"Mr. Naxos" Klaus Heymann wird 80. Foto: Emily Chu

"Mr. Naxos" Klaus Heymann wird 80. Foto: Emily Chu

Nachhaltige Revolution des Marktes

Das Naserümpfen über die vermeintlichen Billigaufnahmen ist längst Vergangenheit: Naxos wird 30 und dessen Gründer Klaus Heymann 80. Ein Mann, der die letzte Revolution des Klassikmarktes im vordigitalen Zeitalter wagte.

Wenn Klaus Heymann am Wochenende seinen 80. Geburtstag feiert, dann kann er auf ein enormes Lebenswerk zurückblicken. Mit seinem Label Naxos hat er ab 1987 den Klassikmarkt aufgemischt. Das Naserümpfen der Branche über den Klang der Aufnahmen und die in der bis dahin "geschützten" westlichen Klassikwelt kaum oder sogar unbekannten Namen verflog aber bald.

Die Kunden, vor allem diejenigen, die der hehren Welt der Klassik ohne große Geldbörse nähertraten, wussten und wissen bis heute Naxos zu schätzen - und nicht nur die. Mittlerweile hat Heymann den Spieß schon lange umgedreht. Naxos hat viele Komponisten und Werke einem breiteren Publikum bekannt gemacht, die die Majorlabels umgangen sind.

Dass Heymann mit seinem nachhaltigen Konzept auch in der Fachwelt Anerkennung findet, beweisen nicht nur die Besprechungen von Naxos-CDs im FONO FORUM: Die Universität Yale hat Heymann 2015 die Ehrendoktorwürde verliehen. Schon lange vor Spotify interessierte sich Heymann für den Abruf klassischer Musik über das Internet.

Natürlich folgt er dabei immer seinem Plan, möglichst viele Menschen zu erreichen. Wenn man die Repertoirevielfalt des Labels betrachtet, dann kann ihm aber schwer den Vorwurf "Masse statt Klasse" machen. Und auch die Namen der Interpreten entsprechen heute dem Who is who der Musikwelt - von den exklusiv den Edellabeln vorbehaltenen Musikern einmal abgesehen. Mit der Akquisition vieler anderer Label wie Capriccio, Ondine und Orfeo hat Heymann Naxos zu einem der wichtigsten Vertriebsportale für die Klassik gemacht.

Schon die puren Zahlen beeindrucken: Heute umfasst der Katalog von Naxos über 9.000 Alben. Naxos ist damit der weltweit größte Klassikanbieter und bildet heute mit über 400 Mitarbeitern zudem das größte, weltumspannende Netzwerk für Klassische Musik und ist mit seinen über 60 Vertriebsablegern selbst in solchen Ländern vertreten, die andere Firmen gar nicht als Markt begreifen, etwa in Sri Lanka, Kasachstan, Uruguay oder auf den Westindischen Inseln.

Die internationale NaxosWwebsite ist mit einer Viertelmillion Klicks pro Monat die meistbesuchte Website zum Thema Klassische Musik. Besucher finden dort mehr als 3.500 Komponistenbiografien, mehr als 9.000 Künstlerbiografien und rund 142.000 CD-Rezensionen. 100.000 Nutzer lassen sich weltweit vom internationalen Naxos-Newsletter informieren – auch dies ein Rekord in der Welt derklassischen Musik.