Zirner & Spardosen. Foto: Lupi Spuma

Zirner & Spardosen. Foto: Lupi Spuma

Musikalisch-literarisches Programm "Diagnose: Jazz“

Gemeinsam spüren Zirner und die „größte kleine Kapelle der Republik“, wie Thomas Quasthoff einmal das Spardosen-Terzett bezeichnet hat, den Jazz-Legenden Thelonious Monk, Charles Mingus und Rahsaan Roland Kirk nach.

Kurz vor Silvester setzt die Reihe „Jazz in Essen“ ihre Tradition der besonderen Jahreswechsel-Konzerte fort. Nachdem Meret Becker und Jasmin Tabatabai hier schon ihren Sinn für die verschiedenen Spielarten des Jazz eindrucksvoll unter Beweis gestellt haben, kommt am 28. Dezember ab 20 Uhr der Schauspieler und Grimme-Preisträger August Zirner („Die Fälscher“) auf die Grillo-Bühne.

Er präsentiert zusammen mit dem „Spardosen-Terzett“, einem Essener Trio bestehend aus Rainer Lipski (Piano), Kai Struwe (Kontrabass) und Mickey Neher (Schlaginstrumente), das musikalisch-literarische Programm „Diagnose: Jazz“. Gemeinsam spüren Zirner und die „größte kleine Kapelle der Republik“, wie Thomas Quasthoff einmal das Spardosen-Terzett bezeichnet hat, den Jazz-Legenden Thelonious Monk, Charles Mingus und Rahsaan Roland Kirk nach.

Thelonious Monk, Charles Mingus und Rahsaan Roland Kirk waren drei radikale Individualisten und ausgegrenzte Gestalten, die abseits der Bühne nur zu einer gebrochenen, unvollkommenen, disharmonischen Kommunikation fähig waren: autistisch der eine (Monk), blind und krank der andere (Kirk), gewaltig und unersättlich der dritte (Mingus).

Anhand von literarischen Skizzen, die August Zirner aus biographischen Quellen und Liner Notes zusammengestellt hat, erkundet er die Nahtstellen zwischen Sprache, Musik und Leben der drei Jazzmusiker. „Diagnose: Jazz“ gewährt aber auch Einblicke in eine soziale Wirklichkeit der 1950er Jahre, die von Gewalt, Rassismus und dem starken Wunsch nach Erlösung geprägt war.  

Von teils sehr komischen, teils ungeheuer tragischen Geschichten baut Zirner immer wieder Brücken zu den „Bright Moments“ des Programms, in denen das musikalische Werk der drei Künstler in wunderschönen Interpretationen gewürdigt wird. Mit großer Virtuosität und Spielfreude präsentiert das „Spardosen-Terzett“ im schnellen Wechsel zwischen Songs und Textpassagen Klassiker wie „Serenade to a Cuckoo“ (Kirk), „Epistrophy“ (Monk) und „Goodbye Pork Pie Hat“ (Mingus), unterstützt von der Querflöte Zirners, der großes musikalisches Können beweist. In „90 bewegenden und mitreißenden Minuten“ (WR) gelingen Zirner und dem „Spardosen-Terzett“ eine perfekt inszenierte Geschichte des Jazz in Wort und Musik.