Nachtmusik der Moderne in München. Foto: BMW Group

Nachtmusik der Moderne in München. Foto: BMW Group

Nachtmusik der Moderne in München

Am 01. Dezember 2018 beginnt die neue Saison der Nachtmusik der Moderne unter der Leitung von Clemens Schuldt, Chefdirigent des Münchener Kammerorchesters.

Seit ihrem Start im Jahr 2003 ist die BMW Group Partner der Veranstaltungsreihe in der Rotunde der Pinakothek der Moderne. Im Rahmen dreier Konzerte, die jeweils am Samstagabend stattfinden, werden Werke der Komponisten Helmut Lachenmann, Anna Thorvaldsdottir sowie Bent Sørensen präsentiert. Bevor um 22 Uhr das Münchener Kammerorchester eine Auswahl von Werken der drei Komponisten im einmaligen Ambiente der Rotunde des Museums präsentiert, finden auch in dieser Saison um 21 Uhr durch Clemens Schuldt moderierte Einführungen statt. Vor jeder Nachtmusik spricht der Chefdirigent des Münchener Kammerorchesters mit dem/der jeweiligen Komponisten.

Im Rahmen der „Nachtmusik der Moderne“- Saison 18/19 stellt das Münchener Kammerorchester folgende Komponisten vor: Am 01.12.2018 Helmut Lachenmann (*1935). Er ist fast 83 Jahre alt und nach wie vor produktiv. Lachenmanns Schaffen ist von allerhand einschüchternder Terminologie umgeben. „Musique concrète instrumentale“, lautet einer dieser Schlüsselbegriffe: Gemeint ist eine instrumentale Geräuschmusik, die den Klang als „Nachricht seiner eigenen Hervorbringung und der dabei mitwirkenden mechanisch-physikalischen Bedingungen“ begreift. Dabei gibt es kaum eine sinnlichere Musik als die des Meisters aus Stuttgart. Man muss sie erleben, nicht begreifen. Weniger Intelligenz sei dabei entscheidend, sondern „eine gewisse Offenheit und Neugier“, sagt Lachenmann. Programm: „Mouvement (- vor der Erstarrung)“ für Ensemble (1983/84), „Pression“ für einen Cellisten (1969/2010), „Ein Kinderspiel – Sieben kleine Stücke“ für Klavier (1980), „Notturno (Musik für Julia)” für Violoncello und Orchester (1966/68). Mitwirkenden: Violoncello: Lucas Fels, Klavier: Helmut Lachenmann, Dirigent: Clemens Schuldt.

30.03.2019: Komponistinnenporträt Anna Thorvaldsdottir (*1977). Nicht mehr als 350.000 Einwohner zählt die Insel der Gletscher, Vulkane, Geysire und Lavafelder im Nordatlantik. Doch die musikalische Szene Islands ist enorm reich und bunt, wobei E- und U-Musik weit weniger strikt voneinander getrennt werden als hierzulande. Eine der faszinierendsten Figuren der letzten Jahre ist Anna Thorvaldsdottir. Die 41-Jährige studierte in ihrer Heimatstadt Reykjavík und an der University of California in San Diego, wo sie 2011 einen Doktortitel erwarb. Inzwischen erhält sie Aufträge von den bedeutenden Orchestern der Welt; eine CD erschien bei der Deutschen Grammophon. Ihre Website verrät über Thorvaldsdottir, sie arbeite gern „mit großen Klangstrukturen“, deren “enorme Vielfalt an schwingenden und klingenden Materialien eine entwickelte Fantasie beim Belauschen von Landschaften und Natur“ offenbarten. Programm: „Ad genua (To the knees)” für Sopran, Chor und Streichensemble (2016), „Illumine“ für Streichensemble (2016), „Heyr þú oss himnum á“ für gemischten Chor (2005), „Streaming Arhythmia“ für Kammerorchester (2007). Mitwirkende: Chor des Bayerischen Rundfunks, Dirigent: Clemens Schuldt.

25.05.2019: Komponistenporträt Bent Sørensen (*1958). Die letzte „Nachtmusik der Moderne“ dieser Saison porträtiert Bent Sørensen. Ende 2017 wurde bekannt, dass Bent Sørensen für sein Tripelkonzert “Isola della città“ mit dem Grawemeyer Award ausgezeichnet wird, einem der bedeutendsten Preise, die es für Komponisten international zu gewinnen gibt. Schon lange vor seinem Durchbruch Mitte der achtziger Jahre galt der Schüler der dänischen Großmeister Per Nørgard und Ib Nørhom als originell. John Storgårds, der künstlerische Partner des Münchner Kammerorchesters, dirigiert diesen Abend mit Musik seines alten Künstlerfreundes, für den dieser eines seiner wichtigen früheren Werke eigens für chorische Streicher neu bearbeitet hat. Programm: „Schreie und Melancholie“ (1994) in der Fassung für Streichorchester (2018), „Looking on Darkness” für Akkordeon (2000), „Claireobscur” für 10 Instrumente (1987), „Serenissima” (2014) „It’s pain flowing down slowly on a white wall” für Akkordeon und Streichorchester (2010). Mitwirkende: Akkordeon: Frode Haltli, Dirigent und Violine: John Storgårds.

Karten für die „Nachtmusik der Moderne“ sind im Vorverkauf über das Münchener Kammerorchester oder über München Ticket erhältlich und am Veranstaltungsabend an der Museumskasse verfügbar.