Die Steven Cathedral Group aus Stuttgart tritt beim Nachwuchspreis des Jazzfestes in Burghausen an. FOTO: Jazzfest/Steven Cathedral Group

Die Steven Cathedral Group aus Stuttgart tritt beim Nachwuchspreis des Jazzfestes in Burghausen an. FOTO: Jazzfest/Steven Cathedral Group

Nach Höreindruck entschieden

Ein paar Tausend Euro, um das eigene Schaffen etwas zu befördern: Die Jazzwoche in Burghausen hat unter vielen Zusendungen wieder eine Hand voll Finalisten herausgehört, die im Finale miteinander wetteifern und gleichzeitig für die Vielfalt des Jazz stehen.

In gut zwei Wochen beginnt die 47. Internationale Jazzwoche Burghausen – traditionell mit dem Europäischen Nachwuchsjazzpreis. In diesem Jahr stehen am 8. März ab 19 Uhr zum achten Mal junge, aufstrebende Formationen auf der Burghauser Stadtsaalbühne. Neu ist, dass das Preisgeld von 9.000 Euro unter den ersten drei Gruppen aufgeteilt wird.

Fünf Bands hat die Jury aus 62 Bewerbungen ausgewählt. Die Gewinner erhalten 5000 Euro und können am nächsten Tag auf der großen Bühne in der Wackerhalle vor Richard Galliano, Ron Carter und der WDR Big Band spielen. Die Zweitplatzierten erhalten 3000 Euro und die Drittplatzierten über 1000 Euro Preisgeld.  

In diesem Jahr stellen sich folgende Bands der vierköpfigen Jury: trio akk:zent, Das Kammerer OrKöster, JF May & Band, Silent Tought und Steve Cathedral Group. Sie alle wurden von der hochkarätig besetzten Jury sozusagen blind ausgewählt – aber natürlich nicht taub, sondern nach reinem Höreindruck.

Richard Köster kommt aus der Salzachstadt. Er tritt mit seinem Wiener „Das Kammerer OrKöster“ an. Die Truppe möchte – im Fall eines Gewinns – die erste eigene CD aufnehmen und siedelt sich selbst im „Mainstreambereich“ an.  

 „Silent Thought“ haben sich folgendermaßen beschrieben: „Die Kombination von sanglichen Melodien unter denen metrisch komplexe Grooves liegen, erzeugen gleichermaßen Gefühl und Faszination.“ Ebenso eindrucksvoll schreibt die JF May & Band: „Ungerade Taktarten und überraschende Wendungen sind fester Bestandteil des Programms und kennzeichnen die harmonisch eindrucksvollen Kompositionen des Bandleaders, der von der Vision geleitet ist, bei aller Komplexität eine Ästhetik zu schaffen, die fähig ist, viele Menschen zu berühren.“

Das trio akk:zent sagt über sich, dass es „ein junges und – nicht, dass es solchen Labels unkritisch gegenüberstünde, aber: unkonventionelles Jazztrio“ ist. Und die Steve Cathedral Group aus Stuttgart beschreibt ihre Stücke als „melancholisch-nachdenklich“ bis „leidenschaftlichexplosiv“ oder auch mal „fröhlich-gelassen“.

Die Jury setzt sich von Anfang an aus Prof. Joe Viera sowie den Journalisten Reinhard Köchl, Ralf Dombrowski und Roland Spiegel zusammen. Nach dem Nachwuchspreis gibt es traditionell eine Session im Jazzkeller, der sich ebenfalls in der Altstadt befindet.