Probe im Orcherstergraben des Gärtnerplatztheaters in München. Foto: Christian POGO Zach

Probe im Orcherstergraben des Gärtnerplatztheaters in München. Foto: Christian POGO Zach

Nachdenken über gute Unterhaltung

Die Wiedereröffnung des Gärnterplatztheaters in München nutzt der Bayerische Rundfunk für einen Diskurs über die Rolle der sogenannten "zweiten Häuser" in großen Theaterstäden.

Die BR-Sende- und Veranstaltungsreihe „Thema Musik Live“ ist am 16. November um 20 Uhr zu Gast im kürzlich wiedereröffneten Gärtnerplatztheater in München und stellt grundlegende Fragen an die Rolle der "zweiten Häuser" in großen Städten, z. B.: Welches Repertoire gibt Sinn im Bermudadreieck zwischen Operette, Musical und Oper? Im Gespräch mit Staatsintendant Joseph E. Köpplinger, der Sopranistin Angelika Kirchschlager und dem Theaterwissenschaftler Wolfgang Jansen geht „Thema Musik Live“ am Ort des Geschehens dieser und anderen Fragen nach, es moderiert Kathrin Hasselbeck. Ensemblemitglieder des Gärtnerplatztheaters sorgen für Musik.

Leicht haben sie es nicht, die sogenannten "zweiten Häuser". Das gilt für die Wiener Volksoper ebenso wie für die New York City Opera. Und natürlich auch für das Münchner Gärtnerplatztheater. Gegen teuren Staatsopern-Hochglanz müssen sie sich ebenso behaupten wie gegen billigen Kommerz - einfach war das nie. Schon bald nach seiner Eröffnung 1865 musste das Gärtnerplatztheater von König Ludwig II. vor Bankrott und drohender Zwangsversteigerung gerettet werden. Und doch hat sich die Idee eines intelligent gemachten musikalischen Unterhaltungstheaters als absolut zukunftsweisend erwiesen.  

Die langjährige Schließung des Hauses am Gärtnerplatz wegen einer umfassenden Sanierung war dafür der maximale Härtetest. Dass man als Wanderzirkus zwischen einem knappen Dutzend unterschiedlicher Spielstätten wechseln musste, hat sich als paradoxe Chance erwiesen. Mit zweijähriger Verspätung wurde  nach einer grundlegenden Sanierung endlich das intime klassizistische Theater-Kleinod wieder eröffnet.

Zeit für eine Neupositionierung: Was schuldet das Gärtnerplatztheater der Stadtgesellschaft? Und was die Gesellschaft dem Theater? Braucht es einen kleinsten gemeinsamen ästhetischen Nenner - oder muss das genrespezifische Motto sein „Anything goes“?

BR-KLASSIK überträgt die Diskussionsrunde am 16. November live ab 20.03 Uhr im Radio. ARD-alpha sendet eine Aufzeichnung der Veranstaltung am 25. November 2017 um 22.30 Uhr im Rahmen der Sendung „Denkzeit“.