Ensemble Neo Barock. Foto: Karin Engels

Ensemble Neo Barock. Foto: Karin Engels

Neuburger Barockkonzerte in Neuburg an der Donau

Anfang Oktober finden die 70. Neuburger Barockkonzerte in Neuburg an der Donau statt. In der Barockzeit haben Baumeister, Architekten und viele Künstler mit ihren Parks und Gärten „Lust- und Irrgärten" geschaffen - und dies nicht nur für Könige.

Die Eröffnung der Neuburger Barockkonzerte übernimmt am Donnerstag, 5. Oktober um 20 Uhr NeoBarock. Das Ensemble, 2014 mit einem ECHO-Klassik-Preis für die beste Kammermusikeinspielung geehrt, bringt die barocke Violinkunst mit all ihren Finessen im Ottheinrichsaal zum Blühen und präsentiert Werke von von Heinrich, Ignaz Franz Biber, Johann Georg Pisendel, Antonio Vivaldi, Johann Sebastian Bach und Georg Philipp Telemann.

Im Birdland Jazzclub gastiert am Freitag, 6. Oktober um 20:30 Uhr das Hildegard Pohl Trio. Mit diesem Trio kommt eine Formation, die ausschließlich Bach spielt und lädt ein zu einem Spaziergang in einen ganz ungewöhnlichen „Lustgarten", um die grandiose Vielfältigkeit dieses Komponisten zu genießen: Lullaby of Bachland vereint Jazz und Barock, die Toccata groovt, die nette Musette wird zu Bachs Bounce und beim wilden bachschen Bossa Nova sprühen Funken und glühen die Tasten! Das Hildegard Pohl Trio aus Nürnberg hat seinen eigenen swingenden Sound im Crossover von Klassik und Jazz entwickelt: „Swing it, Mr. Bach". Das fränkische Hilde Pohl Trio aus Nürnberg, sind Musiker rund um die Swing-Pianistin Hildegard Pohl. Am Schlagzeug spielt der Percussionist und Drummer Yogo Pausch und am Bass Norbert Meyer-Venus. Gegründet wurde das Hilde Pohl Trio 1988.

Zu den Highlights in der Jubiläumssaison gehört das Konzert mit der jungen Sopranistin Julia Lezhneva am Samstag, 7. Oktober 2017 um 20 Uhr im Kongregationssaal. Sie gehört heute zu den gefragtesten Solistinnen ihrer Generation. Die Opernwelt kürte sie zur „Nachwuchssängerin 2011" und zwei Jahre später folgte schon der ECHO Klassik Preis für ihre Solo-CD Alleluia mit Barock-Motetten. Im Alter von 17 Jahren gewann Julia Lezhneva bereits ihren ersten Gesangswettbewerb, ein Jahr darauf sang sie mit Juan Diego Flórez bei der Eröffnung des Rossini Opera Festivals in Pesaro. Sie studierte in Moskau, bei Dennis O'Neill in Cardiff, an der Guildhall School of Music and Drama in London bei Yvonne Kenny und besuchte Meisterkurse von Elena Obraztsova, Alberto Zedda, Richard Bonynge und Thomas Quasthoff. 2010 erntete sie große Aufmerksamkeit bei den Classic BRIT Awards an der Royal Albert Hall in London, wo sie auf Einladung von Dame Kiri Te Kanawa in Rossinis Fra il padre auftrat. Im gleichen Jahr feierte Julia Lezhneva 20-jährig ihr Debüt bei den Salzburger Festspielen unter Marc Minkowski, wo sie im folgenden Sommer in Händels Tamerlano an der Seite von Plácido Domingo sang. Mittlerweile tritt sie weltweit an den führenden Opern- und Konzerthäusern auf und arbeitet mit namhaften Kollegen zusammen; ihr Debüt 2015 an der Royal Opera Covent Garden in London als Zerlina in Mozarts Don Giovanni sei erwähnt wie ihre Liederabende am Théâtre des Champs-Elysées in Paris, im Wiener Konzerthaus oder beim Hobart Baroque Festival in Tasmanien, wofür sie den Helpmann Award bekam. Zur Seite steht ihr der Virtuose Dmitry Sinkovsky, gefeierter Star an der Barockvioline. Gemeinsam interpretieren sie Arien von Nicola Porpora und Georg Friedrich Händel, während Sinkovsky und sein Spitzenensemble La Voce Strumentale sowie der Lautenist Luca Pianca, das Programm mit Konzerten von Georg Philipp Telemann, Antonio Vivaldi und Arangelo Corelli zu einem Panorama der Barockmusik weiten.

Das Abschlusskonzert übernimmt am Sonntag, 8. Oktober um 18 Uhr das Ensemble Los Temperamentos. Im Ottheinrichsaal erwartet das Publikum ein farbenfrohes Programm mit Werken aus Lateinamerika und Südeuropa - präsentiert von einem temperament- und gefühlvoll aufspielenden Ensemble in ebenso bunter Besetzung. Die Musikerinnen und Musiker haben sich für das Programm intensiv mit den rhythmischen und tänzerischen Elementen der Barockmusik Lateinamerikas und Südeuropas auseinandergesetzt. Die Künstler stammen aus Ungarn, Deutschland, Mexiko und Kolumbien und setzen sich daher in besonderer Weise mit den interkontinentalen Beziehungen auseinander, die zwischen der europäischen und lateinamerikanischen Gesellschaft existieren. Nach dem Debüt „De la Conquista y otros Demonios", welches exzellent rezensiert wurde, erschien im Sommer 2015 die zweite CD „El Galeón 1600", die für den „International Classical Music Award 2016" nominiert wurde.