Regula Mühlemann. Foto: Henning Ross/Sony

Regula Mühlemann. Foto: Henning Ross/Sony

Mozarts besondere Freundschaften

Das bedeutendste Mozartfestival der Welt in Salzburg eröffnet das Musikjahr 2020: im Zentrum stehen Mozarts besondere Freundschaften und seine Werke für Bläser.

Rolando Villazóns zweite Mozartwoche rückt die Werke Wolfgang Amadé Mozarts in den Vordergrund, die er eigens für Blech-und Holzbläser komponiert hat. "Für meine Mozartwochen gilt das Motto 'Mozart pur' ́ verbunden mit jeweils einem speziellen musikalischen Schwerpunkt, den wir jedes Jahr neu setzen. Es geht darum, das unglaublich reichhaltige Œuvre Mozarts in all seiner Vielfalt zu erkunden und zu präsentieren. 2020 stehen die Blasinstrumente im Mittelpunkt", erläutert Intendant Rolando Villazón und fügt hinzu: "Dieses Jahr nähern wir uns auch den besonderen Freundschaften Mozarts an, die diese Meisterwerke hervorgebracht haben. Wir sind auf einer gemeinsamen Reise und tauchen ein in Mozarts Welt. Dabei kann man wundervolle Schätze entdecken  - das weiß ich aus persönlicher Erfahrung."

Die Mozartwoche 2020 bietet rund 60 Veranstaltungen, darunter drei szenische Bühnenprojekte, eine konzertante Opernaufführung, Orchesterkonzerte, Kammermusik, Tanz und vieles mehr. Mozarts Freundschaften mit Zeitgenossen wie Anton Stadler, Joseph Leutgeb, Ferdinand Dejean und Friedrich Ramm sind einzigartige Werke für Holz-und Blechbläser zu verdanken. Bei der Mozartwoche 2020 werden vier unbestrittene Meister ihrer Instrumente und renommierte Interpreten von Mozarts Werken die großen Solistenkonzerte und ausgewählte Kammermusik präsentieren: Andreas Ottensamer spielt das sublime Konzert für Klarinette und das Stadler Quintett, Radek Baborák alle vier Hornkonzerte sowie das Hornquintett, Emmanuel Pahud spielt beide Flötenkonzerte und François Leleux das Oboenkonzert sowie ein Kammermusikprogramm mit Les Vents Français.

Drei prominente Freunde Mozarts von heute werden 2020 ebenfalls im Mittelpunkt stehen und so die Tradition der Mozartwoche fortsetzen, die weltbesten Mozart-Interpreten nach Salzburg zu holen. Mitsuko Uchida setzt ihren Mozartschen Reigen mit dem Mahler Chamber Orchestra fort. Sir András Schiff beginnt mit Le nozze di Figaro einen neuen, konzertanten Da Ponte-Zyklus mit seiner Cappella Andrea Barca und einem herausragenden Sänger-Ensemble. Daniel Barenboim eröffnet zusammen mit den Wiener Philharmonikern einen Zyklus mit Mozarts letzten zehn Symphonien und den letzten acht Klavierkonzerten, der sich über die nächsten vier Jahre erstreckt.

Das große Bühnenprojekt der Mozartwoche 2020 bringt eine spannende Konstellation ins Haus für Mozart: Der gefeierte Regisseur, Theaterautor, Maler, Bühnenbildner und Videokünstler Robert Wilson inszeniert Der Messias KV 572, eine Bearbeitung Mozarts von Händels Oratorium. Marc Minkowski, ein enger Freund der Mozartwoche und ehemaliger künstlerischer Leiter, kehrt zurück, um das Oratorium mit seinen Musiciens du Louvre aufzuführen. Neben dem Messias bietet die Mozartwoche 2020 zwei weitere Bühnenprojekte: Pùnkitititi!, ein Werk, das der Künstler Doug Fitch speziell für das Salzburger Marionettentheater konzipiert und geschaffen hat, und Mozart Moves! -Sieben Dramolette, eine Kreation, die Intendant Rolando Villazón im Landestheater mit sieben Originalwerken der Schriftsteller Martha Batiz, John von Düffel, Tom Holloway, Shlomo Moskovitz, Guadalupe Nettel, Éric-Emmanuel Schmitt und Jorge Volpi in Szene setzen wird. Sie sind von Divertimenti inspiriert, die Mozart ausschließlich für Blasinstrumente komponierte.

Eine hochkarätige Riege von Dirigenten wird 2020 am Pult stehen: Kristiina Poska kehrt zurück, um das Eröffnungskonzert mit dem Mozarteumorchester Salzburg und einer Auswahl junger Solisten in einem Programm zu dirigieren, das die musikalischen Themen der Jahre 2019 und 2020 verbindet. Andrew Manze leitet das Chamber Orchestra of Europe, Christina Pluhar gibt ihr Salzburger Debüt mit ihrem Ensemble L'Arpeggiata und interpretiert ein weiteres von Mozart überarbeitetes Händel-Oratorium, Andrea Marcon und La Cetra spielen die c-Moll-Messe, Riccardo Minasi leitet ein Akademiekonzert und Lahav Shani dirigiert die Wiener Philharmoniker und spielt das Klaviersolo in einem Programm, das auch zwei der jungen Solisten des Orchesters in Mozarts Konzert für Flöte und Harfe vorstellt.

Daniel Harding dirigiert das Mahler Chamber Orchestra in einer Abschlussgala, die den musikalischen Schwerpunkt der Mozartwoche 2020 feiert und zugleich das Thema des Jahres 2021 ankündigt. Die Kammermusik wird bei der Mozartwoche seit Anbeginn mit höchstem Anspruch liebevoll gepflegt: So werden 2020 unter anderem Les Vents Français, das Kodály String Quartet und Éric Le Sage, Solisten des Chamber Orchestra of Europe, das Armida Quartett und Mathilde Calderini, Solisten der Akademie für Alte Musik, Mojca Erdmann, das Takács-sowie das Ebonit Saxophone Quartet und Kristian Bezuidenhout auf der Bühne stehen. Unter den Gesangssolisten ist auch Regula Mühlemann (Foto).

Das beliebte Format Briefe und Musik, das 2019 Premiere feiert, wird fortgesetzt. In 2020 liest der Schauspieler Florian Teichtmeister aus Briefen, die Mozart an seine Freunde geschrieben hat, während Paul Montag und Hugues Borsarello den freundschaftlichen Briefverkehr mit Sonaten auf Mozarts Originalinstrumenten begleiten. Wie schon 2019 wird die Mozartwoche auch 2020 auf verschiedenen Bühnen Salzburgs präsent sein, darunter mit zwei neuen Programmen: Mozart in the Wind, entwickelt und aufgeführt von Florian Willeitner und dem Pool of Invention Ensemble in der SZENE Salzburg sowie Les Sourds-Doués aus Frankreich, die mit einer spritzigen Blech-und Holzbläsershow im OVAL -Die Bühne im EUROPARK zu Gast sind. Als Aufführungsort neu dazu kommt 2020 das Dom-Quartier, in dem gleich zwei Veranstaltungen stattfinden: ein Vortrag des Publizisten Gerardo Kleinburg mit musikalischer Begleitung sowie ein Künstlergespräch zwischen Rolando Villazón und Florian Teichtmeister.

Eine Vielzahl von Zusatzaktivitäten ergänzen das Programm der Mozartwoche 2020: Intendant Rolando Villazón wird mit einer Gruppe Mariachis dem großen Komponisten zu seinem Geburtstag ein Ständchen bringen, außerdem wird in die ARGEkultur zu einer Lotería Mozartiana geladen, einem Mozartschen Spiel nach Art der mexikanischen Lotería, durchsetzt mit Sätzen aus Mozarts Ein musikalischer Spaß. Meisterkoch Alfons Schuhbeck kredenzt wieder ein opulentes Festmahl aus der Zeit Mozarts, diesmal in Zusammenarbeit mit dem Stiftskulinarium St. Peter. Hinzu kommen noch Filmvorführungen sowie Gespräche mit Künstlern und Mozart-Experten.