Philippe Jaroussky. Foto: Simon Fowler

Philippe Jaroussky. Foto: Simon Fowler

NDR führt ins Telemann-Jahr 2017

Im Jahr 1767 starb Georg Philipp Telemann, der längst in seiner ganzen Bedeutung - zumal für Hamburg - erkannt ist und dessen Rezeption aus dem langen Schatten der Blockflöte getreten ist.

Georg Philipp Telemann ist in den vergangenen beiden Jahrzehnten endlich da angekommen, wo er zu Lebzeiten ohnehin war: ganz oben. Lange despektierlich als Blockflötenkomponist abgestempelt wird er nun in seiner ganzen Schaffensbreite gehört - was die Qualität seiner Blockflötenmusik aber nicht schmälert. Und so ist es konsequent, dass die neue Abonnementreihe "Das Alte Werk" des NDR nach dem Sommer mit einem Blockflötenkonzert startet - gespielt von Dorothee Oberlinger.

Ebenfalls mit einem Starsolisten, dem Countertenor Philippe Jaroussky, geht es weiter: Er stellt Kantaten von Telemann denen Bachs gegenüber. Jaroussky ist "Artist in Residence" des NDR und wird sich außerhalb der Reihe "Das Alte Werk" mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester in eine "Affaire francaise" begeben, in deren Verlauf er sich der Gegenwart von Rameau über Offenbach nähert.

Die Reihe "Das Alte Werk" bringt vor Weihnachten eine neapolitanische Alternative zu Weihnachtsoratorium und Messias: "Il verbo in carne" von Nicola Porpora, uraufgeführt 1748 in Dresden. Es folgen viele spannende Abende in der Laeiszhalle, mit Händel, Monteverdi, mit Gondolieren-Liedern des 17. und 18. Jahrhunderts (im Rahmen der Sonderkonzerte) und mit manchen Zeitreisen zu Hildegard von Bingen oder Josquin. Musikfreunde in Hamburg dürfen sich glücklich schätzen, diese Konzertreihe vor der Haustür zu haben. Alle anderen können aber auch dabei sein - vor dem Radio auf NDR Kultur.