Philharmonikerinnen bei der Arbeit. Foto: Staatsorchester Hamburg

Philharmonikerinnen bei der Arbeit. Foto: Staatsorchester Hamburg

Musik schafft Wissen - Wissen schafft Musik

Musik ist eine Kunst. Und eine Wissenschaft, aber keine Wissenschaft für sich. Daher wagt sich Hamburg an eine interdisziplinäre Konzert-Vortrags-Reihe, Musiker und Wissenschafler der Max-Planck-Gesellschaft nehmen das Publikum mit in ihre Welten - und treffen sich in den Köpfen der Zuhörer.

Im Februar 2016 startet das Philharmonische Staatsorchester eine neue interdisziplinäre Veranstaltungsreihe, bei der klassische Musik mit wissenschaftlichen Themen in einen Zusammenhang gebracht wird. Dabei werden abendfüllenden Konzertprogrammen 30-minütige Vorträge zu unterschiedlichen Fragestellungen aus Disziplinen wie der Soziologie, Chemie oder etwa dem Gesundheitsbereich vorangestellt. Kooperationspartner dieser Themenkonzerte ist die Max-Planck-Gesellschaft.

Den Auftakt zur neuen Reihe bildet das Symphoniekonzert am 15. Februar 2016 mit Kent Nagano. Eine Stunde vor Konzertbeginn sprechen der Generalmusikdirektor und sein künstlerischer Berater Dr. Dieter Rexroth gemeinsam mit dem Präsident der Max-Planck-Gesellschaft Prof. Dr. Martin Stratmann über das Projekt. Die Idee, Musik und Wissenschaft zusammenzubringen ist nicht neu: Bereits während seiner Zeit als Generalmusikdirektor an der Bayerischen Staatsoper hatte Nagano den Kontakt zur Max-Planck-Gesellschaft hergestellt und in München eine ähnliche interdisziplinäre Veranstaltungsreihe initiiert. Mittlerweile läuft das erfolgreiche Projekt dort bereits seit 2009.

Zwischen dem 21. und 28. Februar 2016 folgen in Hamburg drei Themenkonzerte mit Vorträgen zu so unterschiedlichen Fragestellungen wie etwa „Kreativität in der Digitalen Gesellschaft“, „Chemie im Weltall“ oder „Infektionskrankheiten“. Kammermusikformationen der Philharmoniker spielen dazu Musik von französischen Barockkomponisten über Beethovens „Kreutzer-Sonate“ bis hin zu Schostakowitschs Klavierquintett. Die vortragenden Wissenschaftler sind aktive Forscher und Mitglieder der Max-Planck-Gesellschaft.

Martin Stratmann ist seit 2014 Präsident der Max-Planck-Gesellschaft. Seit 2000 leitet er als Direktor die Abteilung „Grenzflächenchemie und Oberflächentechnik“ am Max-Planck-Institut für Eisenforschung in Düsseldorf.

Sigrid Quack ist Expertin für Globalisierung und transnationale Governance. Seit 2013 ist sie Professorin für vergleichende und transnationale Soziologie an der Universität Duisburg-Essen und assoziierte Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung.

Melanie Schnell ist Forschungsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie in Hamburg und wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter dem Akademiepreis für Chemie der Göttinger Akademie der Wissenschaften (2015).

Peter H. Seeberger ist Direktor am Max-Planck Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam und Professor für Chemie an der FU Berlin. Daneben ist er ist Mitgründer der Stiftung „Tesfa-Ilg – Hope for Africa“, die sich für verbesserte Gesundheitsvorsorge in Äthiopien einsetzt.


Veranstaltungsübersicht:

1. Themenkonzert (6. Philharmonisches Konzert)

Mo. 15. Februar 2016, Laeiszhalle, Kleiner und Großer Saal

19 Uhr: Vortrag „Aufbruch in neue Welten“ – Kent Nagano, Prof. Dr. Martin Stratmann und Dr. Dieter Rexroth im Gespräch

20 Uhr: Symphoniekonzert

Claude Debussy: Prélude à l'après-midi d'un faune

Béla Bartók: Klavierkonzert Nr. 3 Sz 119

Igor Strawinsky: Le Sacre du printemps

Kent Nagano, Dirigent

Piotr Anderszewski, Klavier

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg

 

2. Themenkonzert (3. Kammerkonzert)

So. 21. Februar 2016, Laeiszhalle, Kleiner Saal 

10 Uhr: „Kreativität in digitalen Gesellschaften“ – Vortrag von Prof. Dr. Sigrid Quack 

11 Uhr: Kammerkonzert

Ludwig van Beethoven: Sonate A-Dur op. 47 „Kreutzer-Sonate“ (Fassung für Streichquintett)

Leoš Janáček: Streichquartett Nr. 1 „Kreutzer-Sonate“

Antonín Dvořák: Streichquintett G-Dur op. 77 

Stefan Herrling, Solveigh Rose, Violine; Bettina Rühl, Viola; Yuko Noda, Thomas Tyllack, Violoncello; Peter Hubert, Kontrabass

 

3. Themenkonzert

Fr. 26. Februar 2016, Laeiszhalle, Kleiner Saal

19 Uhr: „Chemie im Weltall – neue Herausforderungen und Methoden“ – Vortrag von Dr. Melanie Schnell

20 Uhr: Kammerkonzert mit Werken von Jean-Philippe Rameau, Jean Marie Leclair, Louis-Gabriel Guillemain u.a.

Anke Braun, Flöte und Blockflöte; Marianne Engel, Violine; Naomi Seiler, Viola; Susanna Weymar, Barock-Cello; Isolde Kittel-Zerer, Cembalo und Celesta

  

4. Themenkonzert

So. 28. Februar 2016, Laeiszhalle, Kleiner Saal         

16 Uhr: „Infektionskrankheiten vorbeugen und heilen: Impfstoffe aus Zucker und kontinuierliche Chemie“ – Vortrag von Prof. Dr. Peter H. Seeberger

17 Uhr: Kammerkonzert

Wolfgang Amadeus Mozart: Adagio & Fuge c-Moll KV 546 für Streichquartett

J.S. Bach: Auszüge aus „Kunst der Fuge“ (Version für Streichquartett)

Anton Webern: 4 Stücke für Violine und Klavier op. 7

Dmitri Schostakowitsch: Klavierquintett g-Moll op. 57

Joanna Kamenarska, Hibiki Oshima, Violine; Isabelle-Fleur Reber, Viola; Yuko Noda; Violoncello; Volker Krafft, Klavier

 www.staatsorchester-hamburg.de