Das Arp Museum. Foto: Viola Bender

Das Arp Museum. Foto: Viola Bender

Neue musikalische Leiterin mit Perspektive

Die neue Festivalleiterin Mihaela Martin hat den Ehrgeiz, das Rolandseckfestival zu einem der führenden Kammermusikfestivals in Europa werden zu lassen.

Das 12. Rolandseck-Festival steht nun unter der künstlerischen Leitung von Mihaela Martin und wird zum ersten Mal im August stattfinden. Die Primgeigerin des Michelangelo-Streichquartetts lehrt an der Kronberg-Academy, an der Musikhochschule Köln und an der Barenboim-Said-Akademie in Berlin.

Seit vielen Jahren gehört Mihaela Martin zum festen Stamm der ‚Rolandseck-Musiker‘ und hat die Wasmuth-Gesellschaft von der Gründungsphase an unterstützt. Neben einer internationalen Karriere als Solistin zeichnet Martin besonders ihr großes Engagement als Lehrerin aus sowie die Liebe zur Kammermusik. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Cellisten Frans Helmerson, gründete sie 2003 das Michelangelo String Quartet, mit dem sie weltweit zu erleben ist.

Stark geprägt von der Streicher-Kammermusik von Bach bis zur Musik des 20. Jahrhunderts gestaltet sich das erste Festival unter Mihaela Martins künstlerischer Leitung, das sie unter das Motto „Vision – Creation – Obsession“ gestellt hat. Das Publikum darf sich auf Vertrautes, aber auch auf ein Jonglieren mit den Besetzungen freuen – neben solistischen Werken u.a. von Bach, Godowsky, Britten und Ysaÿe, sind beispielsweise auch das Streichtrio op. 9 von Ludwig van Beethoven zu hören, Arthur Honeggers Sonatine für Violine und Violoncello oder auch Bohuslav Martinůs „Drei Madrigale für Violine und Viola“. Mit Klavierquartetten von Johannes Brahms und Wolfgang Amadeus Mozart, dem Brahms’schen Klaviertrio op. 8 und dem Edward Elgars Klavierquintett werden die Werke für Streicher ergänzt um das Schönste, was die Kammermusik mit Klavier zu bieten hat.

Als musikalische Mitstreiter hat Mihaela Martin neben ihrem Michelangelo String Quartet (neben ihr bestehend aus Daniel Austrich, Nobuko Imai und Frans Helmerson) ebenfalls hochkarätige Gäste eingeladen, unter denen neue, aber auch vertraute Gesichter sind. Regelmäßige Gäste in Rolandseck waren und sind Elena Bashkirova (Klavier) und ihr Sohn Michael Barenboim (Violine), ebenso der Pianist Itamar Golan und die Cellisten Jing Zhao, Kyril Zlotnikov und Julian Steckel. Als neue Gesichter ergänzen in diesem Jahr die Geiger Liza Ferschtman und Friedemann Eichhorn, Bratscher Kyoungmin Park und Razvan Popovici, Pianist Nelson Goerner die Runde der Festival-Musiker. Besonderer Gast ist der französische Klarinettist Michel Lethiec, der in Olivier Messiaens „Quatuor pour la fin du temps“ zu hören sein wird.

Der Bezug zu den Inhalten der Ausstellungen des Arp Museum ist ein Alleinstellungsmerkmal Festivals. Gefeiert wird in diesem Jahr das zehnjährige Jubiläum des Arp Museum<s>s</s>, das mit dem 2007 eröffneten Neubau von Richard Meier ein nicht mehr wegzudenkender Teil der Konzerte der Johannes-Wasmuth-Gesellschaft ist und mit zum Gesamtkunstwerk gehört.

Das diesjährige Programm des Festivals ist auch ein Leitfaden für die zeitgleichen Ausstellungen im Arp Museum. Den Werken des englischen Bildhauers und Zeichners Henry Moore stehen Stücke von Edward Elgar und Benjamin Britten gegenüber. Auch die SWR-Kulturnacht zu Beginn des Festivals am 18. August steht in diesem Kontext: Felix von Manteuffel liest aus dem Buch der britischen Autorin Jane Gardam „Ein untadeliger Mann“ – Niklas und Nils Liepe spielen Werke derselben Provenienz für Violine und Klavier.

Die Förderung des künstlerischen Nachwuchses, speziell im Miteinander des Festivals, hat in Rolandseck bereits Tradition und bleibt mit einer renommierten Lehrerin wie Mihaela Martin nicht außen vor. So findet am Vormittag des 20. August ein Konzert unter Mitwirkung von Studierenden der Kronberg Academy statt, wo Martin seit Jahren Dozentin ist.