Carsten Schmidt vom Kammermusikfestival Ruhrtal. Bild: Veranstalter

Carsten Schmidt vom Kammermusikfestival Ruhrtal. Bild: Veranstalter

Neues Festival für Kammersmusik

Vorbild für das Projekt in Bochum ist das weltbekannte Staunton Music Festival in Staunton, Virginia (USA). Zum Auftakt des neuen Festivals im Ruhrpott gibt es eine Hand voll Konzerte zu zivilen Eintrittspreisen.

Mit drei hochkarätig besetzten Konzerten in Bochum und Hattingen startet am letzten Mai-Wochenende das erste Internationale Kammermusikfest Ruhrtal. Ins Leben gerufen wurde die neue Veranstaltungsreihe vom gemeinnützigen Verein Internationale Kammermusik Ruhrtal, in dem sich musikbegeisterte Bürgerinnen und Bürger der Region zusammengeschlossen haben. Spielorte der Konzerte sind die Pauluskirche und das Kunstmuseum Bochum sowie Haus Kemnade in Hattingen. Karten kosten ab 18 Euro, ermäßigt 10 Euro, zzgl. Gebühren. Der Vorverkauf hat begonnen.

Das Kammermusikfest beginnt am Samstag, 28. Mai, um 12 Uhr mit einem Mittagskonzert in der Bochumer Pauluskirche. Interpreten sind „Die 12 jungen Cellisten“, Sieger des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“ sowie das Vokalquartett „Damask-Ensemble“. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei. Am Abend desselben Tages stößt dann zu diesen beiden Ensembles das Streichquartett Bermuda4, eine 2006 gegründete Formation aus Konzertmeistern und Stimmführern der Bochumer Symphoniker, um 19 Uhr im Kunstmuseum Bochum. Den Abschluss bildet am Sonntag, 29. Mai, um 15 Uhr ein Wandelkonzert, bei dem die Gäste von einer Aufführung zur nächsten wandeln können. Carsten Schmidt (Cembalo) und James Wilson (Cello) spielen im Rittersaal, Bermuda4 In der Scheune und das „Damask-Ensemble“ im Drei-Ecks-Hof auf Haus Kemnade.

Dieser Dreiklang prägt den Auftakt der Aktivitäten. Das Kammermusikfest soll sich in Zukunft durch Spenden aus der Bürgerschaft finanzieren. „Wir möchten bürgerschaftliches Engagement anregen und Gelegenheit geben, sich durch Klein- und Kleinstspenden für klassische Musik auf höchstem Niveau zu engagieren“, sagt der bekannte Bochumer Komponist Stefan Heucke, einer der elf Vereinsgründer rund um Prof. Dr. Carsten Schmidt, der die Idee nach Bochum trug. Der Pianist, Cembalist und Dirigent, ein gebürtiger Bochumer, lehrt am Sarah Lawrence College in New York und arbeitet als künstlerischer Leiter des weltbekannten Staunton Music Festivals in Virginia/USA.

Vorbild für das Projekt ist das weltbekannte Staunton Music Festival in Staunton, Virginia (USA) mit Carsten Schmidt als künstlerischem Leiter. Jedes Jahr im August kommen viele der weltweit besten Kammermusiker in Staunton zusammen, um dort insgesamt mehr als 20 Kammerkonzerte zu geben. Die Veranstaltung finanziert sich hauptsächlich durch das bürgerschaftliche Engagement und Spenden von Menschen, die sich für klassische Musik begeistern. So soll es auch in Bochum sein. Stefan Heucke: „Wir versprechen uns durch diesen Ansatz eine größere künstlerische Unabhängigkeit und ein sehr kreatives Miteinander aller Generationen und Bevölkerungsgruppen.“ 

Heucke, Komponist der modernen Klassik und Träger des Hans-Werner-Henze Preises („Das Frauenorchester von Auschwitz“, „Oratorium Nikolaus Groß“) wird im August selbst nach Staunton reisen, um dort als Composer-in-residence verschiedene seiner Werke (u. a. Orgelsonate op. 78 und Klavierquintett op. 25) in drei Konzerten vorzustellen.  Ein Gesprächskonzert, in dem Heucke über seine Musik und seine Inspirationsquellen spricht, und in dem das III. Streichquartett op. 69 „Fragmente“ erklingt, rundet den Aufenthalt ab.


Samstag, 28. Mai 2016, 12 Uhr, Pauluskirche, Mittagskonzert mit dem Damask-Ensemble
Samstag, 28. Mai 2016, 19 Uhr, Kunstmuseum Bochum, Museumskonzert mit Bermuda4
Sonntag, 29. Mai 2016, 15 Uhr, Haus Kemnade, Wandelkonzert mit Carsten Schmidt (Cembalo) und James Wilson (Cello), Bermuda4, Damask-Ensemble


www.kammermusik-ruhr.de