Das Logo von OPER.A 20.21, das in Norditalien versucht, zeitgenössische Oper unter die Leute zu bringen.

Das Logo von OPER.A 20.21, das in Norditalien versucht, zeitgenössische Oper unter die Leute zu bringen.

Modernes in Bozen und Trient

Matthias Lošek, der ehemalige Leiter von Wien Modern und „Kunst aus der Zeit“ der Festspiele Bregenz, ist im vergangenen Jahr angetreten, der zeitgenössischen Musik in Italien Raum zu verschaffen. Bisher klappt's.

„Kein anderes Opernhaus kann eine derart große Dichte an zeitgenössischer Oper bieten“, so Matthias Lošek, der künstlerische Leiter von OPER.A 20.21 der Stiftung Haydn von Bozen und Trient. In der zweiten von Lošek kuratierten Saison, die nun startet, stehen vier Opern zeitgenössischer Komponisten auf dem Programm, davon drei in italienischer Erstaufführung.

„Unsere neue Spielzeit steht unter dem Motto „Liebe und andere Grausamkeiten. Wir begegnen vor allem Komponisten aus der Gegenwart, mit denen wir Geschichten und Erfahrungen „im Hier und Jetzt“ austauschen wollen“, erklärt der künstlerische Leiter.

Ergänzt wird der Spielplan durch ein Meisterwerk von Wolfgang Amadeus Mozart. In der vergangenen Spielzeit waren u.a. österreichische Produktionen von netzzeit und der Neuen Oper Wien zu Gast in Bozen und Trient. Diese künstlerische Achse soll in den kommenden Jahren ausgebaut werden. Für die Stiftung Haydn ist die Neuausrichtung zur Musik der Gegenwart ein wichtiger Schritt in die künstlerische Zukunft des Haydn Orchesters, so Präsidentin Chiara Zanoni: „OPER.A 20.21 ist keine traditionelle Opernsaison, sondern ein Projekt, das von der vielfältigen Erfahrungswelt des zeitgenössischen Musiktheaters des 20. und 21. Jahrhunderts zeugt und in dem auch unser Orchester eine wichtige Rolle einnimmt. Überzeugt und entschlossen gehen wir diesen Weg weiter im Bewusstsein, dass nur in der stetigen Auseinandersetzung mit der Gegenwart Oper eine lebendige und eine dynamische Kunstform bleibt.“

Die neue Spielzeit wird am 7. und 9. Oktober im Stadttheater Bozen mit "Written on Skin" eröffnet. Eine Oper, mit der der britische Komponist George Benjamin und der Librettist Martin Crimp 2012 einen Sensationserfolg landeten. Die musikalische Leitung übernimmt Rossen Gergov, für die Regie zeichnet Nicola Raab verantwortlich.

Passend zur Weihnachtszeit wird im Teatro Sociale in Trient am 2. und 4. Dezember eine musikalische Version von "A Christmas Carol" aufgeführt. Der aufstrebende britische Komponist Iain Bell und der Librettist Simon Callow greifen den berühmten Märchenstoff von Charles Dickens auf. Am Pult steht James Southall, Regie führt Polly Graham. Am 3. und 5. März kommt im Stadttheater Bozen "The Raven" zur Aufführung, eine Kammeroper des Japaners Toshio Hosokawa. Hosokawa vertonte eines der berühmtesten Gedichte Edgar Allan Poes, Der Rabe. Die Musikalische Leitung übernimmt Yoichi Sugiyama, die Inszenierung Luca Veggetti.

Mit Mozarts Meisterwerk "Le nozze di Figaro" wird nach "Don Giovanni" und "Così fan tutte" am 1. und 2. April im Stadttheater Bozen der Da-Ponte-Zyklus abgeschlossen. In der Inszenierung der Oper Leipzig katapultiert Regisseur Gil Mehmert die Mozartoper in die 1960er-Jahre. Das Haydn Orchester leitet Enrico Calesso. Die Spielzeit 2016/17 endet am 5. und 7. Mai im Teatro Sociale in Trient mit einer weiteren zeitgenössischen Erfolgsoper, "Quartett" von Luca Francesconi. In Trient wird Quartett in der Inszenierung des Royal Opera House von London, unter der musikalischen Leitung von Patrick Davin und der Regie von John Fulljames gezeigt.

Zum ersten Mal kann sich die Stiftung Haydn über die Unterstützung von OPER.A 20.21 der Ernst von Siemens Musikstiftung München freuen, die jährlich herausragende Projekte mit einer Förderung auszeichnet.

www.haydn.it