Oper "Anna Nicole" in Nürnberg. Foto: Ludwig Olah

Oper "Anna Nicole" in Nürnberg. Foto: Ludwig Olah

Neuer Intendant bringt alte Produktion mit

Der neue Nürnberger Intendant bringt seine Dortmunder Inszenierung von Turnages "Anna Nicole" mit - samt Sängern.

Mit der Oper Anna Nicole bringt der neue Nürnberger Staatsintendant und Operndirektor Jens-Daniel Herzog eine Oper über den menschlichen Körper als Schlachtfeld des Kapitalismus auf die Nürnberger Opernbühne. Das Werk des britischen Komponisten Mark-Anthony Turnage, das 2011 uraufgeführt wurde und 2013 in einer Inszenierung von Jens-Daniel Herzog an der Dortmunder Oper seine deutsche Erstaufführung feierte, ist ab dem 3. November am Staatstheater Nürnberg zu erleben.

Turnage und sein Librettist Richard Thomas zeichnen das Bild einer modernen Traviata: eine junge Frau aus der amerikanischen Unterschicht, die durch eine erfolgreiche Brustvergrößerung ganz nach oben kommt. Sie wird ein weltberühmtes Model, eine lukrative Heirat macht sie zur Millionärin, doch zermürbt durch Prozesse und Medikamentensucht verliert sie schließlich alles, sogar ihr Leben. Eine Geschichte unserer Zeit, erzählt mit Witz, Tempo und Tragik. Die texanische Sopranistin Emily Newton wird die Titelpartie singen und sich damit als neues Ensemblemitglied der Nürnberger Oper vorstellen.

Aus dem Schicksal von Anna Nicole Smith haben Mark-Anthony Turnage und Richard Thomas eine knallige Revue-Oper geschaffen: ein Märchen vom amerikanischen Traum, ein buntes Lehrstück über Sex, Geld und Liebe, das vor den Augen der Weltöffentlichkeit ein tragisches Ende findet. Anna Nicole wird das Opfer der Geld- und Sensationsgier einer Mediengesellschaft, auf deren Regeln sie sich bewusst eingelassen hat. Turnage arbeitet mit zeitgenössischen Kompositionstechniken, greift jedoch auch Einflüsse aus Jazz, Rock und Pop auf. Staatsintendant und Operndirektor Jens-Daniel Herzog inszenierte die deutsche Erstaufführung von Anna Nicole bereits 2013 an der Oper Dortmund. Im Nürnberger Opernhaus inszeniert er die Oper nun mit den Sängerinnen und Sängern des neuen Opernensembles, das zum Teil aus Dortmund übernommen ist.