Die Hütte voll Jazz: Festival in Waidhofen an der Thaya. Bild: Andreas Biedermann

Die Hütte voll Jazz: Festival in Waidhofen an der Thaya. Bild: Andreas Biedermann

Nach dem Konzert in den Wohnwagen

Natur und Jazz, sie vertragen sich bestens in Waidhofen an der Thaya in Niederösterreich. Zum 38. Mal findet die komprimierte Konzertreihe statt.

Am letzten Tag im Juni beginnt das dreitägige internationale Festival in Waidhofen an der Thaya in Niederösterreich und geht in sein 38. Jahr. Die häufigste Diagnose in diesem Fall sind Verschleißerscheinungen, programmatische Verirrungen, finanztechnische Probleme, Besucherrückgang und Motivationsdefizite des Veranstalters. 

Interessanterweise scheinen in Waidhofen standhafte Eckpfeiler vorhanden zu sein, welche die oben genannten Punkte als eher marginale Probleme erscheinen lassen. Die fundierten Säulen dafür sind ein wunderschönes Festivalgelände mit Campingplatz und dem angrenzenden Thayafluss. Relaxen und die Seele baumeln lassen - das waren bereits Slogans in den Anfängen des Festivals und gelten unverändert auch heute noch.

Die beiden Musikbühnen, eine davon ein altes, umfunktioniertes Strandbadgebäude aus den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts, die andere, eine kleine, aber feine Bühne direkt am Fluss, bieten ein zeitlich wie musikalisch hervorragend abgestimmtes Musikprogramm. Der wichtigste Faktor für ein Festival ist jedoch das Publikum. Die Besucher, die nach Waidhofen pilgern, gehören zu den entspanntesten überhaupt. Es ist eine mannigfaltige Zuhörerschaft: Familien, Studenten, Banker, Beamte, Arbeiter, Freaks, Weltreisende und natürlich Musikgenussmenschen.

Interessiert genießt man drei Tage lang ein entspanntes Spektakel: nämlich ein Programm mit großenteils neuen, noch unbekannten Bands, vermischt mit bereits etablierten Künstlern – ohne Verkehrsstau, ohne Massenandrang, ohne Anrainerprobleme. Und der ganze Arbeitsaufwand, um den Besuchern eine entspannte Atmosphäre zu bieten, wird von über 300 freiwilligen Mitarbeitern bewältigt. Dieses Jahr mit von der Partie sind: China Moses, Edi Nulz, Fanfaria Ciocarlia, Hans Theessink & Ernst Molden, Kompost 3, Kristi Stassinopoulou & Stathis Kalyviottis, Tini Trampler & Das Dreckige Orchester, Raphael Wressing und viele, viele mehr.