erwin Schrott, Falk Struckmann, Iréne Theorin, Michael Volle und Eva-Maria Westbroek.

Die Staatskapelle Berlin spielt in Berlin 16 große Sinfoniekonzerte mit acht Programmen in der Philharmonie und im Konzerthaus. Zehn von ihnen stehen unter der Leitung von Daniel Barenboim, der 2016/17 seit 25 Jahren an der Spitze des Orchesters steht. Die weiteren großen Orchesterkonzerte werden geleitet von Paavo Järvi, Zubin Mehta und Lahav Shani. Als Solisten sind Lang Lang, Radu Lupu, Piotr Anderszewski (Klavier), Lisa Batiashvili (Violine) sowie die Sopranistin Julia Kleiter, Tenor Benjamin Bernheim und Bass René Pape zu erleben.

Mezzosopranistin Cecilia Bartoli wird bei einem Benefizkonzert zugunsten der Sanierung der Staatsoper Unter den Linden gemeinsam mit der Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim Werke von Wolfgang Amadeus Mozart und Joseph Haydn aufführen. Die Festtage umfassen ein Konzert der Wiener Philharmoniker (mit einem Mozart-Schönberg-Programm), zwei Konzerte der Staatskapelle Berlin mit den Solisten Anne-Sophie Mutter und Radu Lupu sowie ein Duo Recital mit Martha Argerich und Daniel Barenboim.

Im neuen Pierre Boulez Saal steht ein Zyklus mit sämtlichen Schubert-Sinfonien, gespielt von der Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Daniel Barenboim, auf dem Programm. Darüber hinaus werden ein Weihnachtskonzert mit dem Kinderchor der Staatsoper und der Staatskapelle, »Klimakonzerte« des »Orchester des Wandels«, Kammerkonzerte mit Mitgliedern der Staatskapelle und ihren Gästen im Bode-Museum und im Gläsernen Foyer des Schiller Theaters stattfinden. Das Gläserne Foyer ist überdies der Ort für Liedrecitals mit Solisten des Hauses, für Kinderkonzerte sowie für das zweite Symposion »450 Jahre Staatskapelle Berlin«. Die Konzertreihe »Preußens Hofmusik« ist an einer neuen Spielstätte, dem Weißen Saal im Schloss Charlottenburg, angesiedelt.

www.staatskapelle-berlin.de
www.staatsoper-berlin.de.