SOB-Meisterkurs 2015 mit Angelika Kirchschlager. Foto: Gerhard Schlötzer

SOB-Meisterkurs 2015 mit Angelika Kirchschlager. Foto: Gerhard Schlötzer

Nachwuchsprojekt scheitert an fehlendem Geld

Die Sommer Oper Bamberg, die seit 2005 alle zwei Jahre junge Musiker- und Theaterleute zur Erarbeitung einer großen Oper zusammenführt, muss dieses Jahr ausfallen. Ein Lehrstück über die Schwierigkeiten der freien Kulturträger.

Aufgrund von Absagen mehrerer Fördermittelgeber für die Aufführung 2017, und des deswegen zu erwartenden hohen Defizits, haben sich die Verantwortlichen der Sommer Oper Bamberg schweren Herzens dazu entschieden, die Internationale Orchester- und Opernbiennale abzusagen. Den Schritt bedauere man außerordentlich, gehe jedoch davon aus, dass die Bamberger Idee der internationalen Orchester- und Opernnachwuchsförderung zu einem späteren Zeitpunkt fortgeführt werden kann. Bereits gekaufte Karten, könnten ab dem 23.2.17 an den jeweiligen Vorverkaufsstellen zurückgegeben werden, hieß es von der Leitung der Sommer Oper. Till F. Weser, künstlerischer Leiter, erklärte die aktuelle Situation so:

"Nachdem die 10-jährige Kooperation am ETA Hoffmann Theater nicht fortgeführt werden konnte (notwendiges Budget hierfür: 200.000 €), musste die Sommer Oper Bamberg (SOB) einen neuen Standort zur Durchführung finden. Die Konzerthalle Bamberg wurde einhellig als würdiger, alternativer Spielort befunden, auch, um dem gewachsenen Renommé des Nachwuchsförderprojektes gerecht zu werden. Durch diesen Ortswechsel erfuhr das Projekt durch eine Mehrzahl von neuen, zwingenden Umständen eine Kostensteigerung um ca. 50%, also auf insgesamt 300.000 € (erstmalig mussten u.a. Raummieten, Bühnenbild einkalkuliert werden aber auch der Werbeetat musste deutlich aufgestockt werden, da die SOB erstmalig als Eigenveranstalter für die Vorstellungen in der Konzerthalle verantwortlich war und zuletzt musste das Orchester vergrößert werden).

Aufgrund längerer Verhandlungen mit dem bislang bewährten Projektpartner ETA Hoffmann Theater kam der eigentliche Starttermin für die Ausarbeitung und Mittelakquirierung zum neuen Konzept recht spät.

Im Finanzierungsplan gab es bis dato noch ein Defizit von ca. 35.000 €. Es bestand die einhellige Meinung sowohl des Trägervereins als auch des Fördervereins unter Vorsitz von Freiherr von Lerchenfeld, dass dieses Defizit bis zum Projektbeginn durch Einzelakquise bei mittelständischen Sponsoren und Spendern zu begleichen ist.

Bedauerlicherweise haben unabhängig voneinander zwei Fördermittelgeber uns eine für uns unerwartete Absage erteilen müssen. Das bis zu diesem Zeitpunkt vorherrschende Defizit i.H.v. 35.000 € (welches, so die einhellige Meinung, gerade noch so hätte akquiriert werden können) erhöht sich somit auf über 70.000 €. Zu den negativen Entscheidungen der potentiellen Fördermittelgeber können und möchten wir keine Aussage treffen.

Die Stadt Bamberg fördert die SOB durch Sachleistung und durch Finanzmittel. Die Oberfrankenstiftung hat 2016 erstmalig ihre Förderstatuten geändert und versetzt uns in den glücklichen Umstand, dass wir erstmalig mit einer wiederkehrenden Projektförderung von z.Zt. 20% rechnen dürfen. Eine sehr erfreuliche Wendung in der Geschichte der SOB. Vom Land Bayern erhoffen wir und erwarten wir für die Zukunft eine vergleichbare Förderung institutioneller Natur.


Wir erwägen, das Workshopkonzept für die Zukunft zu verkleinern, neue Elemente oder Themenschwerpunkte hinzuzufügen und möchten insbesondere die sehr beliebten und erfolgreichen Meisterkurse mit Angelika Kirchschlager, eingebettet im neuen Konzept, weiterführen. Dabei bauen wir auch auf unsere bisherigen Fördermittelgeber, auch die, die uns heuer eine Absage haben erteilen müssen."