Oni Wytars in voller Besetzung Foto: Oni Wytars

Oni Wytars in voller Besetzung Foto: Oni Wytars

Musik in der Lutherstadt

In diesem Jahr steht das Wittenberger Renaissance Musikfestival unter dem Motto »Von Wittenberg in die eine Welt«. In Anlehnung an das aktuelle Themenjahr der Lutherdekade wird auch der Frage nachgegangen, wie sich die Musik der Reformation in die Welt verbreitet und weiterentwickelt hat.

Mit 12 Konzerten, 11 Workshops, demTanzball und der Instrumentenausstellung präsentiert sich das Wittenberger Festival in der Reformationswoche vom 22. bis 31. Oktober an 6 Spielstätten im Zentrum der Lutherstadt. Bereits zum zweiten Mal wird das Festival von dem international renommierten Ensemble Oni Wytars (22.10.) eröffnet - diesmal begleitet von der römischen Sängerin Gabriella Aiello. 

Mit Liebesliedern aus dem reichen Fundus der italienischen Renaissancemusik ist Oni Wytars ein Garant für einen temperamentvollen Festivalauftakt in der Wittenberger Schlosskirche. Auch im Abschlusskonzert wird sich die ganze Intensität der Renaissancemusik entfalten, wenn Tenor Marco Beasley (31.10.) auf der Bühne des Stadthauses gastiert.

Auch an den anderen Festivaltagen erwarten die Besucher musikalische Kostbarkeiten. So konnte in diesem Jahr das Ensemble Santenay (23.10.) für ein Konzert gewonnen werden. Die aus Israel, Frankreich und Deutschland stammenden Musiker – allen voran die Sopranistin Julla von Landsberg – sind Experten für die Musik des Mittelalters und der Frührenaissance. In Wittenberg präsentieren sie mit »Ave Maris Stella« ein Programm, das den Frauenkult des 15. Jahrhunderts musikalisch in den Mittelpunkt stellt.

Wer das Auftaktkonzert mit Christina Pluhar und L’Arpeggiata im vergangenen Jahr erlebt hat, dem ist die  Mezzosopranistin Luciana Mancini (24.10.) sicherlich noch in lebhafter Erinnerung. Die Sängerin, die in Opernproduktionen weltweit gastiert, präsentiert in diesem Jahr ein Konzertjuwel. Im Malsaal des Cranachhofes wird sie in kleiner Besetzung mit dem Lautenisten Christoph Sommer und der Harfenistin Sarah Ridy Lieder des italienischen Frühbarocks erklingen lassen und die eindringliche Poesie dieser Musik erlebbar machen. Außerdem wird der Lautenist Rolf Lislevand (27.10.), den Thomas Höhne als den Top-Instrumentalisten seiner Zunft in Europa und der Welt beschreibt, erstmals in Wittenberg zu erleben sein - im Konzert und als Workshopdozent.

Weitere Künstler des Festivals sind der Gambist Lorenz Duftschmid (27.10.), das Ensemble Nusmido (25.10.), das Geschwisterduo 33Zwo (28.10.) sowie die Wittenberger Hofkapelle (30. & 31.10.). Traditionell hält das Festival an der Förderung der musikalischen Nachwuchsarbeit fest und präsentiert die Jugendmusiziergruppe Michael Praetorius Leipzig, den Chor des Nowodworsky Gymnasiums Krakau (29.10.) sowie das Wittenberger Praetorius Consort (22.10.). Der Renaissancetanzball (29.10.) wird live von den Klängen des Ensembles all’ improvviso begleitet. 

Wegen der großen Nachfrage bietet das Festival auch in diesem Jahr drei Kurse zur Vorbereitung auf den Tanzball an. Zu den beliebten und deshalb immer wiederkehrenden Kursen gehören die Workshops für Viola da Gamba, geleitet von den Instrumentalisten Holger Faust-Peters und Lorenz Duftschmid - beides „Wittenberger Festival-Dozenten der ersten Stunde“. Das Kursangebot der Festivalwoche bietet weiterhin Workshops für Hackbrett, Harfe, Perkussion, Blockflöte, Renaissancelaute und Historische Blasinstrumente. Das Wittenberger Renaissance Musikfestival - 2006 von dem Lautenisten Thomas Höhne mit dem Ziel gegründet, die Vielseitigkeit der Renaissancemusik durch Konzerte, Workshops, Vorträge und Ausstellungen zu präsentieren und das Musizieren auf Originalinstrumenten zu pflegen - ist fester Bestandteil des Veranstaltungsspektrums der Lutherdekade.