Wolfgang Niedecken. Foto: Tina Niedecken

Wolfgang Niedecken. Foto: Tina Niedecken

"Musiker im Geiste Beethovens"

Der Internationale Beethovenpreis für Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Inklusion geht an Wolfgang Niedecken von der Kölner Band BAP.

Am 19. Dezember 2017 findet in der Bundeskunsthalle in Bonn ein Benefizkonzert anlässlich der Verleihung des Beethovenpreises an den Kölner Musiker Wolfgang Niedecken statt. Der von Torsten Schreiber und Andreas Loesch initiierte Internationale Beethovenpreis für Men­schenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Inklusion wird zum dritten Mal vergeben. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Preistrophäe „Evolute“ in Alabaster gestaltet zum dritten Mal der Künstler Dirk Wilhelm. Auftretende Künstler sind unter ande­rem die Klavierlegende Martha Argerich mit ihrer Tochter Annie Dutoit, die venezolanische Pianistin Gabriela Montero, der iranische Musiker Shahin Najafi, die Pianistinnen Luisa Imorde und Susanne Kessel, der Syrer Arla Asheed, der in den Flüchtlingslagern entlang der Balkanroute musiziert, der 1. Beethovenpreisträger Aeham Ahmad, Pianist aus den Trümmern in Yarmouk, sowie weitere interna­tionale Künstler und Gratulanten. In einer Gesprächsrunde zu Kunst und politischem Engagement wird unter anderem der türkische Schriftsteller Dogan Akhanli sprechen.

Mit Wolfgang Niedecken werde am 19.12.2017 ein Musiker im Geiste Beethovens geehrt, befindet die Beethoven Academy. Denn Niedecken äußere sich immer wieder explizit zu politischen Fragenstellungen und nehme öffentlich kritisch Stellung. Er sei authentisch und unbeeinflussbar. Der Erfolg habe ihn nicht verbogen. Passend zum Namensgeber des Preises engagiere sich Wolfgang Niedecken als kritischer Musikergeist seit langem mit Worten und Taten: gegen Armut, gegen Atomwaffen und Atomenergie, gegen Rechts, gegen Populismus und für Gerechtigkeit. Er ist Mitinitiator der Kölner Gegen- Rechts-Initiative „Arsch huh, Zäng ussenander“ („Arsch hoch, Zähne auseinander“) und Gründer vom „Project Rebound“, einer Organisation, die sich um die Re-Integration ehemaliger Kindersoldaten in Afrika kümmert. Schon in den 1980er Jahren trat er auf den großen Friedensdemonstrationen auf. Seine engagierte und kritische Haltung kommt auch in seinen Liedern zum Ausdruck. Beispielhaft werden „Kristallnaach“, "Noh Gulu“ und  „Vision vun Europa“ genannt. Verantwortung sei für Niedecken ein Schlüsselbegriff.

Der Internationale Beethovenpreis für Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Inklusion wird getragen von der Beethoven Academy. Ins Leben gerufen hat ihn der Intendant der Beethoven Academy, Torsten Schreiber, sowie der Präsident des Festivals Junger Künstler Bayreuth, Andreas Loesch, der ebenfalls Gesellschafter der Academy ist. Weitere Gesellschafterin der Beethoven  Academy ist die Pianistin Martha Argerich. 

Die Beethoven Academy wurde am 13. März 2016 gegründet. Sie hat die Leitlinien Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Inklusion. Im Kontext dieser Leitlinien organisiert sie Kulturprojekte. Neben der alljährlichen Preisverleihung sind dies a) Kulturprojekte in Krisengebieten, in sozialen Einrichtungen und Master Classes im Zeichen der Völkerverständigung, b) das Festival Elysium, und c) Veranstaltungen im Format der Open Academy, die musikalische Darbietungen aus verschiedenen Genres mit Lectures entlang der Leitlinien der Academy verbindet.

Der Preis wird wieder von der Kölner Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Solidaris gesponsert. Co-Sponsor ist in diesem Jahr erstmalig die Firma Jacobi - Dächer und Gerüste aus Königswinter.