Spielen Monteverdi oder so: Ensemble Venexiana. Foto: Kaupo Kikkas

Spielen Monteverdi oder so: Ensemble Venexiana. Foto: Kaupo Kikkas

Monteverdi-"Sensation" in Dortmund

Eine "musikhistorische Großtat" kündigt das Festival Klangvokal in Dortmund an. Claudio Monteverdis Oper „L'Arianna" kehre nach 400 Jahren zurück auf die Weltbühne, heißt es in einer Ankündigung.

Eigentlich sind nur drei Opern von Claudio Monteverdi erhalten geblieben. Doch nun werde für Liebhaber des Barockkomponisten ein Traum wahr, kündet es aus Dortmund: Seine „Arianna" kommt im Rahmen des 10. Klangvokal Musikfestivals in Dortmund in öffentlicher Welturaufführung auf die Bühne des Orchesterzentrums NRW.

Zu verdanken ist dies dem Einsatz des italienischen Ensembles „La Venexiana" und dessen Leiter Claudio Cavina. Eine Musikwelt ohne die Opern Claudio Monteverdis ist kaum denkbar. Schließlich stammen einige der wichtigsten Werke aus der Frühzeit des Musiktheaters aus der Feder des italienischen Meisters. Kompositionen wie „L'Orfeo" (1607), „Il ritorno d'Ulisse in patria" (1641) und „L'incoronazione di Poppea" (1642) bilden jeweils auf ihre ganz eigene Art einen in Ton gesetzten Kosmos menschlicher Gefühle zwischen Liebe und Verachtung, Güte und Boshaftigkeit, Klugheit und Ignoranz und haben sich so einen festen Platz im Herzen eines jeden Opernliebhabers erobert.

Umso tragischer ist es, dass nur drei Opern des Italieners überliefert sind. Sicher ist, dass der Maestro zwei weitere komponiert hat: „L'Arianna" (1608) für den Hof von Mantua und „Le nozze di Enea con Lavinia" (1641) für ein Theater in Venedig. Wissenschaftler und Liebhaber der Musik Monteverdis hoffen, dass vielleicht doch noch eine der verschollenen Opern auftaucht. Doch die Chancen tendieren nahezu gen null.

Trotzdem haben die Besucher von Klangvokal nun die Möglichkeit, „L'Arianna" zu hören. Zu verdanken haben sie es dem italienischen Ensemble „La Venexiana" und seinem künstlerischen Leiter Claudio Cavina, der die Oper einfühlsam und gekonnt rekonstruiert hat. Erhalten ist lediglich das berühmte Lamento der Titelheldin. Fehlende Teile der Partitur ersetzte Cavina dabei mittels Auszügen aus erhaltenen Werken des großen Meisters sowie eigener Kompositionen, die sich an Monteverdis frühem Stil orientieren. „L'Arianna" wurde 1608 bei der Hochzeit des Herzogs von Mantua Francesco IV. Gonzaga mit Isabella von Savoyen uraufgeführt.