Blick nach oben im Innern der Elbphilharmonie. Foto: Johannes Arlt

Blick nach oben im Innern der Elbphilharmonie. Foto: Johannes Arlt

Musik geht an die weiße Haut

Die Hamburger bleiben dabei: In einem Jahr soll die Elbphilharmonie eröffnet werden. Jetzt wird ein wichtiger Zwischenschritt gemeldet: Die weiße Haut, also das Oberflächenmaterial im Inneren, das die Akustik entscheidend prägt, ist installiert.

  Bevor in weniger als einem Jahr die ersten Töne in der Elbphilharmonie Hamburg erklingen, hat das Konzerthaus am 31. Januar 2016 den nächsten Meilenstein hin zu einer überwältigenden Akustik erreicht: Wie im Rahmen der Neuordnung des Projektes vereinbart, wurde die Weiße Haut vertragsgemäß fertiggestellt. Im Zuge des Bauablaufs werden lediglich noch letzte Arbeiten an der innovativen, rund 6.000 Quadratmeter großen Wand- und Deckenverkleidung vorgenommen. Dies betrifft insbesondere den Einbau der Orgel, der aktuell in vollem Gange ist.

Kultursenatorin Prof. Barbara Kisseler: „Mit dem Erreichen des letzten Zwischentermins bis zur Eröffnung am 11. und 12. Januar 2017 liegen wir nun voll im Zeitplan. Dies ist das Ergebnis einer ausgezeichneten Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten, seit der kompletten Neuordnung des Projektes vor gut drei Jahren. Auch wenn wir erst in einem knappen Jahr den überwältigenden Klang in der Elbphilharmonie Hamburg genießen können, wird bereits jetzt sichtbar, was für ein architektonisches Juwel mit der Elbphilharmonie in Hamburg entsteht.“

Für die hervorragende Akustik im Konzertsaal ist neben der Geometrie des Raumes und den Materialien auch die Oberflächenstruktur entscheidend. Diese spezifische Oberflächenstruktur der Wände und Decken wurde von Herzog & de Meuron durch ausführliche Materialrecherchen und in zahlreichen Formstudien und Mustern in enger Abstimmung mit dem japanischen Akustiker Yasuhisa Toyota von Nagata Acoustics entwickelt und von HOCHTIEF realisiert. Die Weiße Haut ist eine der vielen Innovationen und komplexen Entwicklungen in der Elbphilharmonie Hamburg.

Jacques Herzog vom Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron: „Entscheidend für die Qualität der Akustik ist die Verbreitung des Schalls im Konzertsaal. Dafür müssen die Geometrie des Raumes, die verwendeten Materialien und die Oberflächenstruktur optimal aufeinander abgestimmt werden. Es sind diese besondere Struktur und der fließende Übergang zwischen Wänden und Decke, die dem Konzertsaal etwas Naturhaftes verleihen.“

Beate Cornils, Projektleiterin HOCHTIEF: „Der Einbau der Weißen Haut war auch für die Ingenieure und Handwerker eine große Herausforderung. Von den rund 10.000 Platten aus Gips und Papier, die jeweils im Durchschnitt 70 Kilogramm wiegen, sieht keine aus wie die andere und jede musste ihren Platz an der komplexen Unterkonstruktion finden, um sich zu dem beeindruckenden Ganzen zu fügen. Bereits jetzt wurde mit dem Einbau der Orgel begonnen, sodass wir uns mit großen Schritten der Fertigstellung der Elbphilharmonie nähern.“

Das Weinberg-Prinzip des Großen Saals stellt dabei auch eine besondere Nähe zwischen Publikum und Künstlern her: Mit maximal 30 Metern Abstand zwischen dem Dirigenten und den Zuschauern ist in der Elbphilharmonie Hamburg Musik so nah wie in kaum einem anderen Haus weltweit.

Generalintendant Christoph Lieben-Seutter: „Mit der Fertigstellung der Weißen Haut bestätigt sich einmal mehr die Einmaligkeit des Großen Saales, dem Herzstück der Elbphilharmonie. Der räumliche Eindruck ist phantastisch. Der Saal wirkt gleichzeitig intim und großzügig, seine organische Form macht ihn zu einem idealen Ort für große künstlerische Erlebnisse.“