Konzert in der Chiesa San Francesco. Foto: Alessio Pizzicannella

Konzert in der Chiesa San Francesco. Foto: Alessio Pizzicannella

Neu: gepolsterte Sitze

Die 71. Asconeser Musikwochen - älteste Tessiner Konzertreihe mit klassischer Musik - finden vom 5. September bis 14. Oktober statt. Das Collegio Papio in Ascona für die Kammermusikabende und die Kirche San Francesco in Locarno für die Symphoniekonzerte bilden den reizvollen Rahmen der dreizehn vorgesehenen Konzerten.

Die von Francesco Piemontesi geleiteten 71. Musikwochen unterstreichen einen der faszinierendsten, dichtesten Momente der ganzen Musikgeschichte, nämlich die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts, mit besonderem Bezug auf Komponisten des Impressionismus wie Claude Debussy und Maurice Ravel, aber auch auf Musiker wie Schostakowitsch und Janacek, die sich weniger einer bestimmtem Schule zuordnen lassen, jedoch dank ihrer ganz persönlichen Sprache die Ästhetik künftiger Generationen beeinflussten.

International bekannte Orchester wie das London Symphony Orchestra unter Gianandrea Noseda, der das Festival am 5. September eröffnet, die Tschechische Philharmonie unter Jiri Belohlavek (8. September) oder das Chamber Orchestra of Europe unter Sir Roger Norrington (28. September) wechseln sich ab mit Kammermusikformationen wie dem Pavel Haas-Quartett (11. Oktober) oder dem Ensemble Zefiro, das am 14. Oktober mit vier Bach-Ouvertüren die Konzertreihe abschließt.

Der Countertenor Pilippe Jaroussky tritt am 30. September, zusammen mit dem Chor der Radiotelevisione Svizzera und den I Barocchisti unter der Leitung von Diego Fasolis, in einem dem „Mythos von Orpheus“ gewidmeten Ad-hoc-Programm auf.

Artist in Residence ist der amerikanische Pianist Stephen Kovacevich, der in Ascona am 12. September in einem Rezital und am 16. September mit der Geigerin Alina Ibragimova und dem Pianisten Francesco Piemontesi auftritt. Beide Abende sind hauptsächlich der Spätromantik gewidmet.

Erstmals werden an den Musikwochen junge Künstler anwesend sein, die bereits eine brillante Konzertkarriere eingeschlagen haben wie Jérémie Rhorer, der am 3. Oktober den Cercle de l’Harmonie leitet, die Geigerin Hilary Hahn mit der Tschechischen Philharmonie und die bereits erwähnte Alina Ibragimova, die sowohl im Konzert mit Kovachevich als auch am 23. September mit dem Orchestra della Svizzera Italiana auftreten wird. Dieses wird wie üblich in einem zweitem Konzert am 7. Oktober zu hören sein, mit seinem neuen Dirigenten Markus Poschner und der Pianistin Imogen Cooper.

Schliesslich bietet die Serie Début am Samstagmorgen im Saal Sopracenerina in Locarno zwei Termine mit jungen Künstlern die bereits auf dem Weg zu höchster Anerkennung sind, an: am 24. September mit dem Trio David Pia/Kim Da Sol/Christel Lee und am 1. Oktober mit dem koreanischen Pianisten William Youn.

Unter den Neuheiten zur Verbesserung der Gesamtqualität des Angebots seien die transparente Akustikwand in der Kirche San Francesco und der erhöhte Sitzkomfort durch Polsterung der Bänke im Collegio Papio erwähnt.