Musica Canterey. Foto: Tobias Mrzyk

Musica Canterey. Foto: Tobias Mrzyk

Mit Luther ins Luther-Jahr

„So sie’s nicht singen, glauben sie es nicht“, wird Martin Luther (1483-1546) zitiert. Im Hinblick auf das 500. Reformationsjubiläum im Jahr 2017 widmet sich die Musica Canterey Bamberg bereits 2016 zu den 15. Tagen Alter Musik Bamberg, vom 26. bis 29. Mai 2016, dem Werk Luthers und seinem Nachwirken.

 

Luther  schätzte  die  Tonkunst  sehr,  stand  mit  einigen  Musikschaffenden  in  direktem  Kontakt  und erneuerte auch selbst die Kirchenmusik seiner Zeit. Die viertägige Veranstaltungsreihe der Musica Canterey  Bamberg  vermittelt  ein  breites  Spektrum  der  Musik  des  frühen  16.  Jahrhunderts  und erschließt die musikalischen Auswirkungen bis in das 19. Jahrhundert hinein.

Es erklingen sowohl eigene Liedschöpfungen  und Choräle Martin Luthers  als auch Vertonungen von Zeitgenossen  wie Ludwig Senfl und Johann Walther; darüber hinaus gilt es auch den Nachwirken seiner Sprache in faszinierenden Chorwerken und Instrumentalbearbeitungen von der Renaissance bis zur Romantik, u. a. von Heinrich Schütz, Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy, nachzuspüren.  

Den  Auftakt  der  15.  Tage  Alter  Musik  Bamberg  macht  das  Vokalensemble  der  Musica  Canterey Bamberg  in  einem  unterhaltsamen  Gesprächskonzert  über  das  musikalische  Wirken  Luthers  im Kapitelsaal  St.  Stephan.  Am  zweiten  Konzertabend  beleuchtet  der  versierte  Chor  der  Musica Canterey  Bamberg  gemeinsam  mit  Regionalkantor  Karl-Heinz  Böhm  (Orgel)  und  einem Bläserquartett  auf  historischen  Instrumenten  (Zink,  zwei  Posaunen  und  Dulzian)  ein  breites musikalisches  Spektrum  aus  fünf  Jahrhunderten. 

Am  letzten  Konzertabend  in  der  Stephanskirche präsentiert  das  renommierte  Vokalensemble  „Stimmwerck“  aus  München  Kompositionen  u.  a. von Ludwig Senfl, Josquin Desprez und Heinrich Isaac.  Ergänzt  werden  die  drei  Konzertabende  der  15.  Tage  Alter  Musik  von  einem  unterhaltsamen Theaterabend  im  neugestalteten  Innenhof  St.  Stephan  mit  zwei  Fastnachtsspielen  von  einem  der größten  Anhänger  Luthers,  Hans  Sachs  aus  Nürnberg.  Bekannte  Laiendarsteller  aus  dem Bamberger Raum hauchen dem „religiösen Kabarett“ der Reformationszeit wieder neues Leben ein. Musikalisch  wird  das  Spektakel  von  sechs  Spezialisten  historischer  Aufführungspraxis,  dem Bläserensemble „Capella de la Torre“ aus Berlin, gestaltet.