Les haulz et les Bas. Foto: Les haulz et les Bas

Les haulz et les Bas. Foto: Les haulz et les Bas

Mittelalterliche Stimmung in der Pfalz

Bereits seit 1999 präsentiert die Konzertreihe Via Mediaeval des Kultursommers Rheinland-Pfalz mit Musik des Mittelalters ein „lebendiges“ Kulturerbe. Vom 2. September bis zum 3. Oktober 2018 wirft sie unter der Überschrift „Europa“ den Blick auf die Entstehung der europäischen Musikkultur im Mittelalter.

Bei den Konzerten der Reihe „Via Mediaeval – Musik und Räume des Mittelalters“ kann man in einmaliger Kombination hochkarätige Ensembles der Frühen Musik an authentischen Stätten in der Pfalz erleben. An fast allen Orten finden vor den Konzerten kostenfreie Führungen statt. Die Programme werden nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft entwickelt und auf künstlerisch höchstem Niveau präsentiert. Die Klangreise beginnt mit John Potter (ehem. Hilliard-Ensemble) und dem Conductus-Ensemble aus England. Ihr Programm „Heilige, Sünder und die heilige Jungfrau Maria“ ist in Zusammenarbeit mit dem Festival wunderhoeren am 2. September in der Wormser Magnuskirche zu hören. Der „Tag des offenen Denkmals“ (9. September) wird mit einem Klosterhoffest in Klingenmünster gefeiert: Die beiden Ensembles Les Haulz et les Bas und sequentia (Benjamin Bagby und Norbert Rodenkirchen) spielen und singen nachmittags jeweils eigene Konzerte mit Bläsermusik aus der Zeit des Konstanzer Konzils und mit frühmittelalterlicher geistlicher Dichtung. Zum Abschluss präsentieren sie ein gemeinsames Programm unter der Überschrift „Consonancia“ mit verlorengeglaubten Liedern und Instrumentalstücken des  9. und 11. Jahrhunderts. Im Laufe des Tages werden mehrere Klosterführungen angeboten.

Das Ensemble Tasto Solo lädt am 14. September im St. Fabianstift, Hornbach, das Publikum zu einem Spaziergang durch die Toskana mit Meisterwerken der italienischen Musik des Mittelalters im 14. Jahrhundert ein. Es erklingt Musik von Francesco Landini, einem Zeitgenossen von Guillaume de Machaut. Die Mehrstimmigkeit der Ars antiqua und Ars nova kann man mit Werken der Notre-Dame-Schule und Musik von Léonin und Pérotin am 16. September in der Krypta des Speyrer Doms mit dem französischen Ensemble Musica Nova genießen.

Ein besonderes Erlebnis wird wieder die „Romanische Nacht“ in der Abteikirche Otterberg, einem beeindruckenden Bauwerk der Zisterzienser, werden. In einem Doppelkonzert am 22. September geht das Ensemble Vox Nostra auf Spurensuche nach der „Erfindung der Mehrstimmigkeit in Europa“ und das Ensemble Per-Sonat stellt die auf Schlichtheit und Purismus bedachte Musik der Zisterzienserinnen vor. Zum Abschluss der Reihe am 3. Oktober in der Abteikirche St. Maria in Offenbach-Hundheim entführt das Ensembles Ex Silentio aus Griechenland in die weitgehend unbekannte Klangwelt, in der am Hof von Thessaloniki provenzalische Troubadoure ihre Dichtkunst und Musik pflegten.   

www.via-mediaeval.de