In London wurde Brigitte Fassbaender 2016  für ihr Lebenswerk geehrt. Bild: International Opera Awards

In London wurde Brigitte Fassbaender 2016 für ihr Lebenswerk geehrt. Bild: International Opera Awards

Nachhall einer Jahrhundert-Karriere

Würdigung der Künstlerin als Persönlichkeit, die das Erbe der Klassischen Musik über Jahrzehnte bewahrt und maßgeblich weiterentwickelt hat - und das in verschiedenen Funktionen. Im vergangenen Jahr erhielt sie den International Opera Awards.

Der ECHO KLASSIK in der Kategorie „Lebenswerk“ geht in diesem Jahr an Brigitte Fassbaender. Die Deutsche Phono-Akademie, das Kulturinstitut des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI), ehrt die Sängerin, Regisseurin, Autorin und Pädagogin als eine der vielfältigsten und zugleich bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten unserer Zeit.

Brigitte Fassbaender wird den ECHO KLASSIK am Sonntag, den 29. Oktober, im Rahmen der Gala in der Hamburger Elbphilharmonie persönlich entgegennehmen. Das ZDF überträgt die von Thomas Gottschalk moderierte Verleihung am gleichen Abend ab 22:00 Uhr.

„Brigitte Fassbaender hat Generationen von Sängerinnen und Sängern geprägt und gehört definitiv zu den herausragenden Protagonisten der Klassischen Musik, die deren Erbe über Jahrzehnte gleichzeitig bewahrt und maßgeblich weiterentwickelt haben“, so der Geschäftsführer des BVMI, Dr. Florian Drücke. „Als Sängerin hat sie die internationale Opernszene im deutschen, italienischen wie französischen Repertoire über Jahrzehnte geprägt. Dass sie nach ihrem Abschied von der Bühne auch als Regisseurin, Intendantin, Festival-Leiterin und Pädagogin Maßstäbe setzen und große Erfolge feiern konnte und kann, zeugt von ihrer kreativen Kraft und derBereitschaft, diszipliniert und konsequent immer wieder auch neue Wege zu gehen.“

Brigitte Fassbaender, geboren am 3. Juli 1939 in Berlin, erhielt ihre Ausbildung zur Mezzosopranistin zunächst von ihrem Vater, dem Bariton und Kammersänger Willi Domgraf-Fassbaender. Von 1958 bis 1961 studierte sie am Konservatorium in Nürnberg, bereits ab 1961 gehörte sie zum Ensemble der Bayerischen Staatsoper in München. Darüber hinaus sang sie an den bedeutendsten Opernhäusern der Welt, u. a. an der Mailänder Scala, der Metropolitan Opera in New York, der Wiener Staatsoper und der Opéra National de Paris. Ihre Operninterpretationen zeichneten sich durch eine einmalige Verbindung von außergewöhnlicher gesanglicher Qualität und schauspielerischer Durchdringung ihrer Rollen aus. Auch als Konzert- und Liedsängerin setzte sie nachhaltige Akzente. Als erste Frau überhaupt nahm sie die großen Liederzyklen von Franz Schubert für die Schallplatte auf. Insgesamt war sie an mehr als 250 CD- und Schallplattenproduktionen beteiligt.  

Seit ihrem Rückzug als aktive Sängerin im Jahr 1994 ist Fassbaender als Regisseurin für Musik-und Sprechtheater tätig. Sie arbeitete als Intendantin und Operndirektorin in Deutschland und Österreich. Von 2009 bis zum Sommer dieses Jahres war sie künstlerische Leiterin des Richard-Strauss-Festivals von Garmisch-Partenkirchen.