Cathy Krier bringt neue und anspruchsvolle Musik nach Baden-Baden. Foto: Delphine Jouandeau

Cathy Krier bringt neue und anspruchsvolle Musik nach Baden-Baden. Foto: Delphine Jouandeau

Neue Musik - in Baden Baden!

Die Luxemburgerin Cathy Krier ist ein vielversprechendes Jungtalent der Pianisten-Szene, vor allem mit Blick auf eine unkonventionelle Programmgestaltung. Als „Rising Star“ ist sie während dieser Saison in rund 20 europäischen Konzerthäusern zu Gast.

Zur Sonntags-Matinee am 26. Juni 2016, um 11 Uhr wird Cathy Krier im Festspielhaus Baden-Baden unter anderem ein neues Werk vorstellen, das der renommierte deutsche Komponist Wolfgang Rihm eigens für sie geschrieben hat.

Wenn Cathy Krier im Rahmen der Sonntags-Matinee am 26. Juni 2016, um 11 Uhr Wolfgang Rihms Auftragskomposition „Toccata capricciosa“ aufführen wird, ist das nur konsequent. Versteht sich die junge luxemburgische Pianistin doch als Anwältin neuer Musik und hat als solche bereits einige CDs mit Werken unter anderem von Janáčèk, Ligeti, Berg, Schönberg und Zimmermann aufgenommen. Diese CD-Aufnahmen der mehrfach preisgekrönten Pianistin haben die Fachwelt aufhorchen lassen. Ihre Interpretation des pianistischen Solowerks von Leoš Janáčèk wurde mit dem „Coup de cœur“ von France Musique und dem „Pianiste maestro“ des französischen Magazins Pianiste ausgezeichnet.

Zu Beginn der Matinee im Festspielhaus Baden-Baden wird Cathy Krier Leoš Janáčèks Komposition „Auf verwachsenem Pfade“ spielen. Tragisch war der Anlass zu dem bewegenden Klavierzyklus: Als 1903 seine Tochter Olga starb, versank der Komponist in tiefe Resignation. Die Sammlung „Auf verwachsenem Pfade“ reflektiert diese Zeit. „Verwachsen von zart-kleinem Klee ist mir zum Mütterchen der Pfad” zitiert der Künstler die Worte eines mährischen Hochzeitslieds im Titel seiner Harmonium-Stücke. Diese arbeitete er später für Klavier um und fügte bis 1908 weitere fünf Stücke von ähnlichem Gehalt hinzu. In dieser Form hat er den Zyklus dann 1911 herausgebracht.

Mit dem virtuosesten Klavierwerk von Franz Schubert, der Wanderer-Fantasie in C-Dur, beschließt Cathy Krier ihr Konzert im Festspielhaus. Vier Sätze in der Art einer Sonate gehen ineinander über. Das thematische Material des Werkes ist dem Lied „Der Wanderer“ entnommen, welches im langsamen Satz die Grundlage für Variationen bildet. Die Tendenz zu Monothematik, die attacca-Übergänge zwischen den Sätzen und die Virtuosität machten Schule: Franz Liszts h-Moll-Sonate und die einsätzigen Werke um die Jahrhundertwende wären ohne Schuberts Vorbild nicht denkbar. 

Nach dem Konzert wird Cathy Krier um 14 Uhr den Workshop „Tastentaumel“ im Toccarion, der Kinder-Musik-Welt der Sigmund Kiener Stiftung, geben. Der Workshop ist ausgerichtet für Kinder zwischen sieben und elf Jahren. Für das Konzert sowie für den Workshop gibt es noch Karten unter.
www.festspielhaus.de