Halle: Raumbühne „Der fliegende Holländer“ Foto: Falk Wenzel

Halle: Raumbühne „Der fliegende Holländer“ Foto: Falk Wenzel

Neue Räume für Halle

Die Raumbühne von Sebastian Hannak mit den Produktionen „Der fliegende Holländer“, „Groovin` Bodies“, „Wut“ und der Uraufführung „Spiel im Sand“ ist vom 29. September bis 15. Oktober zum letzten Mal in der Oper Halle zu erleben - und jetzt für den Preis DER FAUST nominiert.

Bühnenbildner Sebastian Hannak ist für seine RAUMBÜHNE HETEROTOPIA an der Oper Halle für den wichtigsten deutschen Theaterpreis DER FAUST nominiert. Die Bühneninstallation RAUMBÜHNE HETEROTOPIA von Sebastian Hannak hat in der Spielzeit 2016/2017 an der Oper Halle für Begeisterung und Aufmerksamkeit gesorgt. Sie ist ein zentrales Symbol des Aufbruchs und der künstlerischen Neuausrichtung der Hallenser Oper unter dem Leitungsteam Florian Lutz, Veit Güssow und Michael von zur Mühlen.

Insbesondere die Raumbühnen-Klassiker „Groovin` Bodies“ und „Der fliegende Holländer“ waren Stadtgespräch und erreichten im Laufe der vergangenen Spielzeit außerordentlich viele Zuschauer. Auch in der Fachwelt erregte die Raumbühne großes Aufsehen. Die Kritikerumfrage 2017 der Zeitschrift „Die Deutsche Bühne“ kürte den Ausstatter Sebastian Hannak zu einem der drei erfolgreichsten Künstler im Bereich Bühne und Kostüm.

Jetzt wurde er darüber hinaus für seine Arbeit an der Oper Halle von einer Fachjury für den deutschen Theaterpreis DER FAUST in der Kategorie Bühne/Kostüm nominiert. Die Preisverleihung findet am 03. November 2017 im Schauspiel Leipzig statt.  

Hannak und Opern-Intendant Florian Lutz freuen sich über die Nominierung. Sebastian Hannak im Wortlaut: „Ich freue mich sehr über die Nominierung! Die RAUMBÜHNE HETEROTOPIA ist ein Versuch, in einer umfassenden Rauminstallation verschiedene Perspektiven auf das jeweilige auch spartenübergreifende Bühnengeschehen zu werfen und dadurch die etablierte Trennung von Spielern und Zuschauern aufzuheben. Das Raumerlebnis ermöglicht vielleicht auch ein neues Nachdenken über die Möglichkeiten der Institution Theater: Je mehr unsere Wahrnehmung von der Welt zusammenschnurrt auf weltweite Echtzeitunterhaltung über reale Begebenheiten, die uns aber in ihrer medialen Form kaum erreichen, desto mehr kann das Theater mit einer echten, intensiven Erfahrung punkten. Schön, dass wir dieses Experiment an der Oper Halle umsetzen konnten!“  

Florian Lutz meint: „Das sind gute Nachrichten für die Oper Halle. Wir haben in der letzten Spielzeit viel gewagt und ganz neue inhaltliche und ästhetische Schwerpunkte gesetzt. Die Nominierung der RAUMBÜHNE HETEROTOPIA für den deutschen Theaterpreis DER FAUST bestärkt uns darin, auch in der kommenden Spielzeit Neues und Ungewohntes zu wagen, um tradierte Sehgewohnheiten zu befragen. Deshalb freue ich mich ganz besonders auf unsere Uraufführung „Spiel im Sand“, die in Koproduktion mit dem IMPULS-Festival für Neue Musik in Sachsen-Anhalt im Oktober in der Raumbühne Premiere haben wird.“

Vom 29. September bis zum 15. Oktober ist die RAUMBÜHNE HETEROTOPIA zum letzten Mal in der Oper Halle zu erleben. Florian Lutz‘ Inszenierung von Wagners „Der fliegende Holländer“ ist genauso zu sehen, wie Ralf Rossas zeitgenössisches Ballettstück „Groovin´ Bodies“ und Elfriede Jelineks „Wut“ – inszeniert von Henriette Hörnigk, eine Produktion des neuen theaters Halle. Am 11. Oktober wird die Uraufführung „Spiel im Sand“ als Koproduktion zwischen der Oper Halle und dem IMPULS-Festival für Neue Musik in der RAUMBÜHNE HETEROTOPIA Premiere feiern und gleichzeitig die 10. Ausgabe des Festivals eröffnen.   RAUMBÜHNE HETEROTOPIA // In der Raumbühne sitzt der Betrachter mitten im dramatischen Geschehen und erlebt die Aufführungen um sich herum so unmittelbar, dass ein einzigartiges Raum-Klang-Erlebnis und ein direktes Verhältnis zu Text, Musik und Bewegung möglich wird.

Es ist ein egalitärer Raum, in dessen Mitte sich die Zuschauer befinden, in dem sie das Erleben teilen und räumlich erfahren können, dass sie als Teil eines sozialen Zusammenhangs immer zugleich auch agieren und nicht nur reagieren. Dabei erleben die Zuschauer bei allen Produktionen den Raum jeweils aus anderen Perspektiven. Vom überbauten Parkett über die begehbare Großstadt auf der Hauptbühne bis in die entlegensten Winkel der Hinter- und Seitenbühne wird das Theatergebäude dabei als fiktional-urbaner Raum erfahrbar.  

Sebastian Hannak ist einer der erfolgreichsten Bühnen- und Kostümbildner im deutschsprachigen Raum. Er studierte an der Kunstakademie in Stuttgart. Seine Bühnengestaltungen für Oper, Schauspiel, Tanztheater und Ballett führen ihn an namhafte Häuser u.a. an die Staatsoper Stuttgart, das Staatstheater Karlsruhe, das Hessische Staatsballett, die Budapester Staatsoper und viele mehr. Er arbeitete mit renommierten Theatermachern und Choreografen wie Martin Nimz, Yuval Sharon. Tim Plegge, Christof Nel oder Reginaldo Oliveira zusammen. Mit Florian Lutz, dem Intendanten der Oper Halle, verbindet ihn eine langjährige Zusammenarbeit. Sebastian Hannaks RAUMBÜHNE HETEROTOPIA hat die Spielzeit 2016/2017 an der Oper Halle maßgeblich geprägt. Die Fachzeitschrift „Die Deutsche Bühne“ schreibt über Sebastian Hannak: „Einer der profiliertesten Bühnenbildner seiner Generation. Seine Raumgestaltungen für Oper, Schauspiel, Tanztheater und Ballett verweigern oft jeden szenischen Realismus und werten den Bühnenraum zum eigenständigen Sinnträger auf.“ (DDB 2017) FLORIAN LUTZ ist Intendant der Oper Halle und inszenierte in der vergangenen Spielzeit Richard Wagners „Der fliegende Holländer“ und die Uraufführung „Sacrifice“ von Sarah Nemtsov. Seit 2009 war er regelmäßig an Oper Halle und bei den Händel-Festspielen als Regisseur zu Gast. Am 15. September feiert seine Inszenierung von Beethovens „Fidelio“ Premiere an der Oper Halle.