Thüringer Bach Collegium in der Oberkirche Arnstadt. Foto: Bachland Gbr Fotograf Matthias Eckert

Thüringer Bach Collegium in der Oberkirche Arnstadt. Foto: Bachland Gbr Fotograf Matthias Eckert

Musik von Johann Bernhard Bach

Das erst im vergangenen Jahr gegründete Thüringer Bach Collegium kann nach eigenen Angaben bereits einen gut gebuchten Terminkalender für 2019 vorweisen. Zudem wird Anfang Februar in der Georgenkirche in Eisenach eine neue CD eingespielt.

Das Thüringer Bach Collegium, unter der Leitung von Gernot Süßmuth, praktiziert seine Annäherung an Bach von vielen Seiten und mit neuen Facetten. Die neue CD beinhaltet erstmalig eine Gesamtaufnahme der Werke von Johann Bernhard Bach.

Johann Bernhard Bach war ein Cousin 2. Grades von Johann Sebastian Bach und wurde 1676 in Erfurt geboren. Er erhielt – wie sein 1685 geborener Bruder Johann Christoph – frühzeitig von seinem Vater Johann Egidius Bach eine musikalische Ausbildung. Nach der Schule wurde er 1695 er Organist an der Erfurter Kaufmannskirche. 1699 wechselte er an die St. Katharinenkirche nach Magdeburg. 1703 berief ihn Herzog Johann Wilhelm von Sachsen-Eisenach als Cembalisten in das Hoforchester nach Eisenach, wo er außerdem als Nachfolger seines Onkels Johann Christoph Bach als Organist an der Georgenkirche eingestellt wurde.Von 1708 bis 1712 arbeitete Johann Bernhard Bach in Eisenach mit Georg Philipp Telemann zusammen. 1741 wurde das herzogliche Orchester aufgelöst, so dass sich Johann Bernhard danach, bis zu seinem Tod, ausschließlich dem Kantorenamt widmete (wohl unter Fortzahlung seiner herzoglichen Bezüge von 100 Thalern).

Mit seinem berühmten Vetter Johann Sebastian war Johann Bernhard zeitlebens freundschaftlich verbunden. Er war 1715 Taufpate bei Johann Sebastians Sohn Johann Gottfried Bernhard, während Johann Sebastian 1722 Pate seines ältesten Sohnes Johann Ernst wurde. Dieser wurde nach dem Tode Johann Bernhards sein Nachfolger als Organist an der Georgenkirche in Eisenach. Der größte Teil seines musikalischen Schaffens, bis auf vier Orchestersuiten und einige Orgelwerke, ging verloren. Es ist bekannt, dass Johann Sebastian Bach mit seinem Orchester Collegium Musicum in Leipzig verschiedene Stücke seines Cousins aufführte und daher Abschriften der Werke existieren, die nun aufgeführt werden können.

Von seinen Kompositionen sind neben Orgelwerken vier Ouvertürensuiten erhalten, die die Tradition der französischen Ouvertüre mit Merkmalen der deutschen Orchestersuite verbinden. Das Thüringer Bach Collegium spielt Werke von Johann Sebastian Bach, seinen Vorfahren (Altbachisches Archiv), seinen Söhnen und seinen Zeitgenossen in historisch informierter Aufführungspraxis auf alten Instrumenten. Geleitet wird das Ensemble von Gernot Süßmuth, dem Nachfolger Johann Sebastian Bachs als Konzertmeister der Staatskapelle Weimar. Geschäftsführer und Kontrabassist ist Christian Bergmann, der seit 18 Jahren in der Staatskapelle Weimar spielt. Das Thüringer Bach Collegium finanziert sich in erster Linie aus den Honoraren, die es für Engagements im In- und Ausland erhält. Um jedoch eine professionelle Organisationsstruktur sowie die hohe spielerische Qualität des Orchesters zu erhalten und auch mal Benefiz-Konzerte machen zu können, ist das Orchester auf Spenden angewiesen.