Olena Tokar. Foto: Dorothee Falke

Olena Tokar. Foto: Dorothee Falke

Neuer Preis für junge Sänger

Der erstmalig vergebene Christine Kühne-Preis der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern 2016 geht an die junge ukrainische Sopranistin Olena Tokar. Die Festspiele hatten ein „Sängerfest der Jungen Elite“ mit sechs jungen Spitzennachwuchssängern aus sechs Nationen gefeiert.

Unter den Teilnehmern des „Sängerfestes“, die sich bei einem Liederabend sowie bei zwei Opernabenden mit dem Orchester der Komischen Oper Berlin präsentierten, hatten die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern und die Klaus-Michael Kühne Stiftung den Christine Kühne-Preis ausgelobt. Olena Tokar überzeugte bei ihrer Interpretation der „Mondarie“ aus Dvořáks Oper „Rusalka“ und bei Arien von Mozart und Puccini als wandlungsfähige und charismatische Sängerin. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird im Rahmen einer Operngala der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern im Festspielsommer 2017 vergeben.

Der Präsident der Klaus-Michael Kühne Stiftung, Klaus-Michael Kühne, und seine Ehefrau Christine Kühne sagten zu ihrem Engagement: „Die Unterstützung von Spitzennachwuchs insbesondere im Bereich der Vokalmusik ist uns ein besonderes Anliegen. Das ‚Sängerfest der Jungen Elite‘ bot talentierten Künstlern aus aller Welt die Möglichkeit, sich anlässlich eines der bekanntesten Musikfestivals in Deutschland zu präsentieren. Durch die Verleihung des Christine Kühne-Preises möchten wir einen weiteren Beitrag zur Karrierebildung von Nachwuchsmusikern leisten.“

Festspielintendant Dr. Markus Fein sagte: „Olena Tokar glänzte durch lupenreine Intonation, reife Werkinterpretationen und charismatische Bühnenpräsenz. Mit ihrer lyrisch-warmen Stimme sang sie sich in die Herzen des Publikums. Wir freuen uns sehr, Olena Tokar in der Reihe unserer Preisträger zu begrüßen.“

Zu erleben waren neben Olena Tokar die rumänische Sopranistin Alexandra Tarniceru, die kroatische Mezzosopranistin Diana Haller, der kanadische Tenor Andrew Haji, der Bariton Simon Schnorr aus Deutschland sowie der russische Bass Stanislav Sergeev. Die Auswahl der jungen Künstler erfolgte in Zusammenarbeit mit Partnern wie den Opernstudios in Hamburg und Zürich.

Die ukrainische Sopranistin Olena Tokar studierte in Lugansk, Kiew und Leipzig. Sie gewann u. a. erste Preise beim Lortzing-Wettbewerb Leipzig und dem ARD-Musikwettbewerb. 2011 nahm sie am Young Singers Project der Salzburger Festspiele teil. Heute ist sie Mitglied im Ensemble der Leipziger Oper und sang bereits Partien wie Pamina (Die Zauberflöte), Erstes Blumenmädchen (Parsifal) und Anna (Nabucco). Zudem sang sie die Marguerite (Faust) an der Semperoper Dresden und debütierte als Mimì (La Bohème) beim Verbier Festival. Erst kürzlich gab sie u. a. ihr Debüt an der Londoner Wigmore Hall, sang in den Carmina Burana bei den BBC Proms, sowie Mozarts Exsultat, jubilate mit dem Ulster Orchestra und die Sopranpartien in Mahlers Sinfonien Nr. 2 und 4. Engagements führten sie außerdem nach Slowenien, Ungarn und in die Niederlande.

Die Kühne Stiftungen unterstützen die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern seit 2006. Darüber hinaus kooperieren die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern seit 2013 mit dem von der Kühne-Stiftung geförderten Musiksommer am Zürichsee, indem sie dort Konzerte mit Festspielkünstlern präsentieren.